Freitag, 12. Juni 2009

Man sollte die Bedeutung ...

... von Nichtigkeiten nicht unterschätzen. Schließlich kann eine einzige fehlende Schraube, das größte Bauwerk zum Einstürzen bringen. (Damaris Wieser)

Der Tag begann fuer mich um 5.30 Uhr. Clydes Schnauze in meinem Ohr und Bonnys aufgeregtes Wedeln mit dem Schwanz (und dabei ein staendiges tock tock tock erzeugend, da dem vollen Schwung der Rute ein Schrank im Weg stand) – ein eindeutiges Zeichen fuer: steh auf ich muss mal! (*seufz*)
Heute war ich die erste und habe daher erstmal Kaffee aufgesetzt. So an die vier Kannen Durchsatz am Morgen sind die Regel.

Damit ich mit dem Blog up to date bleibe, hole ich meinen Schleppi und schreib’ mal schnell ein paar Zeilen. Dann taucht auch schon Dwight auf, der normlerweise der zweite ist und erstmal eine raucht. Kevin, der im Wohnzimmer schlaeft, wo jeder durchlaufen muss, folgt auf den Fuss.
Und dann tauchen nach und nach all die anderen auf. Heute habe alle versucht ein bisschen frueher aufzustehen, da wir einen Ausflug geplant haben und rechtzeitig aus dem Haus wollen. Helmut schafft es gerade noch so an den Fruehstueckstisch, bevor dieser abgeraeumt wurde.
Daddy und Jens sind zum Flughafen, noch ein Auto holen. Da unser Van nur vier Sitzplaetze hat (die hintere Bank musste ja der Matraze weichen) und Dads Mietwagen nur 7 Personen fasst, wir 11 Erwachsene und 3 Kinder sind (letztere muessen laut amerikanischem Gesetz in Kindersitzen sitzen), war das unumgaenglich.

Wir schafften es dann tatsaechlich gegen 11 Uhr loszufahren. Daddy, Mami, Doris, Karen und Dwight, Joleen und Luise in einem Auto, wir anderen (Jens als Fahrer mit Sanni als Co-pilot, Helmut und ich und hinten Desi, Layton und Kevin).
Unser Ziel: Lake Mead und der Hoover Dam. Die Fahrt bis zur Stadt Boulder ist betraegt nur eine halbe Stunde und so waren wir schnell dort. Helmut und mir fiel natuerlich sofort das Lied vom Highwayman ein (ein Vers handelt vom Bau des Hoover Dams ... a place call Boulder on the wild Colorado ...).
Am Ufer des Lake Mead (des Stausees) gibt es einen kleinen State Park (Helmi zueckte sofort unseren kuerzlich erworbenen National Park Pass und wir brauchten keinen Eintritt zahlen) und einen Anlegeplatz fuer Boote. Viele Leute fahren mit Schnell- oder Partybooten auf dem See herum. Ausserdem kann man hier mit einem Schaufelraddampfer fahren. So ein richtiger im Mississippistil ... haette ich jetzt hier nicht erwartet, aber ist wirklich toll (die Dampfer sind frueher den Coloradoriver hoch bzw. runtergefahren - vor dem Damm mit Stausee).
Einziger Daempfer, unsere Weltbesten Loewchen duerfen nicht mit.
Helmi meldete sich freiwillig, ich glaube er freute sich auf die Aussicht ein paar ruhiger Minuten ...

Was ich persoenlich auch klasse fand, dass ein Sprecher (vom Band) erst die Geologie dann die Historie erlaueterte; auch die Geschichte der Indianer die hier bis zum auftauchen der Weissen lebten kam nicht zu kurz. Natuerlich gab es auch Daten und Fakten zum Damm und zur Bruecke. Diese nun alle hier wiederzugeben, wuerde doch den Rahmen meines Blogs sprengen (wenn es interessiert, guckst Du hier).
Diese zwei – der ‚alte’ Damm und die neue Bruecke – kamen in Sicht, als der Dampfer in den Black Canyon einbog. Ein faszinierender Anblick der menschlichen Baukunst. Alleine der Damm ist ja schon ein Meisterwerk, zumal wenn man bedenkt, wann dieser gebaut wurde.
Inzwischen wird nun noch die Bruecke ‚dahinter’ gebaut. Ein gigantisches Bauwerk. Alleine vom Anschauen wird es mir schwindelig!

Auf dem Dampfer war es superwindig und warm und einige von uns mit etwas hellerer Haut (huhu Sanni !) danken da der Erfindung der Sunblock 50 ;-)

Nach dieser aufregenden Dampfschifffahrt mussten wir erstmal was essen. Wir hatten den Picknickplatz schon ausgekundschaftet und das war jetzt unser Ziel. Drei Cooler voll mit Getraenken und Fressalien waren in kuerzester Zeit leer! Also einen guten Appetit haben wir fast alle und ich staune immer wieder, wie schnell die Vorraete schwinden.

So gestaerkt konnten wir uns dann auch dem Unternehmen Hoover Dam widmen. Dies erfordert ein wenig Geduld. Seit 9/11 sind die Sicherheitsvorkehrungen extrem verstaerkt worden. Jedes Fahrzeug muss durch ein Nadeloehr, vorbei an wichtig aussehenden Herren in Uniform. Die Folge dessen ist, das sich auf beiden Seiten des Dammes ein 2 Meilen langer Stau bildet. Na sehr umweltfreundlich ist das glaub’ nicht, denn den Motor ausschalten wuerde hier keiner (wegen Air Condition und so).

Natuerlich mussten wir kurz nach Arizona rueber, dass theoretisch genau in der Mitte des Dammes beginnt. Ein Parkplatz angesteuert und die Meisten haben einen Spaziergang gemacht. Leider durften die Hundies auch hier nicht mit (no Pets on Top of the Dam), so bin diesmal ich geblieben. Aber da Joleen auch gerade eingeschlafen war und Doris nicht mitgegangen ist, wurde die Zeit nicht lange ...

Auf dem Rueckweg noch ein kurzer Halt an einem Aussichtspunkt und dann zurueck nach Vegas.
Am Haus wurde beschlossen, dass wir erstmal alle ein bisschen ‚chillen’. Zum Abendessen soll es Pizza geben und da Helmut und ich die einzigen sind, die keinen Alkohol trinken, wurden wir zu Little Caesars geschickt. Nach einer kleinen Rundfahrt fanden wir den dann auch und kamen bepackt mit 7 Pizzas, Italian Cheese Bread und Pizzabrotstangen zurueck. Als haetten sie seit Tagen nichts zu Essen bekommen, stuerzte sich die Meute darauf und nach kurzer Zeit war fast alles verputzt. Die Left-overs sind dann fuer die Liebhaber kalter Pizza ...

Den Rest des Abends verlief dann alles ein wenig. Jens und die Kids waren im HotTub und anschliessend so muede dass sie bald schliefen. Dwight und Karen schauen fern, Mum und Dad sitzen so rum und Sanni und ich bloggen um die Wette.

Dann noch mal kurz richtige Aufregung: Bonny ist verschwunden. Wir suchen ueberall im Haus. Jede Ecke, jedes Zimmer, keine Bonny. Helmut und Kevin schauen sogar draussen vor dem Haus, obwohl sie theoretisch keine Moeglichkeit hat dort hin zu kommen. Nichts. Nun beteiligen sich alle an der Suche. Ich bitte Desi noch mal in ihrem Zimmer zu schauen (ich wollte da nicht rein, da Karen und Dwight schon schlafen). Sie meint zwar, da haette sie Bonny vorher schon rausgeschmissen, aber sie schaut noch mal. Und siehe da: in Desis Koffer liegt etwas, das da nicht hingehoert und bei genauem Hinschauen entpuppt sich das seltsame Stueck Teppich als unser Schneckle! Puh, was ne Aufregung!

Nach noch ner Schuessel mit Vanilleeis beschloss ich ganz amerikanisch: call it a day – mit anderen Worten ‚Feierabend’!

Trotzdem war es Wieder ein schoener Tag in Vegas

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