Mittwoch, 23. September 2009

Zwischenschritt ...

In jedem Ende liegt ein neuer Anfang. (Miguel de Unamuno y Yugo)

... der eine Urlaub ist rum und schon kommt der naechste. Diesmal allerdings nur die Wiebke ohne die anderen von Kisimba und auch ohne den besten Dodge ... Und damit keine allzugrosse Verwirrung entsteht, sind die Abenteuer von "Ein Floh, eine Wiebke und der Rest" in meinem persoenlichen Blog zu finden: http://www.kisimbawiebke.blogspot.com/ !!

Mittwoch, 1. Juli 2009

Ein Foto ist so unvollkommen, wie ein Buch, von dem man nur den Anfang kennt. Die fehlenden Stücke lassen der Fantasie Platz ...

Fertig ist man nie, dass ist meine persoenliche Ueberzeugung. Aber um das Bild des Urlaubs, der in diesem Blog beschrieben ist, im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig abzurunden, habe ich ein paar Fotos ins Netz gestellt. Zu finden hier!

Viel Spass beim schauen!

Donnerstag, 18. Juni 2009

Wenn wir die Bruchstuecke ...

... gluecklicher Augenblicke zusammensetzen, kann daraus ein Mosaik werden, das unser ganzes Glueck zeigen kann.

Daher als Abschluss, der Versuch eines Fazits:

Die Welt ist ein Buch, wer nie reist sieht nur eine Seite davon. (Aurelius Augustinus)

... das ist wohl wahr! Reisen bildet und auch wir haben wieder viel Neues erlebt und gelernt. Wir sind insgesamt ueber 4.000 Meilen (wobei der gesamte Blog 4 ½ tausend Meilen umfasst) gefahren; wir kommen mit mehr zurueck als wir weggefahren sind, soll heissen die Liste der Dinge, die wir noch sehen wollen ist wieder ein Stueck laenger geworden; unsere Hunde sind die perfekten Reisebegleiter; ich habe kein Gramm zugenommen; wir schaffen es aus dem Urlaub zu kommen und noch miteinander zu reden ;-) (jederzeit wieder liebster Helmut) und unser bester Dodge erwies sich einmal mehr als idealer fahrbarer Untersatz!

Was nun den Blog angeht – auch Neuland fuer mich – bin ich froh, dass ich den Schritt gewagt habe. Auch wenn manch ein Beitrag eher in Eile geschrieben wurde und so nicht unbedingt voll meinem persoenlichem Anspruch genuegt, so ist es doch ein schoenes Dokument dessen, was wir erlebt haben. Ich freue mich jetzt schon darauf, dies wieder durchzulesen (dann haelt der Urlaub ein bisschen laenger an).
Spannend war natuerlich auch der zeitgleiche Blog von Sanni.
Auch finde ich, was einen Blog ganz allgemein angeht, in jedem von uns steckt doch ein kleiner Voyeur im ganz positiven Sinn. Warum sollte man alle Erfahrungen unbedingt selber machen?

Bleibt mir noch ein ‘review’ fuer das Haus zu schreiben und meinen lieben Freunden und Lesern Astrid & Gerhard zu danken, die mich zum einen fleissig mit frischen Zitaten beliefern und die mir immer treu Kommentare geschrieben haben. So wusste ich doch, irgendjemand ausser mir liest den Blog und dafuer lohnt sich die Muehe schon!


Na dann, bis zur naechsten Reise ...

Das Leben selbst ...

Das Leben selbst ist wie eine Reise! schrieben mir meine Freunde aus Elgersweier vor der Abfahrt und das gereicht mir vorerst als Trost. So werde ich jetzt daran arbeiten, das naechste Ziel zu erreichen – diesmal ohne viele Meilen, dafuer dann eher mit etwas Arbeit ... aber davon berichte ich dann ein anderes Mal ...

Also ganz davon abgesehen, dass ich gerne unterwegs bin, ist auch schoen, wieder in einem normalen Bett zu schlafen und das eigene Bad zu haben.

Mittwoch, 17. Juni 2009 -
Doch hier nun der Bericht zu unserem ‚last Day on the road’. Los ging es mit – wer haette es gedacht – aufstehen. Heute mal ein bisschen frueher, freundlich geweckt vom Campingplatznachbarn, der seinen Truck warm oder kalt laufen liess – bei den Aussentemperaturen nicht wirklich nachvollziehbar - und er hatte so einen huebschen mit ‚kaputtem Auspuff’. Klasse! (Helmut sagt, der war nicht kaputt, der muss so sein - ein echter Trost)
Nun wir wollten ohnehin nicht so spaet los. Nachdem wir noch die Emails runtergelanden haben und die Bilder fuer das Posting hoch-, fahren wir ohne Fruehstueck los. Aus frueheren Zeiten weiss ich, dass dies zeiteffektiv ist und tatsaechlich, gegen 8.00 Uhr rollen wir vom Platz.
Noch eine kurze Tour durch die Stadt um zu tanken und Eis fuer den Cooler zu holen, schneller Halt bei WM um Wasser zu kaufen und dann ein Stopp bei den Golden Arches (McD) fuers Fruehstueck 2Go. Endlich bekomme ich mal wieder einen Kaffee (*lechz*), der recht gut ist und vor allem ziemlich heiss. Noch ein McMuffinEgg oder so aehnlich zum beissen, um dann wieder auf die Interstate 10 Richtung Sued-Osten zu fahren.
In Fort Stockton ist es immer winding (ich habe es noch nie anders erlebt) und Helmut meint, dass waere doch auch ein guter Platz fuer Windraeder. Prompt tauchen diese – fast wie ueberdimensionale Kreuze – auf den umliegenden Huegeln auf. Doch was wir aeusserst mysterioes finden ist, dass so gut wie alle still stehen, trotzdem ein kraeftiger Wind weht ... seltsam. Doch wir koennen des Raetsels Loesung nicht finden und geben uns damit zufrieden, dass die wohl wissen werden, was sie tun – oder auch nicht.

Weiter, weiter, Meile um Meile und ‚Moby Dick’ begleitet uns. Mir faellt mal wieder auf, wieviele zerfetzte Reifen hier an der Strasse liegen. Helmut sagt, weil die hier mit schlechterer Bereifung fahren, bzw. es gibt keine Mindestprofiltiefe und viele fahren mit zu geringem Luftdruck und so ... Well, wir haben auch mehrere Trucks gesehen, denen gerade ein Reifen platzte und die dann an den Strassenrand ‚humpelten’ ..

San Antonio umfahren wir grosszuegig. Angehalten wird nur fuer PPs und Fahrerwechsel. Huegellandschaft wechselt sich ab mit flachen Ebenen, es wird etwas gruener. Kekse und Chips halten uns wach.

Gegen Mittag telefoniere ich mit meiner Schwester Doris. Sie, ihre Kinder, meine Eltern und Desi waren ja die letzten, die das Ferienhaus verliessen. Ich will wissen ob noch alles okay war, schliesslich hatte ich die Reservierung gemacht und will mein Deposit zurueck ;-) Die sechs sind inzwischen auf dem Weg zum Grand Canyon um auch noch ein wenig Sight Seeing zu machen, bevor es zurueck nach Tacoma, Washington State geht (auch eine Strecke von ca. 1700 Meilen).

Unser Weg fuehrt uns durch flaches Cattleland direkt hinein nach Houston. Hier stehen wir natuerlich prompt im Stau – Grossstadt halt!
Gedanklich ist Helmut schon wieder bei unseren noch fertigzustellenden Haeusern und so fuehrt uns der Weg nach Hause ueber den LOWE’s in Kingwood. Er hatte im Internet nachgeschaut und festgestellt, dass die ein bestimmtes Material in einer besonderen Farbe (Desert Tan Roll Roofing) haben, dass der Lowe’s in Livingston nicht fuehrt. Und weil wir so oder so gerade hier vorbei kommen ... nur um dann festzustellen, die haben’s auch nicht. (*argh*)

Dann halt nicht! Es sind noch 50 Meilen nach Hause. Diese erscheinen uns – da nun auf altbekanntem Terrain (die 59 ist ja die ‚Flughafenstrasse’) – viel kuerzer und in null komma nix sehen wir schon unseren Lake. Er ist noch da und es ist auch noch Wasser drin! Um 6.30 kommen wir dann in der Kathy Lane an.
Ein erster Rundblick zeigt, dass noch alle Pflanzen nebst Schildkroete leben, das Haus noch steht (nur ein bisschen muffig ist, aber da wirkt Fenster und Tueren oeffnen Wunder) – und wir keinen Strom haben. Fiel mir auf, da die Fontaine am Teich nicht funktionierte. Mein erster Gedanke, den ich dann auch laut ausspreche: haben wir vergessen die Stromrechnung zu bezahlen? Ooopps! Doch ziemlich schnell klaert sich, dass der Strom in der ganzen Umgebung ausgefallen ist und dass noch nicht allzulange, denn Alles im Gefrierfach ist noch gefroren. Zum Glueck (ich erinneren mich mit Grauen daran, als meine Familie noch in Plieningen wohnte und von den Ferien nach Hause kam, um festzustellen, dass der Kuehlschrank ausgefallen war und dass ein paar Tage lang und im Gefrierfach war Fleisch ... und ich will das jetzt nicht weiter ausfuehren ...).

Nun, der Strom kam wieder und wir auch. Zurueck im Land der Pick-up Trucks und Mustangs (Ford), der hoher Luftfeuchtigkeit und Moskitos.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Das Reisen will uns eines lehren: ...

... Das Schönste bleibt stets heimzukehren (Deutsches Sprichwort)

Nun wirklich damit uebereinstimmen kann ich nicht, bin ich doch eher der Typ „Zigeuner“, der lieber noch ein Stueck weiterfahren will. Nichtsdestotrotz sind wir wieder wohlbehalten in Livingston und muessen erstmal ankommen. So folgt der Bericht ueber unseren letzten Tag on the road morgen (Donnerstag).
Vorab mal eine Impression, wie es bei uns unterwegs im besten Dodge zugeht:

Clyde und Bonny

und natuerlich der Fahrer:
Helmut

Dienstag, 16. Juni 2009

Abendrot ...

...als schuere die Sonne das Feuer im Kamin der Zeit! (wb)

Genau dies genossen wir an unserem letzten Abend auf Tour. Und zwar einmal nicht aus dem fahrenden Auto, sondern in unseren superbequemen 10-Dollar-Campingstuehlen ayf nem Campingplatz in Fort Stockton ...

Doch der Reihe nach:
Schon gestern Abend hatte ich festgestellt, dass ich die HotDogs fuer die Hunde im Kuehlschrank in Las Vegas vergessen hatte. Und trotz treuer, bettelnder Blicke von Bonny, Clyde und mir, wollte Helmut nicht umdrehen ... Nun, heute morgen stellte ich dann fest, dass ich auch meine Duschartikel vergessen hatte. Ich weiss auch nicht, normalerweise bin ich ziemlich gut im alles wieder mitnehmen, aber diesmal war mein Kopf wohl woanders (und mein Unterbewusstsein suggerierte: ich will noch bleiben ;-). Ich fand dann noch ein kleines Schampoo (bei meinem letzten Besuch in Frankreich im Ibis Motel mitgenommen) in meiner Waschtasche und so machte ich mich, nachdem ich in der Nacht sehr gut geschlafen hatte, am Morgen gegen sieben auf in den Waschraum.

Der Camping hatte ja WiFi und so sassen wir dann beide noch vor dem Fruehstueck am Rechner und laptoppten vor uns hin. Dieses – das Fruehstueck – gab es dann gemuetlich am Tisch sitzend, aber wieder ohne Kaffee!

Um 10 schafften wir es dann loszukommen. Erstes Ziel war der National Park White Sands gleich hinter Alamogordo. Eine Warnung genug Wasser mitzunehmen, da es im Park keines gibt, verstehen wir spaeter, als wir drinnen sind.
Zunaechst einmal scheinen die Duenen gar nicht soo besonders, da noch mit allerlei Pflanzen bewachsen. Wobei ich es faszinierend finde, war da auf den Sand so alles noch waechst.
Wenn man dann weiter in die Duenenlandschaft vordringt, wird klar warum es White Sands (also weisser Sand) heisst. Das Sonnenlicht auf dem aus einer Art kristallisiertem Gips bestehenden Sand ist gleissend. Es blended so sehr, dass sogar ich, die ich normal kein Sonnenbrillentraeger bin, eine solche aufsetze. Wir halten an. Hier darf man noch auf die Duenen raufklettern und dass tun wir dann auch. Da es noch vormittag ist, ist der Sand angenehm kuehl und ich ziehe sofort die Schuhe aus. Barfuss fuehlt es sich noch besser an. Auch unsere Hundies duerfen eine Runde durch die Duenen toben, sind aber anschliessend total fertig. Die Luft ist knochentrocken, es ist heiss und dazu weht noch ein Wind. Der Wassernapft ist ziemlich schnell leer geschlabbert, aber ich glaube sie haben es trotzdem genossen.

Nach ca. 1 Stunde verlassen wir den Park wieder und fahren weiter. Die Strasse fuehrt mehr oder weniger durch Millitaergebiet. Ich sehe ein Schild auf dem steht:
Missile Range – Birthplace of Americas Spacediscovery – na dann! Ich weiss das hier Raketentest durchgefuehrt wurden und sogar das Spaceshuttle schon mal gelandet ist. Allerdings finde ich, dass manche Werbung, die hier so am Wegesrand steht, das Ganze - fuer meinen Geschmack - ein wenig verherrlicht.
Dennoch haette uns das Spacemuseum bzw. das Missilemuseum sehr interessiert. Doch die Zeit laesst es diesmal nicht zu, dass wir anhalten.

Bei der Weiterfahrt ueber Las Cruces nach El Paso, sehen wir rechts und links der Strasse grosse Pecan Tree Plantangen. Dieser Baum kann in dieser doch eher kargen Landschaft gut wachsen und produziert genuegend Fruechte, dass es sich lohnt ihn zu kultivieren.

Und dann hat uns Texas wieder. Kurz vor El Paso. Bei der Fahrt durch die Stadt winken wir kurz nach Mexico rueber. Der Rio Grande trennt hier El Paso und Juarez und man sieht den hohen Zaun und die schaebig wirkenden Haeuser auf der anderen Seite ...

Die Naehe zu Mexico bringt so allerlei mit sich. Unter anderem viele Sheriffautos auf der Strecke und eine Kontrollstation der Border Patrol. Als alte Hasen waren da ganz locker und haben dem netten Herrn unsere IDs gezeigt (Helmut natuerlich seinen Ausweis von der Arbeit, dass er fuer den Staat Texas arbeitet ;-) und haben freundlich mit ‚yes sir’ geantwortet. Wir mussten daran denken, wie wir bei unserer ersten Kontrolle (ich glaube 2004? oder 2005?) noch verunsichert waren und den armen Officer durcheinanderbrachten, als wir ihm nicht nur den Pass, sonder auch unsere Greencard unter die Nase hielten ... heute lachen wir darueber.

Wir fahren durch Van Horn, schliesslich war diese Gegend mal in der engsten Auswahl. Uns fallen die vielen Motels auf. Die waren doch beim letzten Mal noch nicht da, oder? Wer will denn in diesem ‚gottverlassenen’ Nest mitten in der Wueste uebernachten? Helmut erinnert sich dann daran, mal etwas von einem „Space Hafen“ gelesen zu haben – es geht um bemannte Raumfahrt und gab angeblich sogar schon mal Testfluege (der Kumpel von Bill Gates hat da irgendwie die Finger im Spiel).
Allerdings war es im letzten Jahr etwas ruhig um die Geschichte geworden ... Vielleicht hat es damit zu tun, wer weiss.

Natuerlich lassen wir es uns nicht nehmen einen Abstecher nach Lobo zu machen. Diese „Geisterstadt“ war vor ein paar Jahren von ein paar verrueckten Deutschen gekauft worden, die die Haeuser nach und nach wieder renoviert haben bzw. wollten. Wir hatten ein paar von Ihnen kennengelernt, als wir das erste Mal in dieser Gegend waren. Heute allerdings scheint alles verlassen und so fahren wir die 10 Meilen Richtung Freeway zurueck.

Dieser fuehrt uns nun immer weiter gen Osten. Meile um Meile arbeiten wir uns vorwaerts. Und da es so langsam Abend wird, fangen wir an zu ueberlegen, wo wir die Nacht verbringen wollen. Einerseits moechte Helmut am Mittwoch nicht zu spaet zuhause sein, andererseits gibt es auf dieser Strecke nur wenig Moeglichkeiten zu uebernachten (die Gegend ist so verlassen, da gibt es nicht mal nen Walmart).

Nach ein bisschen hin und her entscheiden wir uns dafuer, in Fort Stockton auf den Campingplatz zu fahren. Wir waren schon zwei Mal hier und es hat uns immer gefallen. Duschen und Clos sind sauber und es gibt WiFi.


Ja und so kommt es dann, dass wir einen wunderschoenen Sonnenuntergang geniessen koennen. Spaeter noch ein wenig auf dem Schleppi rumhacken und dann ins Bett, denn morgen heisst es frueh aufstehen. Wir haben noch ca. 600 Meilen vor uns!

Ach ja, noch fuer die Statistiker unter uns noch Folgendes: wir haben heute die 3000-Meile-Grenze durchbrochen und bis wir morgen wieder in Livingston sind, werden wir ca. 700 Dollar fuer Benzin ausgegeben haben ....


Die Welt ist gross ...

... sie muss es sein, sie schliesst ja Himmel und Erde ein. (Unbekannt)

Nein, wir sind noch nicht verloren gegangen, aber wir waren nun fast zwei Tage offline – kein Internet, kein Empfang fuer unsere Cellphones (wir haben pre-paids und das AT&T-Netz ist nicht besonders gut abgedeckt).

(Montag, 15. Juni 2009) Ich bin kurz vor sechs Uhr aufgestanden, Helmut ne Stunde spaeter. Nachdem die Hunde einen Spaziergang, alle vier etwas gefruehstueck und wir alles wieder verstaut hatten, schafften wir es kurz nach 8 loszufahren. Einziges Manko: es gab keinen Kaffee, was den Beginn des Tages so ein bisschen Coffeeinlos machte (ich war den ganzen Tag ueber muede deswegen ... wobei Helmut sagt dass ist Einbildung. pfff).

Erstes Ziel heute Morgen ist noch einmal das Carl Hayden Visitor Center am Glen Canyon Dam. An diesem Damm werden Touren durchgefuehrt, bei denen man im Damm drinnen (*grusel*) laeuft. Helmut war ganz scharf darauf und so erklaerte ich mich bereit auf die Hunde aufzupassen, waehrend er da drin ist.
Bevor man rein kommt ins Gebaeude muss man durch eine Sicherheitsschleuse (Metaldetektor – fast wie am Flughafen). Auch hier ist seit 9/11 alles ein bisschen strenger geworden.
Dann endlich drin, an die Information – und die Enttaeuschung. Wegen Reparaturarbeiten wird es heute keine Fuehrungen geben! So ein sch... . Man will uns damit troesten, dass es einen Film gibt,der alles erklaert. Aber das ist natuerliche nicht dasselbe. Dennoch entschliesst Helmi sich dafuer. Und wir sehen es als Hinweis darauf, dass wir nochmal wieder kommen sollen (diese Gegend ist es allemal wert und es gibt noch soooo viel zu sehen).

Ich gehe wieder raus und suche mir – mit den Hunden an der Leine und dem Laptop unterm Arm – einen Platz im Schatten. Die zwei fruen sich und grasen fleissig.
Doch ehe ich so richtig mit dem Schreiben des Blog angefangen habe, ist Helmut auch schon wieder da.

So machen wir uns wieder auf den Weg – schliesslich hatten wir uns ja vorgenommen, dass der Teil des Urlaubs, denn wir nicht in Las Vegas verbringen, ein Road Trip wird. Und wahrlich, die Meilen summieren sich ...

Weiter geht es ostwaerts. Bald schon kommen wir in Nomansland ... Meilen um Meilen nichts! Dies Land hier gehoert zur einer Indian Reservation. Der eine Teil ist Navajo Nation Land, dann ein Teil Hopi Nation, dann wieder Navajo. Beim Anblick dieser eher kargen Gegend, kommen wir Gedanken darueber, wie sehr die Indianer (oder wie man heute sagt American Natives) uebers Ohr gehauen wurden, als ihnen dies ‚angedreht’ wurde. Ich muss an einen Film denken, den ich kuerzlich sah: Burry my Heart at Wounded Knee (Mami hat mir mal das Buch geschenkt, auf deutsch heisst es Begrabt mein Herz in der Biegung des Flusses). Die „armen Wilden“ der Zeit wussten kaum was sie taten.
Leider benutzen viele von Ihnen dies noch heute als Ausrede und in machen Gegenden sieht es traurig und sehr schaebig aus.
Doch viele nutzen auch das was dieses Land hergibt – naemlich die Durchfahrt der Touristen. Mit ihnen ist allemal ein Geschaeft zu machen!

Viele Meilen spaeter kommen wir auf eine Hochebene. Weder rechts noch links gibt es etwas hoeheres und ich komme mir vor wie ‚ On Top of the world’! Doch viel anderes gibt es hier wirklich nicht.

Heute fahren wir den ganzen Tag durch viele Gegenden wo im Umkreis von hundert Meilen vielleicht ein Haus steht ... die Groesse dieses Landes kommt mir wieder in den Sinn. Kaum vorstellbar, selbst fuer jemand der schon so viel gereist ist wie ich!

Ob es nun an diesen ueberwaeltigen Eindruecken liegt oder nicht. Doch als mich kurz der Gedanke streift, dass sich mein Urlaub dem Ende entgegen neigt (nur noch zwei Tage unterwegs), werde ich fast traurig. Ich will nicht wirklich zurueck nach Livingston und in den Alltag ... Gefuehlsmaessig koennte ich einfach weiter so in der Gegend rumfahren ... (*seufz*)

Nun, bald fesselt mich die Landschaft wieder, die nun ihr Bild aendert. Es wird definitiv gruener und es gibt sogar eine Art Wald. Irgendwo muss es hier Wasser geben. Bald verlassen wir diese Hochebene wieder und es geht runter nach Window Rock, die Grenze zwischen Arizona und New Mexico.
In Gallup (ich brauche einen Moment um darauf zu kommen, warum mir der Anme so bekannt vorkommt ... Gallup Court hiess die Strasse in der das Ferienhaus in Las Vegas) fahren wir auf den Freeway, mal wieder ein paar Meilen fressen. Diese „Bergstrassen“ brauchen doch mehr Zeit, durch Geschwindigkeitsbegrenzungen, Kurven und die wenigen Ortschaften

Hier habe ich nun endlich wieder Empfang fuer mein Handy und ich nutze die Gelegenheit um mit Karen (sie, Dwight und Kevin sind auf dem Flug zurueck nach Ohio und gerade am Flughafen in Atlanta beim Umsteigen) und Desi (sie ist noch in Las Vegas und wird mit meinen Eltern und Doris nach Tacoma fahren) zu SMSen.

Ich erfahre ‚es geht allen gut’ – gerade rechtzeitig bevor wir wieder ins Niemandsland abtauchen. Wir haben Albuquerque weitraeumig umfahren und sind nun wieder auf dem Weg nach Sueden.
Nach kurze Ueberlegung wo wir lang fahren, entscheiden wir uns gegen den Freeway und dafuer am naechsten Tag noch einen National Park mitzunehmen.
Wieder einmal fahren wir durch unbewohnte endlose Wueste. Wobei hier ein riesiges Gebiet Militaerisch (Fort Bliss) ist (fuer die, die es nicht wissen, in dieser Gegend liegt das Luft- und Raumfahrttestgelaende, wo viele Raketentest stattfanden).
Mitten in der Wueste, ein Ort und eine Tankstelle. Wir tanken, weil unser Dodge Durst hat (wie wir bemerken nicht mehr so viel, wahrscheinlich sind jetzt die – wie Helmut sagt – Zylinder geputzt ... oder so aehnlich) und ich stelle fest, hier ist ein HotSpot. Schnell Emails runterladen, Blog online stellen und dann geht es auch schon weiter.
In die Nacht hinein, denn es ist inzwischen 20.30 geworden. Eine Stunde spaeter erreichen wir, nach nur kurzer Suche, den Campingplatz. Ausgesucht nach dem Kriterium: Duschen und Internet ;-)

Alle vier sind so kaputt, dass wir ohne Abendessen einfach nur totmuede ins Bett fallen ...

Da dies ein fast fotofreier Tag war, gibt es nur ein Bild ...

Montag, 15. Juni 2009

Sei jedem Abschied voraus! (Rilke)

(Sonntag, 14.06.09) Ich war dem Abschied nicht wirklich voraus, aber ich wusste das er kommt – und zwar heute. So hiess es dann am Morgen packen! Ich wusste gar nicht mehr, wie schnell man so ein Zimmer in Unordnung bringen kann. Ausserdem wundere ich mich doch sehr ueber die Menge der einzupackenden Dinge. Haben wir wirklich soviel mitgebracht?

Und dann ist es auch schon langsam so weit. Alles ist im Auto verstaut. Wir setzen uns noch auf ne Cola auf die Terrasse – wie schnell man sich doch an alles gewoehnt – und dann heisst es Abschied nehmen. Bin traurig, dass wir schon fahren muessen. Ich waere gerne noch geblieben. Die Zeit ist so schnell vergangen und auch wenn nicht alles 100% reibungslos verlief (Helmut meinte, dass manchmal fuer uns doch ungewohnte Kindergeschrei wuerde er nicht so sehr vermissen ;-), so ist war es doch wirklich schoen.


Ich denke dann auch, wir haetten noch soviel unternehmen koennen. Dad hatte sich ja vorher wirklich die Muehe gemacht und ein paar Ziele rausgesucht, die man haette besuchen koennen. Er hatte fleissig recherchiert und so unter anderem eben den Schaufelraddampfer gefunden. Leider reichte die Zeit irgendwie fuer gar nicht viel.
Allerdings fand ich persoenlich es auch toll einfach mit meiner Familie zusammen zu sein, zu kochen und essen, zu quatschen und spielen und einfach sein. Wir sehen uns ja auch immer alle nur „once in a blue moon“ ...

An dieser Stelle noch mal Danke an alle fuer's kommen, fuer die tolle Zeit und vor allem Danke an meine Eltern, die diese wundervolle Idee hatten - und moeglich gemacht haben!!!

Das naechste Mal wird so ein Treffen wohl eher in Good old Germany stattfinden. Fuer uns „Amerikaner“ natuerlich reizvoll, aber ich schaetze bis zur Durchfuehrung wird wohl noch ein bisschen Wasser den Fluss runterfliessen ...

Bei uns stand zunaechst einmal die Suche nach einem Walmart auf dem Programm. Irgendwie war es dann doch hektisch beim Abschied und so hatten wir nicht einmal mehr ein Lunchbrot mitgenommen. Dank Rand McNally mit Walmart-Store-Guide fanden wir heraus, dass es in North Las Vegas einen geben sollte, der nicht allzuweit vom Freeway entfernt sei. Nun, wie das immer so ist, es war weiter als gedacht und es dauerte laenger als geplant ihn zu finden. Aber nach gut 1.5 – 2 Stunden waren war der Cooler wieder voll und wir auf der I-15 Richtung Norden.

Wir dachte uns ein bisschen Gegensaetzliches kann nicht schaden und legten unser neuerworbenes Hoerbuch ein: Mobby Dick. Und wie wir nun durch eher kahle, heisse Wuestenlandschaft fuhren, hoerten wir die Anfaenge der Geschichte, in denen ziemlich viel von Wasser, dem Ozean und Kaelte die Rede ist. Was fuer ein Kontrast.

Da wir bei der ersten Durchfahrt relativ schlechtes Wetter hatten, beschlossen wir noch mal durch den Zion National Park zu fahren. Mehr oder weniger lag er so oder so auf der Strecke. Nocheinmal bestaunten wir die Felsformationen und den speziellen Tunnel durch das Massiv.
Danach bogen wir dann nach Nordosten ab, Richtung Glen Canyon Dam bzw. Lake Powell. Dies ist neben dem Lake Mead (am Hoover Dam) ein weiterer Stausee des Colorado.
Je naeher wir diesem kommen je bizarrer wird die Landschaft. Rote Felsen wechselten sich mit weissen oder schwarzen, steil und abgehackt, dann wieder eher ausgewaschen. Dann eine Hochebene, dann wieder rauf und runter ... Faszinierend!

Und dann sahen wir ihn, liegen, den See. Blau inmitten eines roten Canyon, Lake Powell. Kleiner als Lake Mead, aber viel verwinkelter. Und uns faellt auf, wieviele Leute hier mit Booten rumfahren. Am See selber gibt es natuerlich die Marinas (kleine Haefen/ Bootsanlegestellen) und fuer die Beduerfnisse von Touristen ausgebaute Viewpoints etc.
Dann der Damm. Ein kurzer Stop am Visitor Center nur um festzustellen, das ist schon geschlossen. Da Helmut gerne ein Dam Tour machen wollte, beschliessen wir die Nacht in Page zu verbringen. Erst versuchten wir es am Campingplatz. Aber wir stellten fest, dass die Duschen und Clos hier mit einem Zahlencodeschloss versehen sind (durchaus ueblich), aber wir nirgends den Code dafuer finden konnten. Hm, was tun? Also auf ne Dusche kann man ja verzichten, aber ohne Clo? Und unser bester Dodge verfuegt leider ueber keines!


Auf der Suche nach dem Campingplatz hatten wir schon einen Walmart ausgemacht und so steuerten wie den jetzt als Uebernachtungsplatz an. Wir stellten schnell fest, das wir nicht die einzigen mit dieser Idee ware. Ein ganze Menge Camper standen schon herum, unter anderem ein Deutscher. Also ich meine einer mit deutschem Auto (zumdindest laut Kennzeichen – hinten und vorne – aus RO).

Noch mal kurz in Laden und die Restrooms besuchen, die Hundies fuettern, selbst eine Kleinigkeit essen und vor 10 Uhr war Feierabend und schlafen angesagt.

Sonntag, 14. Juni 2009

There are two ways ...

... of spreading light: to be the candle or the mirror that reflects it. (Edith Wharton)

Ich wache auf von irgendeinem Geraeusch im Haus auf. Wahrscheinlich als Dwight aufsteht. Er ist im Normalfall der erste (wenn ich es nicht bin ;-). Auch Clyde ist davon aufgewacht und gibt nun wiederum keine Ruhe bis ich aufstehe und ihn rauslasse. Natuerlich ist auch Bonny dabei.
Inzwischen hat sich am Morgen schon ein Art Routine eingestellt: die ersten machen schon mal Kaffee und wir sitzen und quatschen.
Nach und nach tauchen dann die anderen auch auf und es ist Zeit fuer’s Fruehstueck. Fuer heute ist ein echt amerikanisches geplant: O-Ton Karen: cholesterol heaven – mit Bacon und Ruehreiern, Sausage und Toast. Lecker! Alle langten reichlich zu – wie immer.

Nach diesem ausgiebigem Essen, sind Doris und Karen zu Walmart, ein paar blieben mit den Kindern im Haus und Helmut, ich, Sanni, Kevin und Desi noch mal zur Mall. Allerdings sind wir diesmal jeder getrennt gegangen. Sanni – on a mission – wollte noch ein paar Sachen fuer Freunde besorgen. Ausserdem sagt sie, sie freut sich auf ... auf ... die klimatisierte Anonymitaet? frage ich? Genau. Okay. Auch ich streife 2 Stunden lang durch die Laeden. Finde zwar ein paar Klamotten, die mir gefallen, aber 150 Dollar fuer ne Jeans ist mir zuviel. Was mir auffaellt ist das Revival der 80er-Jahre-Mode. Ich sehen tuerkis und rot eingefaerbte Roehrenjeans, Poloshirts und Halstuecher – ist interessant, war das doch meine Teenagerzeit!
Kevin und Desi zeigen uns spaeter ihren Einkauf: Pilotsonnenbrillen; auch so’n Ding aus der 80ern.
Helmut hatte beschlossen noch ganz woanders hinzufahren. Er suchte einen Dollarstore und fand einen Buchladen. In jenem erstand er noch ein Hoerbuch fuer die Rueckfahrt (ganz klassisch Mobby Dick) und ein Lesezeichen fuer mich (obiges Zitat steht darauf und es hat fast die Form eines klingonischen Bathles ;-)

Zum Mittagessen gabs Sandwiches mit Tunfischsalat a la Doris. Dazu, ganz amerikanisch, Chips und Dip.

Danach ging dann ein jeder irgendeiner Beschaeftigung nach. Die Kinder schauten Pocahontas (vor ein paar Jahren war dieser Zeichentrickfilm der Renner – vor allem bei kleinen Maedchen), ein paar machten Mittagsschlaf und ein paar von uns sassen auf der Terrasse, klopften Sprueche und diskutierten – was liegt in Las Veges naeher – ueber den Unterschied der englischen Woerter fuer Glueck: Luck, Fortune, Happyness ... (if you’re lucky to be fortune you can be happy und dergleichen) …

Der Abend stand dann im Zeichen der Freemont Street. Als Helmut und ich die letzten Male in Vegas waren, war dies der Teil von Vegas, den wir am liebsten mochen. Irgendwie mehr ‚grounded’ als der Strip. Nicht so modern und glitzernd. Es gibt mehr Souvenirlaeden und da dieser Teil der Strasse eine Fussgaengerzone ist, muss man auch nicht dauern auf den Verkehr achten usw.

Nachdem nochmal eine kurze Diskussion entstand, wie wir es denn nun handhaben sollen (wer wann mit wem geht) einigten wir uns. Die Reynolds mit Layton und wir Walters fuhren im besten Dodge am spaeten Nachmittag los. Erst ein bisschen shoppen, dann beschlossen wir etwas essen zu gehen. Ein ‚all you can eat buffet’ – also einmal bezahlen und dann soviel essen wie man kann. Uah, dass sind die, bei denen man sich grundsaetzlich ueberisst ... aber sehr lecker!
Wieder draussen trafen wir uns mit dem Rest der Familie und schauten uns zusammen die Lightshow an. Ueber der Strasse ist eine Art Dach, das mit ueber 12.5 Millionen synchronisierte LED-Laempchen bestueckt ist. Ganze Filme koennen da laufen. Normalerweise gibt es Musik dazu. Es ist wirklich witzig, wenn dann hunderte von Menschen einfach stehenbleiben und nach oben schauen.
Die Kleinkinder wurden langsam muede und so strebte die erste Runde schon mal Richtung Haus. Wir anderen warteten noch auf die zweite Show. (genug Zeit um noch ein bisschen Geld fuer Souvenirs auszugeben, z.B. ein Sweatshirt fuer mich und einen Teddy fuer Clyde ;-).
Und es hatte sich gelohnt. Die zweite Show war zum Song von Don McLean ‚American Pie’. Die Freemont Street hat als Thema in diesem Sommer „Summer of 69“ und so wurden Bilder von vor 40 Jahren gezeigt. Das Tollste aber war: alle (okay, fast alle) die dort standen und die Lightshow bewunderten sangen mit! Hunderte von Leuten kannten zumindest den Refrain und so klangen all die Stimmen und .... Touchy!

Doch dann zollten auch wir so langsam dem fruehen Aufstehen Zoll und maschierten zum Parkhaus um dann – nach noch einer kleinen Rundfahrt durch das naechtliche Las Vegas – zurueck zum Gallup Court zu fahren, wo das Ferienhaus steht.

Zum Ausklang gab es Popcorn und Chips und Dips und dazu fuer die einen Wein und Bier und die anderen (Helmut und ich) Cola und Wasser ... und bald verschwand jeder in seinem Bett!

Freitag, 12. Juni 2009

Man sollte die Bedeutung ...

... von Nichtigkeiten nicht unterschätzen. Schließlich kann eine einzige fehlende Schraube, das größte Bauwerk zum Einstürzen bringen. (Damaris Wieser)

Der Tag begann fuer mich um 5.30 Uhr. Clydes Schnauze in meinem Ohr und Bonnys aufgeregtes Wedeln mit dem Schwanz (und dabei ein staendiges tock tock tock erzeugend, da dem vollen Schwung der Rute ein Schrank im Weg stand) – ein eindeutiges Zeichen fuer: steh auf ich muss mal! (*seufz*)
Heute war ich die erste und habe daher erstmal Kaffee aufgesetzt. So an die vier Kannen Durchsatz am Morgen sind die Regel.

Damit ich mit dem Blog up to date bleibe, hole ich meinen Schleppi und schreib’ mal schnell ein paar Zeilen. Dann taucht auch schon Dwight auf, der normlerweise der zweite ist und erstmal eine raucht. Kevin, der im Wohnzimmer schlaeft, wo jeder durchlaufen muss, folgt auf den Fuss.
Und dann tauchen nach und nach all die anderen auf. Heute habe alle versucht ein bisschen frueher aufzustehen, da wir einen Ausflug geplant haben und rechtzeitig aus dem Haus wollen. Helmut schafft es gerade noch so an den Fruehstueckstisch, bevor dieser abgeraeumt wurde.
Daddy und Jens sind zum Flughafen, noch ein Auto holen. Da unser Van nur vier Sitzplaetze hat (die hintere Bank musste ja der Matraze weichen) und Dads Mietwagen nur 7 Personen fasst, wir 11 Erwachsene und 3 Kinder sind (letztere muessen laut amerikanischem Gesetz in Kindersitzen sitzen), war das unumgaenglich.

Wir schafften es dann tatsaechlich gegen 11 Uhr loszufahren. Daddy, Mami, Doris, Karen und Dwight, Joleen und Luise in einem Auto, wir anderen (Jens als Fahrer mit Sanni als Co-pilot, Helmut und ich und hinten Desi, Layton und Kevin).
Unser Ziel: Lake Mead und der Hoover Dam. Die Fahrt bis zur Stadt Boulder ist betraegt nur eine halbe Stunde und so waren wir schnell dort. Helmut und mir fiel natuerlich sofort das Lied vom Highwayman ein (ein Vers handelt vom Bau des Hoover Dams ... a place call Boulder on the wild Colorado ...).
Am Ufer des Lake Mead (des Stausees) gibt es einen kleinen State Park (Helmi zueckte sofort unseren kuerzlich erworbenen National Park Pass und wir brauchten keinen Eintritt zahlen) und einen Anlegeplatz fuer Boote. Viele Leute fahren mit Schnell- oder Partybooten auf dem See herum. Ausserdem kann man hier mit einem Schaufelraddampfer fahren. So ein richtiger im Mississippistil ... haette ich jetzt hier nicht erwartet, aber ist wirklich toll (die Dampfer sind frueher den Coloradoriver hoch bzw. runtergefahren - vor dem Damm mit Stausee).
Einziger Daempfer, unsere Weltbesten Loewchen duerfen nicht mit.
Helmi meldete sich freiwillig, ich glaube er freute sich auf die Aussicht ein paar ruhiger Minuten ...

Was ich persoenlich auch klasse fand, dass ein Sprecher (vom Band) erst die Geologie dann die Historie erlaueterte; auch die Geschichte der Indianer die hier bis zum auftauchen der Weissen lebten kam nicht zu kurz. Natuerlich gab es auch Daten und Fakten zum Damm und zur Bruecke. Diese nun alle hier wiederzugeben, wuerde doch den Rahmen meines Blogs sprengen (wenn es interessiert, guckst Du hier).
Diese zwei – der ‚alte’ Damm und die neue Bruecke – kamen in Sicht, als der Dampfer in den Black Canyon einbog. Ein faszinierender Anblick der menschlichen Baukunst. Alleine der Damm ist ja schon ein Meisterwerk, zumal wenn man bedenkt, wann dieser gebaut wurde.
Inzwischen wird nun noch die Bruecke ‚dahinter’ gebaut. Ein gigantisches Bauwerk. Alleine vom Anschauen wird es mir schwindelig!

Auf dem Dampfer war es superwindig und warm und einige von uns mit etwas hellerer Haut (huhu Sanni !) danken da der Erfindung der Sunblock 50 ;-)

Nach dieser aufregenden Dampfschifffahrt mussten wir erstmal was essen. Wir hatten den Picknickplatz schon ausgekundschaftet und das war jetzt unser Ziel. Drei Cooler voll mit Getraenken und Fressalien waren in kuerzester Zeit leer! Also einen guten Appetit haben wir fast alle und ich staune immer wieder, wie schnell die Vorraete schwinden.

So gestaerkt konnten wir uns dann auch dem Unternehmen Hoover Dam widmen. Dies erfordert ein wenig Geduld. Seit 9/11 sind die Sicherheitsvorkehrungen extrem verstaerkt worden. Jedes Fahrzeug muss durch ein Nadeloehr, vorbei an wichtig aussehenden Herren in Uniform. Die Folge dessen ist, das sich auf beiden Seiten des Dammes ein 2 Meilen langer Stau bildet. Na sehr umweltfreundlich ist das glaub’ nicht, denn den Motor ausschalten wuerde hier keiner (wegen Air Condition und so).

Natuerlich mussten wir kurz nach Arizona rueber, dass theoretisch genau in der Mitte des Dammes beginnt. Ein Parkplatz angesteuert und die Meisten haben einen Spaziergang gemacht. Leider durften die Hundies auch hier nicht mit (no Pets on Top of the Dam), so bin diesmal ich geblieben. Aber da Joleen auch gerade eingeschlafen war und Doris nicht mitgegangen ist, wurde die Zeit nicht lange ...

Auf dem Rueckweg noch ein kurzer Halt an einem Aussichtspunkt und dann zurueck nach Vegas.
Am Haus wurde beschlossen, dass wir erstmal alle ein bisschen ‚chillen’. Zum Abendessen soll es Pizza geben und da Helmut und ich die einzigen sind, die keinen Alkohol trinken, wurden wir zu Little Caesars geschickt. Nach einer kleinen Rundfahrt fanden wir den dann auch und kamen bepackt mit 7 Pizzas, Italian Cheese Bread und Pizzabrotstangen zurueck. Als haetten sie seit Tagen nichts zu Essen bekommen, stuerzte sich die Meute darauf und nach kurzer Zeit war fast alles verputzt. Die Left-overs sind dann fuer die Liebhaber kalter Pizza ...

Den Rest des Abends verlief dann alles ein wenig. Jens und die Kids waren im HotTub und anschliessend so muede dass sie bald schliefen. Dwight und Karen schauen fern, Mum und Dad sitzen so rum und Sanni und ich bloggen um die Wette.

Dann noch mal kurz richtige Aufregung: Bonny ist verschwunden. Wir suchen ueberall im Haus. Jede Ecke, jedes Zimmer, keine Bonny. Helmut und Kevin schauen sogar draussen vor dem Haus, obwohl sie theoretisch keine Moeglichkeit hat dort hin zu kommen. Nichts. Nun beteiligen sich alle an der Suche. Ich bitte Desi noch mal in ihrem Zimmer zu schauen (ich wollte da nicht rein, da Karen und Dwight schon schlafen). Sie meint zwar, da haette sie Bonny vorher schon rausgeschmissen, aber sie schaut noch mal. Und siehe da: in Desis Koffer liegt etwas, das da nicht hingehoert und bei genauem Hinschauen entpuppt sich das seltsame Stueck Teppich als unser Schneckle! Puh, was ne Aufregung!

Nach noch ner Schuessel mit Vanilleeis beschloss ich ganz amerikanisch: call it a day – mit anderen Worten ‚Feierabend’!

Trotzdem war es Wieder ein schoener Tag in Vegas

Es ist besser, ...

... einen Hund zu haben als eine Tochter. Ein Hund bewacht das Haus, eine Tochter wird es verlassen. (Aus China)

Ja, ich gebe es zu, Kinder sind anstrengend, selbst wenn es nicht die eigenen sind - oder gerade dann? Also ich fuer meinen Teil bin sie einfach nicht gewoehnt und musste mich daher von Desi, meiner 14-jaehrigen Nichte (und professionelle Babysitterin) belehren lassen: die sind immer so (*stoehn*) ....

Der Tag fing frueh an, mit Hunde rauslassen (heute war nur Dwight schon wach), Kaffee und auf der Terrasse sitzen und quatschen. Als dann so nach und nach alle aus den Betten krochen und wach wurden (schaetze bei vielen ist es genau die Reihenfolge), gabs Fruehstueck.

Anschliessend sind ein paar von uns noch mal zum Lebensmittelladen. 11 Erwachsene und 3 Kinder schaffen es ziemlich schnell den Kuehlschrank zu leeren. Interessanterweise entbrennen keine grossartigen Diskussionen darum, was wir essen und trinken. Okay, der Kuehlschrank ist gross genug, jedem seine ‚kleine Extrawurst’ unterzubringen, aber ich bemerke, dass wir doch alle ziemlich easy zu handhaben sind was die Nahrung angeht – selbst die Kinder!

Und dann war es soweit, das erste Highlight des Tages. The Queen of Lion Dogs hat naemlich Geburtstag (sie ist jetzt im besten Alter von 13 Jahren) und die Kinder liessen es sich nicht nehmen dies gebuehrend zu feiern. Erst wurden Geschenke eingepackt (Leckerle), dann ein Kuchen aus kleinen Kugeldonuts geformt, 13 Kerzen darauf und die natuerlich angezuendet. Wir haben stil gerecht Happy Birthday gesungen, anschliessend die Kerzen ausgeblasen und dann die Donuts gegessen. Der Geburtstagshund bekam natuerlich die Hunde-Cookies, die sie mit Clyde schwesterlich teilte.

Nun waren hauptsaechlich die Kinder schon satt. Wir anderen machten uns ueber die Reste von gestern Abend her. Also selbst aufgewaermt schmecken die Burgers noch!

Doris hatte von jemand gehoert, dass es in der Stadt auch ein „Casino“ fuer Kinder gibt. Natuerlich koennen die kein Geld gewinnen – es aber ausgeben. Im Circus Circus gibt es Spiele (Ball werfen etc. ) wo sie einen Teddy oder so abgreifen koennen. So machten sich dann nach dem Lunch Doris mit Joleen und Layton, Sanni und Jens mit Luise, Karen und Dwight mit Kevin und Desi und meine Mum auf dies zu erforschen. Daddy und Helmut waren als Fahrer abkommandiert (hinbringen, absetzen, irgendwann wieder abohlen).
Ich beschloss es in diesem Falle mit einem Ausspruch meiner aeltesten Schwester zu halten (an dieser Stelle ein Hallo nach Deutschland), die meinte: den Stress kann ich mir in meinem Alter nicht mehr antun ;-))
Aber im Ernst, ich gierte nach einer Stunde in Ruhe lesen, schliesslich haben meine Eltern mir auch noch Lesefutter mitgebracht und auf das eine Buch bin ich schon ganz gespannt (Tadelloeser & Wolff von Walter Kempowski). Bis dann endlich alle aus der Haustuer raus waren, dauerte es eine Weile, aber dann war ich mit den Hunden allein! Ah, was fuer eine himmlische Ruhe! Wie war das noch mit dem Laerm – man hoert in oft erst, wenn er weg ist!

Um nun einen Bericht zu eben jenem Ausflug zu bekommen, verweise ich mal wieder auf Sannis Blog „NichtzuHause“!

Zum Lesen kam ich dann nicht so wirklich, denn Helmut, Daddy und ich sassen und haben uns unterhalten – ohne andauernd unterbrochen zu werden. Das war auch richtig gut!

Doch mit dem Frieden war es dann auch bald wieder vorbei, naemlich als die ganze Bande wieder auftauchte. Leben in Haus und Garten. Luise lief herum und jeder musste auf einem Zettel unterschreiben. Sogar die Hunde wurden auf dem Dokument verewigt ...

Abends kamen wir wieder einmal in den Genuss des Grillmeisters: es gab leckere marinierte Steaks, also echtes BBQ. Dazu natuerlich stilgerecht baked Potatos und baked beans. hmmmmm!

Die Kinder nahmen noch ein Bad im Hot Tub. Ausklingen liessen wir den Abend dann mit einer kleinen Diashow. Das heisst, wir sind natuerlich modern mit Laptop und Beamer, aber das nur am Rande.
In den 80ern hatten wir ein Wohnmobil – das gute alte Hymer namens Cubitus – und mit Doris eine fleissige Fotografin. Vor ein paar Jahren habe ich die Negative mal ‚restauriert’, sortiert und Bilder machen lassen. Diese hat mein Dad eingescannt und so entsstand eine CD mit Erinnerungen an die Urlaube. Es gab, wie man sich vorstellen kann, viel Gelaechter und ‚guck mal da’ und ‚wie siehst denn Du aus’ und fuer die Kinder ‚das ist deine Mami’ (der es dann wahrscheinlich ein bisschen peinlich war) ... Toll!

So langsam lichteten sich die Reihen und gegen 23.00 Uhr waren alle in ihren Zimmern und Betten verschwunden!

Donnerstag, 11. Juni 2009

... um nichts zu tun, ...

... muß man oft sehr viel tun ... (Anke Maggauer-Kirsche)

Ich muss gestehen, hier faellt mir das ‚nichts tun’ relativ leicht. So ein Ferienhaus mit einem Haufen Leute hat doch was Gutes.

Nachdem wir den Tag ruhig angefangen hatten, machten wir genau so weiter. Ein paar von uns beschlossen in die nahegelegene Mall zu fahren um ein bisschen Geld auszugeben – was wir dann auch getan haben.
Trotzdem dies eher eine kleine Mall ist, ist dennoch gross genug, dass (fast) jeder etwas findet wo er/sie Geld ausgeben kann. Laden an Laden - hauptsaechlich Klamotten. Die Schuhlaeden ueben eine magische Anziehungskraft auf Sanni aus. Leider sind die meisten Geschaefte ziemlich teuer, so blieb es bei dem Kauf von ein paar T-Shirts und einer Jeans fuer mich.

Wieder zurueck im Haus hiess es erstmal ‚chill out’. Die Terrasse ist – neben der Kueche – eindeutig der beliebteste Platz. Die Temperaturen bewegen sich so um die 30 Grad und es weht eine leichte Briese. Sehr angenehm.
Die „Grossen“ sitzen und quatschen, waehrend die Kinder dazwischen rumtoben und die Hunde es geniessen einen ‚Garten’ zu haben.
Aber auch der Billardtisch, ist erfreut sich grossen Zuspruchs. Jeder uebt sich mal ...

Sanni, Doris, Karen und Desi sind dann nochmal losgezogen um den Target (Einkaufszentrum) unsicher zu machen und kamen mit Tueten beladen zurueck (wer noch nach einem detalierteren Einkaufsbericht lechzt, zu finden in Sannis Bericht).

Wir anderen haben waehrenddessen einfach nichts getan – ah Urlaub ist was herrliches!

Als dann gegen Abend alle hungrig wurden (gutes Essen gehoert schliesslich zu jedem Urlaub) wurde es in der Kueche richtig geschaeftig. Helmut machte seinen beruehmtberuechtigten Kartoffelsalat (der gute schwaebische) und Dwight als Grillmaster hat das Fleisch gegrillt – es gab Burger. Lecker!

Anschliessend haben sich alle ausgehfein gemacht. Das heisst die Kinder und Desiree nicht, die bereiteten sich auf eine Pyjamaparty vor. Wir anderen bestiegen zwei Taxis, die uns an den Strip bringen mussten. Interessanterweise sind wir – als ortsfremde – diejenigen, die den Fahrern sagen muessen, wo es lang geht. Das Bellagio mit seinen Wasserspielen war das erste Ziel. Sehr faszinierende Fontainen mit Musik und Lichteffekten untermalt. Wenn man bedenkt, dass wir hier mitten in der Wueste sind, mutet diese scheinbare Verschwendung doch seltsam an.

Weiter ging es ins Caesars, Treasure Island und Venetian. Jedes fuer sich ein Erlebnis. Es ist alles ziemlich sauber – das faellt auf – und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Viele aaahhhs und ooohhhs. Natuerlich sind wir auch immer in die Teile, wo die einarmigen Banditen stehen, die Roulett- und BlackJacktische. Jeder probierte mal sein Glueck und wir haben ein paar Dollar verspielt. Aber gewonnen hat keiner etwas ...
Ich persoenlich finde es ja am spannensten den anderen beim Spielen zuzuschauen – vor allem an den Rouletttischen. Das Geld – zwar nur in Form von Chips, aber dennoch sehr sichtbar – fliesst davon, in die Taschen der Casinobesitzer ....

Die grosse Piratenshow am TI fiel dann wegen Wind aus. Helmut und ich kennen das schon: man steht sich 20 Minuten die Beine in Bauch – eingequetscht zwischen hunderten von Menschen – um dann zu erfahren, dass es mehr oder weniger umsonst war („... due to high wind conditions, we are not able to perform the show the Sirens of ... „).
Da es dann schon fast Mitternacht war, beschlossen wir es ist gut fuer heute und wir nahmen ein Taxi nach Hause.

Die Kinder schliefen alle schon und selbst die Hunde lagen friedlich im Wohnzimmer und bewachten deren Schlaf.

Voll mit den Eindruecken, die alleine die Atmosphaere in dieser pulsierenden Stadt verbreitet, fielen wir alle ziemlich muede ins Bett ...

Mittwoch, 10. Juni 2009

Viva Las Vegas!

Wirklich gut geschlafen habe ich nicht. Das lag aber weder am Bett noch allgemein an der Lokalitaet. Ich glaube mir fehlt entweder die koerperliche Arbeit, die mich sonst recht muede macht, oder aber die vielen Eindruecke, die wir unterwegs sammeln, beschaeftigen mein Gehirn zu sehr ... Auf jeden Fall war ich ziemlich frueh wach – die Hunde auch. Zu Livingston haben wir 2 Stunden Zeitunterschied und ich glaube sie leiden ein wenig darunter, also war wecken um 5.30 Uhr.
Nachdem ich die beiden in den Garten gelassen hatte – was auch die zwei geniessen, dass sie einfach so rumlaufen koennen ohne immer an der Leine zu sein – beschloss ich in die Dusche zu gehen, bevor alle anderen auf sind.
Ob es nun daran lag, dass ich sie dabei geweckt habe (die Rohre verlaufen durch die duennisolierten Waende) oder ob auch die anderen einen leichten Jetlag haben, sei dahin gestellt. Als ich aus der Dusche kam roch es schon lecker nach frischem Kaffee – viel Kaffee, spaeter Fruehstueck.

Also dass sind ganz schoen viele Leute hier, aber toll alle mal wiederzusehen und das auf einem Haufen ...

Heute steht erstmal eingewoehnen und shopping auf dem Program. Sounds good to me!!

Wasser verinnt, Steine bleiben.

Wenn ich nach diesem letzten Tag etwas bestaetigen kann, dann ist das eben dieser Ausspruch.

Doch ganz soweit waren wir noch nicht. Zunaechst einmal – nachdem ich den Key von der Rezeption bekommen hatte – sassen wir mal wieder beide am Schleppi. Ich versuchte „schnell“ ein update zu schreiben ...
Helmut entschied sich – nachdem wir ein Feuerzeug gefunden hatte – ein kleines Feuer zu starten und heisses Wasser fuer Kaffee zu kochen. Dies dauerte eine Weile, weil er nur 3 (etwas feuchte) Stoeckchen dafuer zur Verfuegung hatte. Aber letztlich bekamen wir ne Tasse Nescafe und Brot mit Frischkaese und Peanutbutter.
Um 11 mussten wir auschecken und wir schafften es so gerade bis 11.15 Uhr. Wir hatten uns ueberlegt, dass wir wieder den Freeway (I 70) nehmen und nicht den Scenic Byway, der sicher laenger dauern wuerde.
Links von uns noch hohe schneebedeckte Berge, rechts am Strassenrand eine Sorte wunderschoener rotbluehender Blumen (die bei uns schon laengst verwelkt sind).

Als wir merken, dass wir doch noch ziemlich viel Zeit haben und wir auch nicht schon um vier Uhr nachmittags in LV sein muessen, war klar: wir nehmen Bryce Canyon mit. Und wir wurden mit herrlichen Ausblicken belohnt, die zu beschreiben schwierig ist.
Um dorthin zu gelangen faehrt man zunaechst durch den Red Canyon. Trotzdem das Wetter bedeckt war, leuchteten diese fast unnatuerlich rot. Die Auswaschungen, die das Wasser und die Erosion, Sand und Wind hier vollbracht haben, noetigen mir grossen Respekt vor der Natur ab.

Weiter geht es zum Eingang des National Park. Am Eingang beschliessen wir uns fuer 80 Dollar einen Jahrespass zu kaufen; die Rechnung ist, dass dieser sich bei 3 besuchten Parks schon rechnet – das lohnt sich.
Leider ist dass Wetter nicht so toll und immer wieder regnet es. Trotzdem steigen wir an jedem Viewpoint aus und bestaunen ... Steine in faszinierenden Formationen! Unsere weltbesten Loewchen muessen im Auto bleiben, aber da ist es dann wiederrum gut, dass es nicht so warm ist.

Plant grow by the inch not by the foot … dies steht ueberall an den Trails und Touristen halten sich sogar meist dran. Sanni schrieb, dass sie ueberall Deutsche getroffen hat – wir scheinen hier im Urlaubsland der Franzosen zu sein. Helmut hat extra seinen leuchtende ADAC Jacke angezogen und wir hatten erwartet, jeder zweite dreht sich um und staunt. Nix da ... auch gut.

Nach ca. 2 Stunden fahren wir wieder raus und denken, wenn wir schon den Pass haben, nehmen wir den Zion National Park auch gleich mit. Der liegt nur 30 Meilen weiter suedlich und liegt so oder so auf der Strecke.
Und wieder gibt es ‚breathtaking views’. Verwaschene Berge, Schachbrettmuster Berge, rote, braune .... alles.
Und dann kommt der Tunnel! Er ist 1.1 Meile lang, wurde Anfang 19hundert in den dicken (2000 foot) Sandstein gesprengt. An der Suedseite zu arbeiten war besonders anspruchsvoll, da der Canyon hier 800 ft. runterfaellt

Wegen des Regens haben wir ganz amerikanisch die Fotos aus dem Auto raus gemacht. Leider zugunsten der Qualitaet, aber um einen groben Eindruck zu bekommen reicht es alle mal aus.

Voll von all diesen wunderschoenen Eindruecken, geht es jetzt auf die I-15 gen Sueden und natuerlich Las Vegas!

Und nach ca. 2 Stunden Fahrt liegt es uns buchstaeblich zu Fuessen. Als ob jemand einen grossen Eimer mit Lichter ausgegossen und liegen lassen haette. Gelbe und Bunte, blinkende und strahlende. Fantastisch, genau so, wie man sich das von Las Vegas vorstellt.

Helmut hatte schon mal vorgesorgt und fand das Ferienhaus spielend leicht. Das Empfangskomitee bestand aus meiner Schwaegerin Sanni und meiner Nichte Desiree. Ausserdem waren noch meine Schwester Doris wach, mein Vater und meine Mutter, mein Neffe Kevin. Karen und ihre Mann Dwight waren schon im Bett, ebenso saemtliche Kleinkinder: Luise, Joleen und Layton.
Das Haus ist voll und ein ihres Durcheinander von Menschen und Stimmen und mittendrin zwei Loewchen. na das kann ja heiter werden!!

Dienstag, 9. Juni 2009

Miles and more ...

... oder more Miles?

Nachdem zunaechst mal ein riesen Fruehstueck bekommen haben (an dieser Stelle noch mal Danke Ines und Winfried fuer die Gastfreundschaft), noch mit Wurschtsemmeln fuer unterwegs versorgt wurden, den Garden of Gods bei Tag besichtigt hatte, die billige Tankstelle ($ 2.41) ausnutzten, schafften wir es um 10.50 loszufahren.
Erst nochmal nach Norden. Wir biegen dann aber vor Denver nach Westen ab, da wir und den Verkehr in der Grossstadt sparen wollen. Wir biegen ein in die I-70 und hier ist es, das Tor zu den Rocky Mountains. Bei unserer Greyhoundfahrt vor ein paar Jahren sind wir diese Strecke schon einmal gefahren, aber das war am Abend und wir waren schon fast 2 Tage im Bus unterwegs. So sahen wir diesmal alles zwar mit einem gewissen Wiedererkennungsblick, konnten aber doch ziemlich viele frische Eindruecke sammeln.
Dieser Freeway schlaengelt sich quer durch die hohen Berge. Rechts und links sehen Schnee auf den Gipfeln waehrend wir immer weiter nach oben steigen. Den hoechsten Punkt erreichen wir am Eisenhower Tunnel (unterhalb des Loveland Passes). Dieser ist der hoechstgelegenste Autotunnel der Welt (ca. 11.150 Ft hoch, das sind ca. 3.345 Meter – wow!). Zwischendrin schneit es sogar ein paar Flocken. Ein Halt an einer tollen Restarea gibt uns noch mal einen Eindruck der Berge. Wir kommen uns vor wie in den Alpen oder Dolomiten.

Weiter, weiter, Meile um Meile gehts westwaerts. Die Landschaft aendert sich von breiten Taeler zu engen Canyons – es wird nicht langweilig.
Nach ca. 200 Meilen flacht sich das Gebirge nach Westen hin langsam ab – und die Vegetation ist wesentlich weniger gruen. Und dann liegt auch schon Grand Junction vor uns.

Da wir noch ein Stueck Fahrt vor uns haben, wird der beste Dodge getankt, mal wieder ein Fahrerwechsel und dann durch eine eher karge, wuestige Huegellandschaft nach Utah hinein. Die Meilen ziehen sich dahin. Doch dann wird es noch mal richtig spannend, denn wieder aendert die Welt ihr Gesicht.
Wir fuehlen uns belohnt mit den Atemberaubenden Farben, die wir nun zu sehen bekommen; sie variieren von rot ueber gelb, gruen und grau. Die Gesteinsformationen stehen denen im Grand Canyon um nichts nach (ausser dass sie nicht so tief abfallen). Abhaenge und Schluchten, Auswaschungen und mitten in der Landschaft stehende Felsen. Wir denken uns, da braucht man keinen National Park - hier liegt die Schoenheit einfach an der Strasse!
Ich fahre und Helmut versucht dies fotografisch festzuhalten, stellt aber schnell fest: das geht einfach nicht! Nun der schafft es ganz gut ein paar visuelle Anker zu produzieren.

Unser anvisiertes Ziel ist Salina. Hier soll es einen Campingplatz mit WiFi geben. Allerdings als wir dort sind, stellen wir fest, dass es erstens Moskitos gibt, zweitens man einen Code fuer das Internet braucht (argh). Was tun?
Unser Campguide sagt mir, dass es in Richfield (ca. 16 Meilen weiter) einen KOA gibt, der auch ueber WiFi verfuegt. Die paar Meilen schaffen wir locker und finden auch den Camping ziemlich schnell. Ich pruefe die Anmeldeprozedur fuer Spaetankoemmlinge und Helmut versucht derweil ins Netz zu kommen. Doch wir stellen fest, auch hier braucht man einen Schluessel (nochmal argh). Ein kurze Diskussion entbrennt, ob wir dann die 20 Dollar ueberhaupt ausgeben sollen oder uns einen kostenlosen Stellplatz bei Walmart suchen. Mein Argument, dass es dann am Morgen etwas bequemer wird und wir ja dann den Code bekommen koennen um ins Netz zu gehen, scheint nicht so schlecht. So gibt Helmut, der Kluegere, nach und wir bleiben.

Noch kurz den Hundies ne Kleinigkeit zu essen geben und dann schlafen ...

Montag, 8. Juni 2009

Je entfernter dein Reiseziel ...

... desto häufiger die Einladung, doch bald wiederzukommen. (Fritz-J. Schaarschuh)

Ob ich die bekomme ist noch fraglich, da ....


Also ich bin aufgestanden, in die Dusche (ist schon toll so ein richtiges Bad) und habe dann Helmut geweckt. Da ich meinen Kamm im Auto gelassen habe, bin ich ihn holen und habe gleich die Hunde geleert.
Es ist ziemlich kalt draussen – brr- und mir wird wieder mal klar, warum ich im Suedosten von Texas lebe!

Als ich wieder drinnen bin, wundere ich mich noch, dass sich noch so gar nichts ruehrt – wollten wir nicht um 7.30 – 8.00 fruehstuecken? Nun ich nutze die Zeit und nehme meinen Laptop, da ich denke in so nem Appartmentkomplex hat doch sicher jemand WiFi ... und wie ich auf die Uhr an meinem Rechner schaue faellt mir siedendheiss ein: wir haben hier Mountaintime und es ist nicht 7.30, sondern erst 6.30 – oooopppss ... Ich hoffe ich habe nicht alle geweckt - peinlich!

Na gut, dann poste ich noch schnell, wobei ich die Eichhoernchen beobachte, die hier direkt vor der Tuer sitzen und von Ines ausgestreute Sonnenblumenkerne fruehstuecken.

Da der Fotoapparat im Auto liegt und ich zu faul bin jetzt noch mal hin zu gehen, gibt es die Bilder beim naechsten mal.

Die Endlosigkeit der Praerie ...

... verflucht, gehasst, geliebt – hab ich sie!

Clyde weckt mich als er in dem Apartment ueber uns ein Geraeusch hoert. Hae wie geht das? Parken die hier doppelstoeckig?
Nein, wir sind inzwischen in Colorado Springs eingetroffen ...

Doch der Reihe nach. Oklahoma haben wir ja wirklich nur im aeussersten westlichen Zipfel gestreift und so sind wir eh wir’s uns versehen in Colorado. Es hiess auf dem Schild ‚colorful’ doch noch hat sich die flache eher gelbliche Grasslandschaft nicht wirklich veraendert.
Als wir gestern an einem Rastplatz hielten, stand dort etwas von Tornado Shelter – und ich muss zugeben, dass ich mir dass hier wirklich vorstellen kann.

In Lamar, CO aendern wir abermals die Richtung von Norden nach Westen. Hier wird es jetzt auch deutlich gruener, huegeliger und dann kommen sie in Sicht: die Rocky Mountains. Erst nur eine Ahnung in der Ferne, schimmern sie blaeulich am Horizont.
Doch mit jeder Meile Westwaerts werden sie groesser und majestetischer. Ich kann mir vorstellen, wie es den Pionieren ergangen sein muss, als sie diese gigantische Wand vor sich sahen. Da konnte einem die Hoffnung auf ein Erreichen des ‚gelobten’ Westens sicher vergehen ...
Und da ist auch schon der Berg mit Schnee zu sehen. Pikes Peak ist mit 14.000 ungrad Ft der hoechste Berg der Gegend und der Gipfel entsprechend weiss. Ich gebe zu mich froestelt bei dem Anblick!

Von Pueblo geht es auf die 27 wieder nach Norden. Ein kleiner Stau und eine Raststelle spaeter – die wir fuer einen nochmaligen Fahrerwechsel nutzen und ich ausserdem dazu, mich von Shorts und Shirt zu verabschieden: es ist kuehler geworden.

Kurz vor Colorado Springs telefonieren wir noch mal mit Winfried und vereinbaren einen Treffpunkt. Er arbeitet in einen kleinen State Park – Garden of the Gods – und da diese normalerweise immer recht gut ausgeschildert sind, durchaus geeignet als Anlaufstelle. Wir finden auch problemlos dorthin. Schon von weitem sieht man die Felsformationen, die dieser Gegend den Namen gaben. Ein paar Felsen, die spitz und roetlich in die Hoehe ragen. Bestehend aus einem extrem hartem Sandstein blieben sie in mitten der Auslaeufer der Rockies bestehen.

Und da sehen wir auch schon Winfried, da noch im Dienst ist er in Uniform. Natuerlich muessen wir kurz in das Visitor Center, das obligatorische Foto machen und durch den Souvenir Shop strunzen. Da es jedoch schon relativ spaet ist und die Sonne weg, beschliessen wir am Morgen wieder zu kommen.
Jetzt folgen wir Ines erstmal – wie es uns scheint – kreuz und quer durch die Stadt, bis hin zu den Apartmenthaeusern, wo sie wohnen. Inmitten von saftig-gruenem Rasen gelegen, umstanden von Baeumen und anderen Apartmenthaeusern.
Fuer uns mutet hier alles viel weniger amerikanisch an als bei uns in Livingston. Es gibt sogar richtige Buergersteige!
Waehrend Helmut und Dave (Ines und Winfrieds Sohn) sich als Grillmeister betaetigen – wobei hier Helmut seine in Texas erworbenen Kenntnisse unter Beweis stellt, gehen Ines und ich mit den Hundies spazieren. Zu Essen gibt es uebrigens deutsche Bratwurst und Kartoffelsalat – lecker!

Bis wir dann endlich ins Bett kommen ist es schon ziemlich spaet ...

Sonntag, 7. Juni 2009

Amarillo by morning!

Da dies keine 24-h-Walmart ist, war die Nacht ruhig und so wachte ich erst gegen 6.15 auf. Kurz spaeter beschloss ich aufzustehen um die Restrooms aufzusuchen, nur um festzustellen, der Laden macht erst um 7 auf. Argh!
Nun, dann eben erst die Hunde ausleeren und spazieren. Ein angenehmer Morgen mit noch kuehlen Temperaturen.

Wieder zurueck habe ich Helmut geweckt. Und nach einem kurzen WM Einkauf und nem Fruehstueck (auf dem Bild sind die besten Loewchen beim Heldenfruehstueck), sind wir wieder los.

Plan a road trip – heisst es bei Rand McNally auf der Website. Hier kann man die sich Karten runterladen oder Strecken ausrechnen lassen, Tips wie fahren und wie lange es ungefaehr dauert. Ich habe das auch gemacht und einige der Strecken, die wir ‚absolvieren’ wollen, sind schon ganz schoen anspruchsvoll in Laenge und Zeitaufwand.

Auch heute ist die berechnete Strecke ca. 400 – 450 Meilen, Amarillo bis Colorado Springs. Hier wollen wir Ines und Winfried besuchen, die in etwa zur gleichen Zeit wie wir ausgewandert sind. Dies war dann letztlich der Grund warum wir Helmuts Meinung entsprachen, dass wir den Paolo Duro Canyon diesmal nicht anschauen. Er meinte auch, der sei in 2 – 3 Jahren noch da – dann koennen wir ihn anschauen. Also wird er in die Sammlung der noch zu besuchenden Sehenswuerdigkeiten aufgenommen .... there is always a next time!

Sind dann in Richtung Amarillo weiter. Musste an meinen Vater denken. Als Western-Fan kennt er natuerlich all die Cowboys, die hier durch die Landschaft ritten ... Und hier kann man sich das wirklich vorstellen, wie Viehherden ueber die Praerie gefuehrt wurde, Maenner am Lagerfeuer sitzend und rauchige Bohnen essen, starken schwarzen Kaffee trinken um an Ende das gerade verdiente Geld in Saloons wieder auszugeben ...



Nun, heute reiten hier nur noch die Cowboys der Landstrasse!

Kurz nach Amarillo ein Anruf bei Winfried, der dann meinte: oh, vielleicht muessen wir arbeiten .. Klasse. Da haetten wir den Canyon noch anschauen koennen (seufz) – aber jetzt ist es schon rum, Paolo Duro muss warten.

Wir fahren dagegen – immer weiter noerdlich. Hier im noerdlichsten Teil von Texas ist die Landschaft von gelben Gras gepragt. Keine Baeme und nur wenige windschiefe Straeucher. Da dies aber auch nicht wirklich spannend ist, nutze ich die Zeit um ein kurzes update zu schreiben. (Strom kommt aus dem Zigarettenanzuender – ich liebe moderne Technik).

Wir sind jetzt kurz vor der Grenze zu Oklahoma – in Dumas, Texas – und Helmut hat zum Tanken angehalten. Und da meldet mir mein Rechner, wir sind ‚connected’. Ein unerwarteter Hotspot und so werde ich schnell die Post hochladen ... und bereite mich geistig darauf vor, dass es in Colorado kalt und nass werden soll (baeh)!

Fuel 's the journey!

... heisst die Werbung von FINA und davon brauchen wir auch ne Menge. Wobei Helmut meinte, mit 16l Verbrauch halten wir uns noch gut ;-)

(Samstag, 06.06.09) Im letzten Post hatte ich ja schon eine kurze Angabe zur unserer gestrigen Route gemacht. Aber hier noch mal fuer die Statisten unter uns: Livingston auf der 45 gen Norden – Dallas rechts liegen gelassen – ab Fort Worth westwaerts Richtung Abilene – dann Roscoe und von da wieder nach Norden – Lubbock und dann bis Canyon. Gesamt gefahrenen Meilen ca. 670 (ueber 1000 km) - und wir sind immer noch in Texas!

Eine ganz schoen anstrengende Fahrt, aber auch sehr interessant. Bei uns in der Gegend ist die Landschaft ja eher bewaldet. Kommt man wieder nach Norden, wird es erstmal flach. Viel Land- Viehwirtschaft, kleine und grosse Ranches – eben so richtig wie man sich Texas vorstellt.

Nach einer Weile aendert sich die Landschaft dann wieder. In der Gegend von Abilene befindet man sich im so genannte Hill Country – und der Name macht der Gegend alle Ehre. Hoch runter, hoch runter fuehrt der Freeway durch Huegellandschaft. Alles mit niedrigen Baeumen und Bueschen bewachsen und wenig bewohnt. Hier und da mal ein Kuhkaff – im wahrsten Sinne des Wortes – oder ein einsames Haus. Dies ist mal ein ganz anderes Gesicht von Texas.

Allerdings passiert auch nicht wirklich was Spannendes. Doch da, auf einmal sehen wir links auf einem Berg ein riesiges Fort. Was ist das? Wert es anzuschauen? Doch alle Recherchen bleiben erfolglos. Einzig ueber die Stadt Thurber – die diesem Fort einst zu Fuessen lag, erfahre ich aus dem Reisefuehrer: es war eine Kohle-Stadt, die – als der Oelboom anfing – langsam ausstarb und heute von dern 10.000 Einwohnern gerade mal schlappe 8 uebrig geblieben sind.

Nach den rolling Hills kommt man in die Panhandle Plains. Schon beim Fahren stelle ich fest – hier blaest ein ganz schoen kraeftiger Wind. Dies bestaetigt sich bei einer Tankpause und ich denke mir, es ist nicht verwunderlich, wenn in dieser Gegend der groesste Windpark der USA sein soll.
Als wir weiterfahren, sehen wir dann auch schon die ersten Windkraftraeder. Meilen um Meilen erstrecken sie sich ueber die wenigen Huegel, die es hier noch gibt.
Um Roscoe herum ist es dann flach. Auf der Suche nach dem angeblich groessen Windrad der Welt, beschliessen wir durch die Stadt zu fahren. Dies nur um festzustellen, dass hier gar nichts los ist. Es gibt – natuerlich – ein paar Firmen die sich mit Windenergie beschaeftigen (Namen wie Siemens und Eon stechen da ins Auge), aber die Strassen menschenleer, viele verlassene Haeuser und kein Hinweis auf das von uns gesuchte Objekt.
Normalerweise schreiben die Amis ja noch in Orten hinterm Bretterzaun ein grosses Schild, dass hier das Pferd von Buffallo Bill mal hingepinkelt hat – aber hier: Nix!

Wir geben auf und fahren weiter. Es ist schon spaet, aber noch hell und wir beschliessen es doch noch bis Lubbock zu versuchen. Belohnt werden wir mit einer tollen Landschaft und einem atemberaubenden Sonnenuntergang. Auch sehr faszinierend fand ich die riesigen Kornspeicher, die hier wie Mahnmale in den Himmel ragen.

Wenn es nach mir gegangen waere, waere es nun auch gut gewesen. Ich war muede vom Fahren und wenn es dann noch dunkel wird, ist meine Sicht und Konzentration nicht mehr so dolle. Mich lockte der KOA in Lubbock. Doch Helmut – der sich den Tag ueber etwas Schlaf genommen hatte – war wieder munter und meinte, wir koennten noch bisschen weiterfahren und dann irgendwo auf nem Walmart Parkplatz naechtigen. Dank RandMcNally – ein Strassenatlas – erfuhr ich, dass es entweder in Plainview oder dann in Canyon einen WM gibt. Auch studierte ich noch mal das Campbook und den Reisefuehrer, um festzustellen, dass Canyon einen State Park hat. Die Stadt wird auch als ‚Gateway’ fuer Amerikas zweitgroessten Canyon (Paolo Duro) bezeichnet.
So beschlossen wir – um noch ein wenig Zeit zu gewinnen – bis dorthin zu fahren. Der Walmart dort ist gut versteckt, aber nach ein bisschen im Kreis fahren, haben wir ihn gefunden.
Ich war so muede, dass ich nur noch den Hunden was zum Essen gegeben habe, dann meinen Schlafsack ausgerollt und fast augenblicklich eingeschlafen bin.
Helmut liess die Hundies noch mal raus, focht anschliessend einen kleinen Kampf mit Moskitos (die zum Glueck schon sehr traege vom vielen gesaugten Blut waren) und schlief auch bald ein.

Samstag, 6. Juni 2009

Unterwegs nach Westen!

Ich liebe das Texas Department of Transportation - die machen nämlich ganz tolle Rest Areas mit WiFi! so dachte ich, ich nutze dies schnell für ein Update aus ...

Wir sind um 9.10 losgefahren gen Norden. Da wir ein bisschen Meilen fressen müssen, haben wir den Freeway genommen und im Tiefflug Richtung Dallas. Helmuts Rücken macht ihm ein bißchen Probleme und so bin ich ein gutes Stück gefahren. Angehalten haben wir nur für PPs.

Ab Fort Worth hieß es dann '4 im Wagen Westwaerts'. Jetzt sind wir kurz hinter Weatherford. Naechstes angepeiltes Ziel ist der Windpark von Roscoe.

Okay, Helmut ist vom Clo zurück, die Hunde auch ausgeleert und wir wollen weiter. So long!

Die Sehnsucht ist die Krankheit ...

... die das Reisen gesund macht.

Inzwischen haben auch die Hunde gemerkt, dass hier irgendwas vor sich geht und werden langsam unruhiger. Ihre Befuerchtung ist wahrscheinlich am groessten, dass wir sie zurueck lassen koennten (Clyde laesst mich nicht aus den Augen). Aber diesmal duerfen sie ja mit auf grosse Fahrt. Bin mal gespannt wie das wird!

Wir fruehstuecken noch eine Kleinigkeit, packen Koffer und Taschen usw., fuellen den Cooler, laden alles in den Van (zum Glueck haben wir so ein grosses Auto!) und dann heisst es 'hit the road'.


Ich werde mich bemuehen, jeden Tag einen Post zu schreiben, kann aber nicht garantieren ihn immer gleich online zu stellen. Wir sind ja campenderweise unterwegs und gleichwohl viele Campingplaetze inzwischen auch WiFi haben, werden wir doch auch viel auf ‚HotSpots’ angewiesen sein um uns ins Internet einzuloggen. Aber das wird schon ....

Also dann – los geht’s!!

Noch was ganz Wichtiges: HAPPY BIRTHDAY Mum!!!!