Dienstag, 16. Juni 2009

Die Welt ist gross ...

... sie muss es sein, sie schliesst ja Himmel und Erde ein. (Unbekannt)

Nein, wir sind noch nicht verloren gegangen, aber wir waren nun fast zwei Tage offline – kein Internet, kein Empfang fuer unsere Cellphones (wir haben pre-paids und das AT&T-Netz ist nicht besonders gut abgedeckt).

(Montag, 15. Juni 2009) Ich bin kurz vor sechs Uhr aufgestanden, Helmut ne Stunde spaeter. Nachdem die Hunde einen Spaziergang, alle vier etwas gefruehstueck und wir alles wieder verstaut hatten, schafften wir es kurz nach 8 loszufahren. Einziges Manko: es gab keinen Kaffee, was den Beginn des Tages so ein bisschen Coffeeinlos machte (ich war den ganzen Tag ueber muede deswegen ... wobei Helmut sagt dass ist Einbildung. pfff).

Erstes Ziel heute Morgen ist noch einmal das Carl Hayden Visitor Center am Glen Canyon Dam. An diesem Damm werden Touren durchgefuehrt, bei denen man im Damm drinnen (*grusel*) laeuft. Helmut war ganz scharf darauf und so erklaerte ich mich bereit auf die Hunde aufzupassen, waehrend er da drin ist.
Bevor man rein kommt ins Gebaeude muss man durch eine Sicherheitsschleuse (Metaldetektor – fast wie am Flughafen). Auch hier ist seit 9/11 alles ein bisschen strenger geworden.
Dann endlich drin, an die Information – und die Enttaeuschung. Wegen Reparaturarbeiten wird es heute keine Fuehrungen geben! So ein sch... . Man will uns damit troesten, dass es einen Film gibt,der alles erklaert. Aber das ist natuerliche nicht dasselbe. Dennoch entschliesst Helmi sich dafuer. Und wir sehen es als Hinweis darauf, dass wir nochmal wieder kommen sollen (diese Gegend ist es allemal wert und es gibt noch soooo viel zu sehen).

Ich gehe wieder raus und suche mir – mit den Hunden an der Leine und dem Laptop unterm Arm – einen Platz im Schatten. Die zwei fruen sich und grasen fleissig.
Doch ehe ich so richtig mit dem Schreiben des Blog angefangen habe, ist Helmut auch schon wieder da.

So machen wir uns wieder auf den Weg – schliesslich hatten wir uns ja vorgenommen, dass der Teil des Urlaubs, denn wir nicht in Las Vegas verbringen, ein Road Trip wird. Und wahrlich, die Meilen summieren sich ...

Weiter geht es ostwaerts. Bald schon kommen wir in Nomansland ... Meilen um Meilen nichts! Dies Land hier gehoert zur einer Indian Reservation. Der eine Teil ist Navajo Nation Land, dann ein Teil Hopi Nation, dann wieder Navajo. Beim Anblick dieser eher kargen Gegend, kommen wir Gedanken darueber, wie sehr die Indianer (oder wie man heute sagt American Natives) uebers Ohr gehauen wurden, als ihnen dies ‚angedreht’ wurde. Ich muss an einen Film denken, den ich kuerzlich sah: Burry my Heart at Wounded Knee (Mami hat mir mal das Buch geschenkt, auf deutsch heisst es Begrabt mein Herz in der Biegung des Flusses). Die „armen Wilden“ der Zeit wussten kaum was sie taten.
Leider benutzen viele von Ihnen dies noch heute als Ausrede und in machen Gegenden sieht es traurig und sehr schaebig aus.
Doch viele nutzen auch das was dieses Land hergibt – naemlich die Durchfahrt der Touristen. Mit ihnen ist allemal ein Geschaeft zu machen!

Viele Meilen spaeter kommen wir auf eine Hochebene. Weder rechts noch links gibt es etwas hoeheres und ich komme mir vor wie ‚ On Top of the world’! Doch viel anderes gibt es hier wirklich nicht.

Heute fahren wir den ganzen Tag durch viele Gegenden wo im Umkreis von hundert Meilen vielleicht ein Haus steht ... die Groesse dieses Landes kommt mir wieder in den Sinn. Kaum vorstellbar, selbst fuer jemand der schon so viel gereist ist wie ich!

Ob es nun an diesen ueberwaeltigen Eindruecken liegt oder nicht. Doch als mich kurz der Gedanke streift, dass sich mein Urlaub dem Ende entgegen neigt (nur noch zwei Tage unterwegs), werde ich fast traurig. Ich will nicht wirklich zurueck nach Livingston und in den Alltag ... Gefuehlsmaessig koennte ich einfach weiter so in der Gegend rumfahren ... (*seufz*)

Nun, bald fesselt mich die Landschaft wieder, die nun ihr Bild aendert. Es wird definitiv gruener und es gibt sogar eine Art Wald. Irgendwo muss es hier Wasser geben. Bald verlassen wir diese Hochebene wieder und es geht runter nach Window Rock, die Grenze zwischen Arizona und New Mexico.
In Gallup (ich brauche einen Moment um darauf zu kommen, warum mir der Anme so bekannt vorkommt ... Gallup Court hiess die Strasse in der das Ferienhaus in Las Vegas) fahren wir auf den Freeway, mal wieder ein paar Meilen fressen. Diese „Bergstrassen“ brauchen doch mehr Zeit, durch Geschwindigkeitsbegrenzungen, Kurven und die wenigen Ortschaften

Hier habe ich nun endlich wieder Empfang fuer mein Handy und ich nutze die Gelegenheit um mit Karen (sie, Dwight und Kevin sind auf dem Flug zurueck nach Ohio und gerade am Flughafen in Atlanta beim Umsteigen) und Desi (sie ist noch in Las Vegas und wird mit meinen Eltern und Doris nach Tacoma fahren) zu SMSen.

Ich erfahre ‚es geht allen gut’ – gerade rechtzeitig bevor wir wieder ins Niemandsland abtauchen. Wir haben Albuquerque weitraeumig umfahren und sind nun wieder auf dem Weg nach Sueden.
Nach kurze Ueberlegung wo wir lang fahren, entscheiden wir uns gegen den Freeway und dafuer am naechsten Tag noch einen National Park mitzunehmen.
Wieder einmal fahren wir durch unbewohnte endlose Wueste. Wobei hier ein riesiges Gebiet Militaerisch (Fort Bliss) ist (fuer die, die es nicht wissen, in dieser Gegend liegt das Luft- und Raumfahrttestgelaende, wo viele Raketentest stattfanden).
Mitten in der Wueste, ein Ort und eine Tankstelle. Wir tanken, weil unser Dodge Durst hat (wie wir bemerken nicht mehr so viel, wahrscheinlich sind jetzt die – wie Helmut sagt – Zylinder geputzt ... oder so aehnlich) und ich stelle fest, hier ist ein HotSpot. Schnell Emails runterladen, Blog online stellen und dann geht es auch schon weiter.
In die Nacht hinein, denn es ist inzwischen 20.30 geworden. Eine Stunde spaeter erreichen wir, nach nur kurzer Suche, den Campingplatz. Ausgesucht nach dem Kriterium: Duschen und Internet ;-)

Alle vier sind so kaputt, dass wir ohne Abendessen einfach nur totmuede ins Bett fallen ...

Da dies ein fast fotofreier Tag war, gibt es nur ein Bild ...

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