Sonntag, 20. Juni 2010

Epilog

Laß den Anfang mit dem Ende sich in eins zusammenzieh'n. (Johann Wolfgang von Goethe)

10 Tage – 10 Staaten; okay, es stimmt nicht ganz, wir waren 11 Tage unterwegs. Aber am elften sind wir ja zurueck nach Texas so stimmt’s dann irgendwie doch ... ach ja und insgesamt kamen wir auf knappe 3.500 Meilen.

Wieder zuhause am Computer hiess es erstmal all die vielen Mails nachlesen, die ich unterwegs zugelassen hatte, mal schauen was in der Welt so passiert ist (im Urlaub vermeide ich sogar Schlagzeilen), die letzten Blogbeitraege online stellen.

Und natuerlich aufraeumen, Waesche waschen, Rasen maehen (Helmut hat den ganzen Tag ums Haus rumgewerkelt), Gartenteich saeubern, einkaufen etc. Es lenkt ein wenig ab, denn bei mir ist es immer so ein zweigeteiltes Gefuehl aus dem Urlaub zurueck zu kommen. Ja, es tut gut im eigenen Bett zu schlafen und die eigenen Dusche und die gewohnte Umgebung zu haben. Aber ein bisschen Wehmut bleibt auch immer ...

Ich denke oft, fuer mich ist am Reisen das wegfahren wichtig – fuer Helmut das nach Hause kommen.

Zum Glueck kann ich ja immer nochmal nachlesen, wenn mich das Fernweh packt. Oder einfach paar Fotos anschauen. Und wenn jemand von Euch Lust hat ein paar mehr Bilder zu sehen, HIER habe ich angefangen sie einzustellen und werde sie im Laufe der naechsten Zeit sortieren, vervollstaendigen und kommentieren.

Viel Spass beim Stoebern. Und wie heisst es so schoen? Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, denn eine Idee fuer den Roadtrip 2011 gibt es schon ...

An dieser Stelle, Danke an meinen lieben Mann Helmut, der mich erstens mitgenommen hat und zweitens den groessten Teil der Strecke - ziemlich gut - gefahren ist. Ausserdem liest er meinen Blog Korrektur, damit es nicht zu peinlich wird.

Und auch Dank an die, die mitgelesen haben!

Freitag, 18. Juni 2010

Homeward bound.

Jede Reise hat zwei Höhepunkte: den einen, wenn man lebenshungrig und voller Erwartung hinausfährt, den anderen wenn man heimkehrt und sich freut auf daheim. (Heinrich Spörl)

Donnerstag, 17. Juni 2010 / Die Nacht war heiss und im Auto war es stickig. Bin irgendwann mal aufgewacht und musste raus. Dachte oh da ist es schoen kuehl und habe die Fenster aufgemacht. Nun ich war wohl nicht ganz wach, denn ich bemerkte die Moskitos nicht, die herumschwirrten. Helmut schon, denn als ich zurueck zum Auto kam, war er schon wieder auf der Jagd. Aber es hielt sich in Grenzen und irgendwie bekam ich dann auch noch 2 Stunden Schlaf.

6.30 aufgestanden . Vor allem die Hunde leiden unter der stickigen Hitze so beschliesse ich aufzustehen. Draussen ist es – im Gegensatz zu drinnen kuehl und die meisten Moskitos scheinen sich endlich schlafen gelegt zu haben. So ziehe ich mich um, spaziere die Hunde und oeffne die Tueren um Luft ins Auto zu lassen. Helmut nutzt das Kuehle gleich aus und schlaeft noch ne Runde. Als er wach ist fruehstuecken wir eine Kleinigkeit und sind dann tatsaechlich um 10 Uhr schon on the road. Gerade als wir losfahren ueberfahren wie die dreitausendste Meile dieser Fahrt.

Nicht das es in Arkansas nichts zu sehen gibt, dennoch beschliessen wir diesen Staat auf den Freeway zu durchqueren. Bis Little Rock ist es die I-40, dann die I-30. Voll ist es auf der Autobahn. Ein Truck reiht sich hinter dem anderen und die Jungs fahren einen ziemlich heissen Reifen. Aber wir kommen gut durch. Stuttgart lassen wir links bzw. rechts liegen – obwohl es sicher interessant gewesen waere einen Abstecher zu machen - nur so um zu sehen, wie's da aussieht. Vor allem auch weil Ulm nur ca. 10 Meilen davon entfernt liegt. Aber insgesamt waere es doch ein ziemlich Umweg geworden und wir wissen aus Erfahrung, dass die Byways sehr zeitraubend sind.


Wieder fahren wir durch viel Farmland und dies laeuft reicht ereignislos an unseren Fenstern vorbei. In weniger als 5 Stunden haben wir den Staat durchquert und kommen nach Texarkana, die Grenze zu Texas. Und was stellen wir fest? Die haben nicht mal einen roten Teppich ausgelegt ... Na gut, dann eben nicht.


Wir biegen auf die 59 ein, die uns sozusagen fast bis vor die Haustuer bringt. Das Land wird ein wenig flacher. Die Strasse ist hier an den meisten Stellen ziemlich gut ausgebaut und wir stellen fest, in Texas darf man auf den Highways schneller fahren als in den anderen Staaten (70 mph im Gegensatz zu 55 mph). Dennoch zieht sich das letzte Stueck.

In Lufkin machen wir noch einen kleinen Abstecher und besuchen Bekannte (Lews Bruder Peyton und Frau).
Von hier ist es noch ca. 1 Stunde bis in die Kathy Lane. Ein letzter Halt bei Little’ Caesars um ne Pizza fuers Abendessen zu holen und gegen 8 Uhr sind wir zuhause. Die Hunde stuermen gleich durch den Garten und freuen sich ohne Leine rumtoben zu koennen. Wir stellen fest, alles ist noch da und in Ordnung – auch Dank unserer lieben Nachbarn Ines und Winfried, die sich um alles gekuemmert haben! Okay, der Garten ist ein wenig verwildert, aber das kriegt der Helmut morgen schon wieder in Griff (und ich glaube die Schildies findet das richtig gut ;-).

Noch die wichtigsten Sachen aus dem Auto holen, auspacken und vor allem einen schoene warme lange Dusche. Und dann erstmal ankommen ...

Fahre Memphis

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

Mittwoch, 16. Juni 2010 / Da es gestern Abend ziemlich spaet war, schlief auch ich ein bisschen laenger als sonst (also nicht bis 6, sondern 6 15 ;-). Aber irgendwann trieb mich dann nicht das Wachsein, sondern die Blase nach draussen. Also stand ich auf und schlappte zum Laden rueber. Das ist einer der Gruende, warum wir hier uebernachten. Die WMs haben ja meist 24 Stunden offen, immer 2 Waschraeume, einen Sicherheitsdienst und man ist selten der einzige Camper.

Alles Routine, mit Hunde rauslassen und den Schleppi quaelen, waehrend Helmut weiter schlaeft. Wie der das bei dem Geraeuschpegel um uns (fahrende hupende Autos mit lauter Musik) kann, ist mir schleierhaft! Doch gegen 9 Uhr schafft auch er es und wir koennen Fruehstuecken. Helmut will dann noch mal in Laden. Zum Einen die ueblichen Dinge kaufen, die wir taeglich brauchen (Eis, Wasser etc.) und er will auch irgendwas schauen und er braucht ein paar neue Turnschuhe. Okay. Er meint so ne viertel Stunde, 20 Minuten. Okay. Ich laufe waehrend dessen die Hunde um Parkplatz, raeume den Van auf und warte. Letztlich braucht er ueber ne halbe Stunde, aber da die Temperaturen angenehm sind, ist das nicht so dramatisch (sag noch mal einer, wir Frauen brauchen immer ewig zum Schuhe kaufen, pff).

Mein Plan war, mir heute morgen – weil der so guenstig gegenueber liegt – einen Kaffee von MCD zu goennen. Allerdings ist es dann letztlich spaet und mir der Appetit drauf vergangen. So ziehen wir los.

Bis und durch Chattanooga auf dem Freeway. Wir sind hier nahe der Grenze zu Georgia und die Strasse macht sogar noch einen Schlenker in den Staat hinein. Leider bin ich mit dem Fotoapparat nicht schnell genug zur Hand um das Schild richtig zu fotografieren. Umdrehen und anhalten ist nicht, also behaupte ich einfach, dass Foto sollte so werden (... und zeigen: hier war der Scheibenwischer noch dran ...). Wir verlassen die Autobahn und nehmen die 64, die laengst durch das suedliche Tenessee fuehrt. Vorbei an riesigen Maisfeldern, Farmen, durch kleine Orte – eben so richtig Countryside. Es ist schon fast malerisch. Begleiten tut uns akustisch ein Hoerbuch von J. Griesemer „Rausch“ – absolut empfehlenswert (der Titel passt nicht wirklich, denn das Buch handelt im Prinzip von den Maennern, die das erste Transatlantikkabel fuer Telegrafen verlegen wollten).

Immer weiter gen Westen, ist das einzig ‚aufregende’ das wir durch Lawrenceburg kommen, die Geburtsstadt von David Crockett. Das war der, der achtzehnhundertweisskohl im Unabhaengigkeitskriegt Texas gegen Mexico nach Alamo ritt um zu helfen. Er hatte fuer einen Sitz im Kongress (in Tennessee) kandidiert und dabei erklärte, sollte er die Wahl verlieren "You may all go to hell, I will go to Texas!". Wie sich der geneigte Leser denken kann, verlor Crockett die Wahl und ging nach Texas, um wenig später im Alamo zu sterben. Ein Stueck texanische Geschichte und da war es ja klar, dass wir kurz anhielten und mal schnell schauten.

In dem State Park, der auch seinen Namen traegt (wie alles in dieser Stadt), stoppten wir, damit auch die Hunde ne kleine Pinkelpause bekommen und sich die Fuesse vertreten koennen.

Ab hier fuhr ich die naechsten Stunden. Noch mal ne PP (ich habe bei einem Lowes-Laden gehalten, aber irgendwie war das nicht so ne gute Idee, als ich da reinging und die vielen roten Westen sah, erinnerte mich das zu sehr an Arbeit).

Dann Memphis. Wir waren auf einer unser Greyhoundtouren schon mal durch diese Stadt gekommen, die im Prinzip wie jede andere amerikanische Grossstadt ist. Und da wir keine Elvis-Fans sind (wobei es sicher mal witzig waere Graceland anzuschauen) fuhren wie durch, verliessen Tennessee und rollten ueber den Mississippi nach Arkansas ("Arkensaw", wie der Amerikaner es ausspricht) hinein.

Wir hatten uns im Campbook einen State Park ausgeguckt. Wir dachten uns, so sehen wir noch ein bisschen was von Arkansas und campen noch mal zum Abschluss, bevor wir uns dann am Donnerstag auf den Freeway Richtung nach Hause schwingen.

Eine kleine sehr countrysidemaessige Strasse fuehrte zu dem Park. Wir erwarteten nichts grosses und waren dann um so mehr ueberrascht, als wir den Village Creek State Park sahen. Ein ziemlich grosses Gelaende. 3 verschiedene Campsites, einer davon speziell fuer Leute mit Pferden. Da gibt es sozusagen fuer jeden Stellplatz einen offenen Stall, ausserdem natuerlich Reitwege. Auch hatten die Cabins zu vermieten, einen kleinen See etc. Das einzige was uns wunderte war, dass der ganze Park so gut wie leer war. Ich meine, immerhin sind Ferien.

Nachdem wir ne Runde gedreht hatten, fanden wir ein Plaetzchen. Rings herum niemand. Wir tobten ein bisschen mit den Hunden und beschlossen dann das Vordach aufzubauen. Gesagt, getan. Ein schoener Abschluss eines ruhigen Tages liegt vor uns. Wir ueberlegen sogar ein Feuerchen zu machen.

Als Helmut dann in den Van klettert, weil er was holen will, haelt er ploetzlich wie vom Schlag getroffen still. Es summt im Auto. Dieser hohe Ton, der einen Nachts in den Wahnsinn treiben kann, wenn einem ein Moskito um den Kopf schwirrt. Ich lausche auch. Hier nun hoert es sich nicht nach einer einzelnen verirrten Muecke an, sondern nach einem ganzen Schwarm. Und der ist IM Dodge. Oje. Das kann ja was werden, wenn wir hier die ganze Nacht gegen die Moskitos kaempfen muessen. Und wir haben nicht die geringste Chance, sie irgendwie zu verjagen. Sie sind ueberall. Wir sind nicht gewillt, dies auf uns zu nehmen und so hilft nur eines: Flucht!

In Windeseile haben wir das Vordach wieder abgebaut und sind on the road. Helmut faehrt, ich jage Vampiere. Wir hatten schon vorm Verlassen des Freeways gesehen (Werbetafeln), dass an der naechsten Ausfahrt Motels sind und da fuhren wir nun hin. Motel 6 gabs nicht, aber ein paar andere. Ich bin rein und habe gefragt, wie die Preise sind. Alle um die 50 $ und je 5 $ pro Hund. Nun, mir persoenlich waere das ne ruhige Nacht wert. Aber Helmut ist anderer Meinung und so fahren wir die Strasse weiter, bis der WM auftaucht. Hier stehen schon mehre Wohnmobile und wir reihen uns ein in die Billiguebernachter. Allerdings stellen wir ziemlich schnell fest, dass es auch hier Moskitos gibt. Also heisst es Tueren und Fenster fest verschlossen halten. Wir jagen noch eine ganze Weile nach den Biestern, bis wir glauben zumindest 80 % erschlagen zu haben. Die Fenster sind ein einziger Friedhof. Well die mussten eh geputzt werden. Zum Glueck haben wir noch unseren kleinen Ventilator, der ein wenig Luftzug bringt. Ansonsten schwitzen wir in der drueckenden Hitze. Ich bin inzwischen allerdings so fertig, dass ich sogar einschlafe, irgendwann ...

Donnerstag, 17. Juni 2010

Mountain Blues

Stets findet Ueberraschung statt, wo man sie nicht erwartet hat. (Wilhelm Bush)

Dienstag, 15. Juni 2010, dies war die bisher ruhigste Nacht, die wir hatten. Keine Strasse in der Naehe oder andere Dinge, die irgendwelchen Laerm gemacht haetten. Als ich am Morgen um kurz nach 6 Uhr meine erste Runde zum Badehaus gehe, sehe ich in der Ferne die Great Smoky Mountains im Morgendlichen Dunst. Da kann man verstehen, woher die ihren Namen haben. Ich dachte mir, ich gehe schnell die Hunde ausleeren und mache dann ein Foto. Leider fiel dann innerhalb von 2 Minuten der Nebel ins Tal und als der sich lichtete, waren die Berge weg ... Okay, nicht weg, aber nicht mehr zu sehen. Schade.

Nun dann eben nicht, denke ich; und dann habe ich sie doch noch ein bisschen erwischt. So konnte ich mir beruhigt den Schleppi nehmen und bisschen schreibseln. Da wir es ja nun wirklich nicht eilig haben, es kuehl ist (ich hatte mir sogar meine Sweat-Jacke uebergezogen), keine stoerenden Geraeusche, nichts .. schlief Helmut bis in die Puppen. Nun nicht ganz, denn gegen 9.30 fing ich einfach an ein bisschen mehr rumzurumoren – ein dezentes Zeichen, nun koenne er langsam wach werden. Das tat er dann auch.

Ich beschloss erstmal nochmal das Badehaus aufzusuchen. Gestern abend war ich fuer ein Dusche schlichtweg zu faul und das wollte ich jetzt nachholen. Also wenn man jemand nach Cherokee, NC kommt, empfehle ich diesen Camping waermstens. Die Restrooms sind zwar nicht nagelneu und modern, aber sauber, sehr sauber. Man sieht eindeutig, das hier Frauen den Laden schmeissen. Wirklich. Details wie Badezimmermatten vor den Duschen / Waschbecken, ueberall kleine Abfalleimer, Handseife, ein paar Blumen usw. Mir zeigt dies, das es wirklich nur darauf ankommt, es in Ordnung zu halten. Und in sauberen Waschraeumen wie diesen, neigen sogar Maenner dazu, nach sich das Waschbecken auszuwischen (sagt Helmut).
Ein wundervoller Morgen und so stand zunaechst einmal ein gemuetliches Fruehstueck an. Und wieder kam die Ueberlegung vielleicht hier noch nen Tag verbummeln? Wieder mal die Karten konsultieren, rechnen wie lange wir wo hin brauchen usw. Entscheidend war dann letztlich, dass das Wetter umschlug, zumindest ein Stueck weit. Schon den ganzen Morgen hatten wir gesehen, wie sich ueber den Bergen die Wolken auftuermen. Nun hoerten wir auch das Grollen des Donners und ein Blick auf die Wettersseite im Internet zeigte uns, dass es Regen geben sollte. So packten wir unseren Krempel zusammen. Faszinierend finde ich ja, schaut man morgens ins Auto, sieht es voellig verruempelt aus, doch fange ich an zu raeumen, ist in 5 Minuten das Chaos beseitigt ...
Der Ort Cherokee, durch den wir gestern schon gefahren sind, ist inmitten eines Indianerreservats. Und man mag davon halten was man will, aber die Leute hier, schlagen daraus ihr Kapital. Souvenierlaeden mit Indianerpuppen, aufgebaute kleine Buehnen wo Indianer in ihrer traditionellen Kleidung Taenze auffuehren, es gibt ein Theater mit Show, ein Welcome Center, in dem man einen Cherokee Nation Passport erhaelt und natuerlich etliche Arts & Crafts Laeden die handgefertigte Toepfe, Figure etc. verkaufen. Erstaunlich finde ich die Schriftzeichen der Cherokee (erinnern ein bisschen an russisch, oder?). Nicht etwa dass wir nun jeden Touristenkram mitmachen, aber das interessierte uns doch und so drehten wir ne Runde durch die Stadt. Ein paar Souveniers und hauptsaechlich bisschen gucken. Interessant fand ich noch, dass die Indianer hier ueberall Schildkroeten abgebildet, geschnitz oder sonst irgendwie dargestellt haben.

Zum Abschluss noch der taegliche Abstecher zum Lebensmittelgeschaeft. Hier fing es dann auch prompt an zu regnen, was ein Stueck weit anhielt.
Dann hiess es mal wieder hit the road. Wir hatten uns ueberlegt, aussen um den Park herum zu fahren (Helmut hatte auf der Karte einen Staudamm entdeckt) und dann spaeter erst zu entscheiden, welche Route wir dann weiter nehmen wollten. Ich studierte die Karte. Okay, erst die 19 und dann die 74 East bis zur Abzweigung 28. Dann da weiter. Gesagt getan. Wir fuhren und fuhren, aber irgendwas stimmte da nicht. Was macht dieser Ort hier? Anhalten, nochmal die Karte anschauen, nein, es stimmt 74 East. Aber warum ist der Fluss hier direkt an der Strasse? Das ist auf der Karte gar nicht eingezeichnet. Nun, die stimmen ja auch nicht immer wie wir aus Erfahrung wissen. Wo ist unsere Abzweigung? Noch mal anhalten, nee stimmt, 74 East. Moment! East? Osten? Warum fahren wir eigentlich nach Osten? Wir muessen nach Westen! Ahrgh! Nun waren wir ueber die Haelfte des Urlaubs immer gen Osten gefahren und irgendwie war das wohl noch in den Koepfen ... Wir mussten erstmal ziemlich lachen. Dies verging uns dann allerdings, als wir versuchten umzudrehen, da wir ja in die andere Richtung wollten. Beim ersten Mal von der Schnellstrasse fahren gabs keine Auffahrt auf der anderen Seite. Beim zweiten Mal war die Abfahrt ne Sackgasse. Wir fragten uns ernsthaft: was will uns das sagen? Doch dann beim dritten Mal klappte es und nun fuhren wir westwaerts ...


Eine wirklich schoene Strasse an der Suedseite der Great Smoky Mountains entlang bis zum Fontana Dam. Der war von dem her interessant, weil er – mehr oder weniger – gerade gebaut war. 1942 – 45 gebaut, ein Monstrum aus Beton und Stahl. Heute wuerde man sowas nicht mehr bauen ...

Von hier gings weiter – nach Westen – die 129 nehmend. In dem Shop am Damm hatte ich schon etliche Souvenirs gesehen, die ziemlich auf Biker getrimmt waren unter anderem eben mit der Strassennummer. Und wir sahen auch immer mehr von Ihnen. An der Kreuzung wo die Strasse anfaengt, ein grosses Motel / Resort – fuer Biker und Mopeds ueberall. Dann auch ein Schild „The Tail of the Dragon“, so wird dieser Strassenabschnitt genannt und scheint eine beliebte Strecke fuer Motoraeder zu sein. Warum das wurde uns bald klar: Kurven. Viele Kurven. Sehr viele Kurven. Die Strasse besteht nur aus Kurven! Rechts, links, 180 Grad, rechts, links ... 14 Meilen lang! Insgesamt sind es 318 Kurven auf 11 Meilen ... Was zuerst ja noch irgendwie ganz witzig war, wurde ziemlich schnell zur Herausforderung. Okay, Helmut hatte seinen Spass beim fahren, aber Clyde und ich wechselten irgendwann die Gesichtsfarbe in Richtung gruen! Aber unsere tapferen Loewchen sind ja nicht so schnell klein zu kriegen. Und dann sahen wir ein Schild, das uns etwas stutzig machte: Road closed in 1 Mile.
 Hae? Strasse gesperrt? Was heisst das nun wieder.

Nun, nach 1 Meilen stellten wir es fest: es heisst die Strasse ist gesperrt! Oje muessen wir jetzt das ganze Stueck Kurven zurueck fahren? Helmut ging mal den Typ fragen, der da rumstand und der erklaerte ihm es hatte einen Felsrutsch gegeben und heute wuerde das wohl nix mehr (verstaendlich, es war inzwischen auch schon fuenf Uhr nachmittags). Es hilft nichts, umdrehen. Well, das hatten wir heute ja schon ein paar mal geuebt und so drehten wir halt um und fuhren die ganzen – gefuehlsmaessig ungefaer 500 – Kurven zurueck. Also wir haben hier die Kurven fuer saemtliche geraden Strassen der Reise wett gemacht! Selbst Helmut, der erst noch solchen Spass daran hatte hier zu fahren, war an einem Punkt wo es eben diesen nicht mehr unbedingt machte.

Am anderen Ende angekommen schauten wir uns nochmal um und tatsaechlich, da hing ein einziges mickeriges Schild, das ueber die Strassensperrung informierte. Klasse!
Es ist was es ist. Mal wieder die erdachte Route ueber den Haufen werfen und nen neuen Plan machen. Eines war sicher, wir hatten genug von den Great Smoky Mountain und Bergen und so. Weg, nur weg. In Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit ueberlegten wir, dass es sich kaum noch lohnt auf einen Camping zu gehen. Und alle in dieser Umgebung sind so oder so eher einfach (ohne Duschen usw.), so koennten wir genauso gut auf einen WM-Parkplatz. Ich sucht den naechsten, der in Cleveland Tennessee ist. Also gut, erste auf der 129 nach Sueden, dann die 74 nach Westen.

Helmut fiel noch ein, dass er ja noch einen Stein fuer seinen Steingarten am Pond braeuchte (er bringt von den Fahrten immer welche mit). So suchten wir noch ein passende Stelle zum Halten. Ich wollte noch ein Foto machen, von dem „Efeu“ das hier ueberall waechst. Auf dem Boden, den Baeumen, den Strommasten. Es entstehen seltsame Gebilde, aber es ist auch sehr erschreckend. wie in einem Horrorfilm, wo alles ueberwuchert wird ...

Wir fuhren in die Dunkelheit hinein, so sahen wir von dem malerischen Tal durch das wir kamen nur noch sehr wenig. Vielleicht auch ganz gut so, denn auch ich war irgendwie mit Bergen und Taelern und so bedient.

Als Cleveland dann schon fast in Sichtweite war, musste Helmut mal wieder sein „ich finde ein billigere Tankstelle“-Spiel spielen. Mich begeistert das ja nicht sehr und ganz ehrlich um die Uhrzeit (22 Uhr) brauche ich keine Nervenkitzel mehr ob wir es zu Tankstelle schaffen oder nicht – ganz davon abgesehen, dass wir fuer heute genug Abenteuer gehabt hatten. Well wir fanden rechtzeitig eine Tanke. Helmut ging noch rein und fragte die Dame nach dem naechstgelegenen Walmart. Hier ein Anmerkung, ich finde es macht Sinn, wenn er fragt, wenn er faehrt. Weil wenn die mir das erklaert und ich dann ihm usw., sind Fehler vorprogrammiert. Und ausserdem frage ich nicht gerne ;-)

Noch eine kleine Rundfahrt durch die naechtliche Stadt und gegen halb elf stellten wir das Auto hin und den Motor ab. Noch schnell die Hunde Gassie fuehren und dann – ohne Abendessen – ins Bett. What a Day!

Dienstag, 15. Juni 2010

Monday, monday ...

Der Montag ist die widerlichste Art, sich 1/7 seines Lebens zu versauen. (Willy Meurer)

Montag, 14. Juni 2010 / Wie immer wache ich um 6 Uhr auf und beschloss dann auch aufzustehen. Ein wunderschoener Morgen. Es ist allerdings relativ kuehl doch der Himmel ist mehr oder weniger klar und die ersten Sonnestrahlen bahnen sich ihren Weg durch die Baeume.

Es ist noch ziemlich friedlich um diese Zeit. Man bekommt oft den Eindruck, dass die Amerikaner einfach nicht gerne draussen sind. Okay, da ist Wetter ... Aber mir faellt immer wieder auf, dass die Leute eher in ihren grossen RVs sitzen (die ja auch alle Fernsehen usw. haben) anstatt draussen davor. Manchmal kommen einem Zweifel ob ueberhaupt jemand ‚zuhause’ ist ...

Doch andererseits kann ich so auch die Ruhe geniessen. Ein vereinzelter Hundespaziergaenger in der Ferne, ein Squirrel und ein Bluebird suchen sich ihr Fruehstueck. Es zwitschert ueberall um mich herum. Die Hundies freuen sich, als ich sie fuer eine Runde Spaziergang hole. Allerdings ist es noch so nass, dass ich sie anschliessend wieder ins Auto setze. Ich hoffe die Sonne kommt bald ueber die Baeume damit alles ein wenig trrocknen kann.

Die Nacht war gut. Ziemlich ruhig und kuehl (ich habe sogar zeitweise meinen Schlafsack zum zudecken gebraucht). Allerdings ist alles ‚klamm’ ...

Helmut hat erstmal ausgeschlafen, waehrend ich an meinem Blog schreiben. Hier gibt’s zwar kein Internet, aber dann ist der Text fertig. Wir lassen es ruhig angehen an diesem Morgen. Fruehstuecken in aller Ruhe und ueberlegen sogar, ob wir nicht einfach einen Tag laenger bleiben sollen. Doch nach konsultieren der Strassenkarte und ein paar Berechnungen verwerfen wir den Gedanken. Es wuerde dann wohl am Schluss zu hektisch werden. Ich meine, wenn es nach mir geht, brauchen wir nicht vor Freitagnachmittag in Livingston sein, doch Helmut wuede gerne frueher da sein und so packen wir unsere Siebensachen und gegen 11.30 fahren wir los. Wir drehen noch ne Runde durch den Park, der wirklich sehr huebsch ist. Schoen angelegt mit Picknickplaetzen und Wiesen. Wir stellen fest, irgendwie sieht es hier aus wie in Deutschland und er Platz koennte irgendwo hinter Owen den Berg hoch sein.

Wir fahren weiter gen Westen in Richtung der Blue Ridge Mountains. Die Landschaft wird so langsam eindeutig huegeliger. So wie wir die Meilen fahren, so verbraucht unser bester Dodge Benzin. Also heisst es mal wieder tanken, heute fuer 2.53 $.

Zwischendrin habenwir mal fuer eine Weile Regen, aber der hoert zum Glueck auch wieder auf. In Ashville, das ist die letzte groessere Stadt vor dem National Park, wollen wir noch mal einkaufen gehen. Was sich als gar nicht so einfach rausstellt. Wir koennen uns nicht wirklich einigen, wo wir halten sollen und wenn man sich so gar nicht auskennt, wo soll man suchen. Auch liegt diese Stadt mitten in bergigem Gelaende so dass ein Ueberblick fast unmoeglich ist. Nach einer kleinen Rundfahrt finden wir dann einen Bi-Lo. Und es stellt sich heraus es ist ein ganz guter Laden, der sogar sehr saubere Toiletten hat.

Helmut, der draussen gewartet hat, hatte versucht ein Signal / HotSpot zu finden, aber so richtig klappen wollte es nicht. Wir sind noch ne Runde durch ein Wohngebiet gefahren, haben auch ganz viele ‚WiFi’s gefunden, aber alle waren geschuetzte Netzwerke und so gaben wir es auf.

Wir hatten uns ueberlegt, dass wir auf der I-40 um den Park fahren an den Nordeingang (der liegt bei Gatlinburg in Tennessee) und dann durch und dann um den westlichen Teil drum rum ... irgendwie halt. Liegt es daran, dass heute Montag ist oder was? Wir kriegen den Dreh nicht und waren heute nicht wirklich sehr entschlussfreudig und haben so den Plan immer wieder geaendert. Auch waren wir uns noch nicht wirklich einig, wo wir uebernachten sollten. Die Auswahl bestand aus Primitivcamping im Park – ohne alles – oder ein Platz ausserhalb, der dann wohl Duschen und Internet bietet, aber im Normalfall wesentlich teurer ist.

Nach etwas hin und her beschlossen wir dann erstmal in den Park zu fahren und zu schauen, was es da zu schauen gibt. Also ob es sich lohnt hier viel Zeit zu verbringen oder auch nicht. Es war inzwischen schon nach 5 Uhr aber noch ziemlich viel los. Es gibt eine ‚Hauptstrasse’ die einmal quer durch den Park fuehrt. Fuer jemanden wie Helmut sowieso, aber auch fuer mich, sah die Landschaft hier nicht ueberraschend aus. Mich erinnerte es sehr an die Vogesen. Der Wald ist hauptsaechlich ein Laubwald mit wenigen Nadelbaeumen (wovon die meisten leider tot sind – sauerer Regen?), wenig Unterholz, ein wilder Bach und eben Berge. Es ist wirklich schoen und wir hatten Glueck mit dem Wetter. Doch die Tatsache, dass wir im Leben schon so manchen Wald gesehen und bewandert hatten, trug wohl dazu bei, dass es uns nicht unbeding trieb noch mehr Zeit im Park zu verbringen. Die Wanderwege sind sicher toll, aber da duerfen die Hunde nicht mit.


Letztlich entschied ich dass ich eine Dusche und Internet will und suchte uns einen Campingplatz an der Suedseite der Great Smoky Mountains in einem Cherokee Reservat. Und was soll ich sagen, 25 Dollar die Nacht fuer einen super Platz, die saubersten Waschraeume seit wir unterwegs sind und free WiFi. Was will man mehr?
Die abendliche Routine bestand – wie immer – aus Hunde fuettern, ein Spaziergang und Abendessen; wir verputzten heute eine Dose Spam mit trocken Brot. Zitat Helmut: Also jeder Andere wuerde da sagen: Das nennt ihr Urlaub? Ich nenne das Ueberlegenstraining!

Als es dann vollends dunkel war bin ich ins Bett, da ich - gesundheitlich etwas angeschlagen - recht muede war. Helmut hat noch ein bisschen am Schleppi gesessen ...
Die Ironie der Entscheidung: Schwer ist es, den Augenblick zu finden, wann man sich genug wissen angeeignet hat, um eine Entscheidung zu treffen. (Stefan Radulian)

Montag, 14. Juni 2010

Last Chance


Sonntag, 13. Juni 2010


Auch der mächtigste Fels in der Brandung wird zu Sand zermahlen. Doch je kleiner das Sandkorn, desto größer ist seine Chance mit einer Düne zu wandern. (Pascal Lachenmeier)

Bin um die uebliche Zeit aufgewacht und raus. Es ist angenehme kuehl, so ganz ungewohnt im Gegensatz zu den letzen Tagen. Entsprechend war auch die Nacht nicht so schwitzig und – trotz Befuerchtung, durch den nahen Teich - keine Moskitos (Helmut meinte, dass die Nachts rumgefahren sind und gesprueht haben).

Ich beschliesse mir erstmal die Zaehne putzen zu gehen. Dieser WM ist echt klasse weil so neu. Man will wirklich die Waende anfassen, ob die Farbe schon trocken ist.

Dann wie jeden Morgen, erstmal Hund ausleeren. Und waehrend Helmut noch ne Runde schlaeft, hacke ich bisschen auf dem Rechner rum. Wer weiss wo wir nen HotSpot finden, dann waere es gut, wenn der Blog schon geschrieben ist ...

Wir dachten ja, wir kaemen hier ein wenig frueher weg, als ueblich, aber da es – wie erwaehnt – relativ kuehl war, schlief Helmut wie ein Baby – allerdings wesentlich laenger ;-) Doch irgendwann stand auch er auf und nachdem wir noch die Einkaeufe erledigt hatten und gefruehstueckt, sind wir gegen viertel vor zehn auch losgekommen. Noch schnell tanken, da hier der Sprit billig ist, 2.39 $ pro Gallone (spaeter sahen wir Tankstellen mit Preisen bis zu 2.69!).

Wir sparten uns einen weiteren Besuch in Myrtle Beach aus und fuhren gleich auf der 17 weiter nach Norden. Hier liegt ein Touriort neben dem anderen, aber zumindest gibt es was zu sehen (im Gegensatz zu gestern, wo entlang der Strasse mehr oder weniger nur Baeume waren). Ueberall gibt es Laeden die alles verkaufen, was man am Strand so braucht ... oder auch nicht. Natuerlich allenthalben Grocerystores (Lebensmittel), Tankstellen, Restaurants - wer haette es gedacht, hauptsaechlich Seafood, natuerlich auch Bars und Tattooshops. Eben alles um den Bedarf des normalen Touristen abzudecken.

... der Gosh von Ocean Isle Beach ...

Ein paar Meilen noerdlich von North Myrtle Beach passieren wir die Grenze nach North Carolina und wir biegen von der Hauptstrasse in Richtung Meer ab. Wir hoffen hier vielleicht doch noch ein Plaetzchen zu finden, wo wir an den Strand koennen. Ausser dem kommt Helmut ploetzlich noch auf die Idee, wir koennten versuchen, irgendwo ein paar Krabben zu kaufen. So schon fertig z.B. gebacken zum einfach nebenher essen. Hm. Hoert sich ja gut an, aber jetzt, drum wir auf die Idee kommen, sehen wir keine Restaurants mehr. Einen Laden steuern wir an, der hat aber die Shrimps nur ‚gesteamed’ und man muesste sie selber abpuhlen. Mir macht das nichts, aber Helmut ist das nun nicht so sympathisch. Also keine Krabben.

Wir stellen schnell fest, die Orte hier, wie Ocean Isle Beach, sind nicht so modaen und sehen weniger ueberlaufen aus. Eher ruhig, aber natuerlich trotzdem voll mit Ferienhaeusern und Appartments. Der Strandzugang wird den Hunden auch hier verwehrt – allerdings nur zwischen 9 am und 6 pm und nur dies gilt auch nur in der Hauptsaison. Na, immerhin. Wir denken ernsthaft darueber nach, den Tag hier in der Gegend zu verbummeln und am Abend wieder zu kommen. Doch nach dem Studieren der Karten und dem abwaegen der Optionen, beschliessen wir weiterzufahren. Ich bin etwas enttaeuscht, dass ich so gar nicht zu meinem Bad im Meer gekommen bin, aber fuer meine Hunde verzichte ich da gerne drauf.

Wir fahren noch ein kleines Stueck parallel zur Kueste. Ich habe ja schon aufgegeben und mich vom Atlantik verabschiedet, als Helmut meinte, komm wir biegen hier noch mal ab. Eine allerletzte Chance bevor wir dann ab ins Landesinnere fahren. Hier sind wir schon ein ganzes Stueck abseits des Massentourismus und wer weiss .. und tatsaechlich. Am aeussersten Zipfel in Casewell finden wir endlich die Dog Beach. Der Parkplatz ist fast versteckt und ziemlich klein, aber wir haben Glueck und finden eine Luecke. Es gibt sogar ein Dixieclo und ne Dusche – wir sind platt. Okay, die Hunde muessen tagsueber an der Leine bleiben (morgens frueh und abends spaet koennen sie frei laufen) aber immerhin wird man sogar mit Tueten versorgt, um die Hinterlassenschaften der Hunde aufzusammeln. Ich wusste es gibt sie noch, die Hundefreunde. Wir schmeissen uns in unsere Badeklamotten und ab an den Strand. Er ist gross und breit und es sind wirklich nicht viele Leute hier. Ein paar mit Hunden, klar, aber ansonsten findet man das Wasser noch ohne auf jemanden draufzutreten. Ah herrlich!


Wir baden ein wenig und ich geniesse das Meer und den Wind. Allerdings beschliessen wir, dass, da es gerade genau Mittag ist und wir nicht mit Sonnencreme eingecremt sind, wir nicht stundenlang hier bleiben sollten. Dennoch – obwohl wir nur ca. eine Stunde bleiben – habe ich mir einen leichten eben solchen eingefangen (direkt oben auf den Schultern, da kommt die Sonne wohl eher selten hin ... ).

Jetzt koennen wir uns beruhigt von der Kueste verabschieden und ab Wilmington, NC, treten wir sozusagen den Heimweg an. Erst ein bisschen nach Norden und dann nach Westen, immer entlang der I-40. Bald aendert sich auch die Landschaft. Endlich keine Suempfe mehr. Viel Wald und Farmland, sogar Wein wird hier in machen Gegenden angebaut. Es ist irgendwie gruener gruen.

Das Wetter haelt sich einigermassen, aber ab Raleigh faengt es an zu regnen. Doch wir umfahren das ganz schlimme Unwetter und da der Regen bald wieder nachlaesst, beschliessen wir zu campen.

Fuer die Nacht haben wir uns einen Campingplatz in Pleasant Garden, ein paar Meilen suedlich von Greensboro ausgeguckt. Aufgefallen war uns, dass im Campingfuehrer stand, dass auf diesem Platz striktes Alkoholverbot herrscht. Na das ist doch was fuer uns. Als wir ankommen und dann noch feststellen, dass es wirklich ein huebscher, abgelegener Platz ist und nicht viel los, freuen wir uns ueber unsere Wahl. Einzig dass alles ein wenig nass ist, stoert, aber wofuer gibts denn Handtuecher. Alsbald kommt auch die Dame, die hier die „Ranger“-Funktion hat und haelt ein Schwaetzen - und kassiert. Schlappe 18 Dollar. Das ist ein fairer Preis.

Noch ne Runde mit den Hunden spazieren und dann lassen wir den Abend ausklingen. Zu Essen gibt es die zweite „Armee-Mahlzeit“ (oder auch IKE-Essen). Schmeckt und macht satt – was will man mehr.

Ich falle dann auch bald ziemlich muede in die Koje und traeme vom Meer.

Wilder Sueden!

Der Süden ist immer da, wo man noch nicht hingekommen ist. (Carl Spitteler)

Samstag, 12. Juni 2010 / Ich war wie immer als Erste wach und nachdem ich mir die Zaehne geputzt hatte, bin ich ein Stueck mit den Hunden gelaufen, die ganz klar auch schon wach waren. Ich frage mich immer, bin ich als erstes wach und wecke sie oder ist es umgekehrt?

Anschliessend habe ich mir vorne an der Rezeption warmes, braunes Wasser geholt – wobei der „Kaffee“ hier besser schmeckte als der gestern, was aber das Einzige bessere hier war. Dann habe mich mit dem Schleppi aufs Bett gesetzt und in die Tasten gehauen, waehrend Helmut noch ne Runde geratzt hat. Er ist unausgeschlafen immer ein wenig unleidig. Ausserdem hatten wir es auch heute nicht eilig. Wie ich schon erwaehnte lief auf Ebay eine Auktion, an der Helmut mitbot. Es war von dem her wichtig, als dass, wenn er denn das Teil kaufen wuerde, wir einen kleinen Umweg ueber Kentucky machen muessten. Nun, letztlich bekam er es nicht, aber bis wir dann auscheckten war es 11 Uhr.

Schon gestern hatte ich das naechste Ziel ausgeguckt, Savannah. Wobei wir hier zunaechst die vorgelagerte Insel Tybee Island anssteuerten.

Aber was kommt immer als erstes, wenn wir on the road gehen? Genau, wer auch immer meine Eintraege regelmaessig liest, hat es schon erraten: wir brauchen Eis fuer den Cooler. Heute wollten wir mal was Neues ausprobieren. Der gemeine Amerikaner reist ja nicht ohne, also Cooler fuer kalten Getraenke. So ist der Bedarf an eben jenem Eis ziemlich gross. Man kann es an praktisch jeder Tanke kaufen und in jedem Laden. Inzwischen gibt es aber auch „Eis-Automaten“. Einfach grosse weisse Kuehlkaesten. Das genau wollten wir heute mal ausprobieren.
Wir hielten an und schauten dem Herren vor uns zu, wie er dass macht. Aha, so geht das. Also. Cooler unter den Auslass, Geld rein, Knopf druecken. Es rattelt und klappert. Dann am Hebel ziehen und * ratsch* landet das Eiss im Cooler. Ooopps, das ist aber ziemlich viel ... Nun, so haelt es laenger und bescherrte den Hunden Eis in ihr Wasser. Ich schaffte es auch, trotzdem noch alle verderblichen Lebensmittel wieder in die Kuehlbox reinzubekommen und so fuhren wir weiter – um eine Erfahrung reicher! Und wahrlich es bestaetigte sich „Twice the ice for half the price“ (es ist mehr und kaelter als WM Eis und schmilzt daher nicht gleich wieder weg und kostet weniger).

Dann also Tybee Island. Ein Touristenbadeort, wie gehabt. Neu, jedenfalls hatte ich das noch nie gesehen, an der Strasse standen Leute, die in ihrem Garten Stellplaetze fuer 10$/day vermieteten. Wir hatten aber daran kein Interesse. Erstens duerfen die Hunde nicht an Strand, zweitens war der hier ein wenig zu ueberlaufen (zumal es Wochenende ist).


Wir begnuegten uns mit ein paar Bildern, ich lief einmal bis ans Wasser um die Fuesse im Atlantik zu baden und weg waren wir wieder. Fort Pulaski, ein National Monument (also mit unserem Jahrespass freier Eintritt) war das naechste wo wir hin sind.

Helmi ist mal gucken gegangen und blieb eine Weile fort. Die hatten heute Kanonenschiessen auf dem Plan und dass konnte er sich ja nicht entgehen lassen. Die sind da so richtig in Uniform rumgelaufen und so. Auch meinte er dies Fort sei wesentelich besser erhalten, als das letzte da er angeschaut hatte. Jemand sagte ihm dann, dass es hier wohl so einen Freiwilligen-Verein gibt, die das Ganze in Schuss halten ...


Ich sass derweil mit den Hunden im Auto, habe bisschen geschlepptoppt und geschwitzt. Doch der kleine Ventilator half, dass es gut auszuhalten war. Helmut hatte genuegend Bilder gemacht, so dass ich das dann auch sehen konnte. Und die Geschichte des Forts habe ich in dem Flyer gelesen, den wir am Parkeingang bekommen haben.

Als mein Mann dann zurueck kam beschlossen wir noch auf den Picknickplatz zu fahren und zu lunchen und dann verliessen wir die Insel. Noch eine kleine Rundfahrt durch ‚Historic Savannah’. Nun, was die hier historisch nennen sind meist ein paar alte Haeuser aus der grossen Suedstaatenaera. Ausserdem typisch fuer diese Gegend sind lange Baumalleen mit teilweise sehr alten Eichen und Palmen.

Wir schaffen es dann mit nur einem kleinen Schlenker aus der Stadt wieder raus und auf der 17 East geht es – mal wieder ueber ein grosse Bruecke – rein nach South Carolina.

Zwei Dinge fallen mir auf. Eines davon ist, dass ich an diesem Tag mehr Mercedes gesehen habe, als im ganzen letzten Jahr zusammen. Also hier wohnen glaub’ ein paar Leute, die ein bisschen mehr Geld haben ... Ausserdem sieht man allenthalben Kennzeichen, die wir sonst nie zu Gesicht bekommen: New Jersey, Main, Massachussetts usw. Alles die Nordoestlichen Staaten. Irgendwie verirren die sich nie nach Texas.

Immer wieder sehe ich die Schilder fuer Plantagen und ab und zu sieht man durch die Baeume ein grosses Haus. Aber Die Landschaft entlang der Kueste hier ist hauptsaechlich durch die Suempfe bzw. das Marschland mit viel Schilf gepraegt. Das bedeutet, man kann selten bis direkt ans Wasser fahren und der Blick aufs Meer wird meist durch Baeume (Mangroven, Eichen, Palmen) verdeckt. Irgendwie schade, ich hatte mich darauf gefreut vielleicht doch irgendwo in Ruhe ein bisschen Zeit am Strand zu verbringen.

An den Stellen wo es dann mal Strand gibt, ist es – da Wochenende und Ferien – total ueberlaufen mit Leuten und natuerlich duerfen unsere zwei Suessen nirgends mit hin. Wir seufzen und denken uns: wir haetten in Jacksonville bleiben sollen, da haetten die Hunde abends an Strand gedurft! Nun, das ist jetzt zu spaet. Umdrehen lohnt nicht und so fahren wir eben weiter.

In Charlston halten wir nicht an, aber wir fahren durch und wieder gibt es ein paar alte Haeuser und viel Baumalleen zu sehen. Doch im Prinzip aendert sich das Bild nicht wirklich. Und auch was die Strasse angeht, aendert es sich nicht gravierend.

Der Mensch ist ein Rindvieh und sucht sich immer seinesgleichen.

Diesen Spruch schnappte mein Dad bei Kommissar Bienzle auf und als wir in den naechsten Ort kommen, finden wir dies bestaetigt. Ich meine die Gegend um Myrtle Beach. Ich hatte schon am Mittag die Vermutung geaeussert, dass dies in der Art wie Tybee Island ist, da es hier Sandstrand gibt. Mit anderen Worten: viele Touristen, Hotels und, da auch noch Samstag, Party ueberall. Auf den Strassen Massen von Menschen und Autos. Die einzigen zwei bezahlbaren Campingplaetze (mit Preisen unter 30 Dollar die Nacht) sind voll. Wir beratschlagen was wir machen sollen und entschliessen uns, ein Stueck ins Landesinnere zu fahren und auf einem Walmart-Parkplatz zu uebernachten.

Gesagt getan. Wir werden fuendig und stellen feste, dieser WM ist so neu, dass er noch nicht mal in dem 2010 WM-Fuehrer steht. Ein passender Stellplatz ist bald gefunden. Nochmal die Hundies walken, ein wenig ueber den weiteren Verlauf unserer Reise plaudern und dann bald schlafen.

Samstag, 12. Juni 2010

Wer suchet, der findet!

Freitag, 11. Juni 2010

Drei Dinge gehören zu einem guten Kaffee: erstens Kaffee, zweitens Kaffee und drittens nochmals Kaffee. (Alexandre Dumas)

Okay, wirklich gut war er nicht, der Kaffee, aber es war Kaffee, den ich morgens im Motel 6 bekommen haben. Er war braun und heiss und ich glaube sogar, dass das Pulver mal daran vorbei gelaufen ist. Fuer das was der Tag noch bringen sollte, waere ein bisschen „Staerke“ gut gewesen, aber weiss man das vorher?

Ich war frueh auf, bin mit den Hunden ne Runde raus und dann bloggen bis der Rechner raucht. Helmut hat die Kuehle und relative Lufttrockenheit und Moskito frei Zone ausgenutzt und ne Runde laenger geschlafen. Also so ein Bett ist einfach auch nicht schlecht. Nichts gegen den Van, aber zu dieser Jahreszeit, sind die Naechte die man darin verbringt schwitzig, mueckig und daher eher kurz (was so gar nicht wirklich sein Fall ist).

Heute ist Bonnys Geburtstag (der 14.) und so haben wir ihr - als Helmut dann wach war - ein Staendchen gesungen und ihr die Leckerle gegeben, die Tante Ines mitgegeben hat. Okay, sie schaute uns nur an wie: was wollt ihr den alle ... aber sie nahm den Cookie natuerlich gerne.

Nachdem wir noch ne Weile das WiFi ausgenutzt haben, sind wir dann gegen 9.30 - ohne Fruehstueck – los. Erstmal – wie jeden Tag – zum Laden, um uns mit Eis und Wasser einzudecken.

Dann verliessen wir Lake City. Ich durfte fahren. Okay, wir sind auch nur auf die Autobahn I-10 in Richtung Jacksonville. Ich musste an meine Schwester Doris denken, die dort ein paar Jahre gelebt hat und die ich 1989 auf meiner ersten Amerikareise besuchte. Irgendwie komme ich mir da jetzt so ein bisschen alt vor ...

Also gut, Jacksonville. Zunaechst war die Welt noch in Ordnung. Wir entschlossen uns nicht durch die Stadt zu fahren, sondern den Loop zu nehmen der aussen herum geht. Soweit so gut. Wir wollten natuerlich als aller erstes mal in Richtung Strand und schauen ob der Atlantik noch da ist. Er ist und wir stellten fest in Jax Beach ist man Hundefreundlicher, morgens vor um 9 und abends nach um 5 duerfen die an Strand. Okay, es war mittags um 12 und so warfen wir abwechselnd einen Blick darauf und es ging weiter. Jetzt wurde es schon ein wenig konfuser. Wir ueberlegten, es waere doch schoen, sich hier irgendwo ein Plaetzchen zu suchen und zu lunchen. Wir fuhren also die eine Strasse rein, da war nichts, also wieder raus. Die naechste rein und wieder raus. Ich muss mal, also erstmal einen Restroom suchen. Vielleicht auch mal tanken.

Nicht dass wir uns wirklich verfahren haetten, aber gefunden haben wir auch nichts. Helmut, der prinzipiell sehr geduldig ist, wenn ich fahre (vor allem wenn es nur ueber den Freeway ist ;-) wollte nun doch lieber selber wieder das Steuer in die Hand nehmen und ich las Karte. Etwas noerdlich von Atlantic Beach ist ein State Park und da gibt es sicher irgendeinen Platz, wo wir lunchen koennen. Wir muessen also erst ein bisschen die 10 lang und dann wieder rechts halten und dann ... so meine These. Helmut ist in solchen Dinge ein wenig unkonventioneller und sagt – womit er absolut Recht hat – nicht alle Strassen sind auf der Karte eingezeichnet und hier geht es bestimmt auch lang. Und umdrehen ist immer eine Option, die nur im aeussersten Notfall in Anspruch genommen wird. Nun, es ging da auch lang, nur nicht wo wir hinwollten. Doch es bescherrte uns eine kleine Rundfahrt durch das Wohnviertel des Ortes. Auch aufschlussreich.

Und dann, moment mal, das ist doch die Tankstelle von vorhin, oder? Ah und da vorne geht auch die A1A lang. Na, dann nehmen wir doch die bis wir eine andere finden. Diese fuehrte uns dann – fast ohne Vorwarnung – an eine Faehre. Der St. Johns Fluss fliesst so ziemlich quer durch Jacksonville (ja, wir waren immer noch hier) und an dieser Stelle gibts mal keine Bruecke. Ganz interessant fanden wir die „Fahrweise“ der Faehre. Wie in jedem Fluss gibt es natuerlich auch hier eine Stroemung. Das Schiff fuhr ihr entgegen, seitwaerts an die Einfahrt zur Anlegestelle und dann ‚trieb’ sie sozusagen in das genau passende ‚Dock’ hinein. Spannend.

So langsam waere es jetzt mal schoen einen Lunch-Platz zu finden, also steuerten wir einen an. Doch der sagte uns dann nicht zu und so fuhren wir weiter zum naechsten. Da war doch was – aber schon waren wir vorbei. Ah, hier der State Park. Hm, die wollen Eintritt und dann das Schild, dass wir ueberall zu sehen bekommen „No Pets allowed in Park“ und „No Pets allowed on Beach“. Seufz. Und was ist mit der Schildkroete hier? Die hatte sich wohl reingeschlichen ...

Also doch wieder zurueck zu dem anderen Platz, ein paar Meilen die Strasse zurueck. Hier machten wir dann endlich ne Pause und goennten uns ein Sandwich und ein paar Kekse. Theoretisch waere dieser Platz auch gebuehrenpflichtig gewesen, aber wir blieben ja gar nicht so lange und es kam auch keiner zum kontrollieren.

Jetzt hiess unsere Himmelsrichtung Norden und wir ueberlegen, den Highway 17 zu nehmen. Dann fiel Helmut aber ein, dass Winfried uns was erzaehlt hatte, dass bei Brunswick angeblich direkt an (bzw. in, naemlich auf dem Mittelstreifen) der I-95 ein altes U-Boot liegen sollte. Nun, ich denke entweder hat er uns auf den Arm genommen oder es hatte zuviele Unfaelle dadurch gegeben, jedenfalls haben wir es nicht gesehen.

Wir ueberlegen, dass Georgia nun schon der 5. Staat den wir auf dieser Reise durchqueren. Er empfaengt uns mit Regen, der zunaechst ziemlich heftig scheint, dann eher stetig wird.
So langsam denken wir auch mal darueber nach, wo wir uebernachten wollen und die Tatsache, dass von oben nass kommt, beeinflusst dies natuerlich. Auch die Tatsache, dass wir versuchen immer einen Campingplatz zu finden, der Internetzugang hat, grenzt die Optionen ein bisschen ein. Gerade heute braeuchten wir es, da Helmut bei einer Ebayauktion mitbieten will.

Doch noch sind wir unterwegs und haben dann erstmal einen kleinen Disput ueber den Zugang zum Meer. An diesem Teil der Kueste sind mehrere groessere Inseln (meist Naturschutzgebiete) vorgelagert und ich behaupte, man kommt da nirgends an einen Strand. Ich erwaehnte es zwar schon, aber hier noch mal zur Erinnerung: nur weil die Strasse nicht auf der Karte ist, kann sie trotzdem da sein. Stimmt theoretisch. Nun, Helmut will es wissen. Er sagt, da geht es zum Atlantik und so fahren wir mal in die Richtung. Ich will nicht sagen, dass es eine Irrfahrt war, eher eine Rundfahrt durch ein etwas abgelegeneres, touristisch nicht erschlossenes Gebiet war. Viel Marschlandschaft, aber auch Haeuser – von sehr gross und herrschaftlich bis Trailerklein und Schrott.
Wir hatten gerade diverse Buecher gehoert und gelesen, die in diesen Teilen der USA spielen und konnten uns das jetzt so richtig vorstellen ...

Wie schon ueberall in Florida, bestaunten wir auch hier die Palmen, die hier ueberall im Unterholz wachsen. Wild! Und ueberall woanders muss man sie um teures Geld erstehen; hier braeuchte man nur buddeln ...

Immer wieder mussten wir rechts oder links abbiegen und da es hier ueberhaupt keine Strassenschilder gab, konnten wir uns nur an der Himmelsrichtung orientieren – Dank dem, der den Kompass erfunden hat. Es war wirklich ganz interessant, aber zum Atlantik kamen wir nicht. Und hier - Dead End – drehten wir dann um und beschlossen das es gut ist ...

Ah, hier noch eine Sehenswuerdigkeit? Fort Harris – nun, das haben wir nicht gesehen, denn es war schon geschlossen.

Irgendwann hatte dann auch Helmut genug und so machten wir uns auf Richtung Richmond Hill. Wir hatten noch ein Roomsaver-Heft und wollten sehen, ob wir wieder ein billiges Motelzimmer bekommen. Es war immer noch alles ziemlich feucht und diese ‚sumpfige’ Gegend natuerlich auch ziemlich Moskitoverseucht. Wir versuchten es bei diversen Motel (die sind ja zum Glueck hier immer alle an einer Ecke) stellten dann aber schnell fest, dass entweder am Wochenende die Coupons nicht gelten oder die dann 10, ja sogar 15 $ pro Hund wollten. No way!

Der naechstgelegene Camping ein KOA. Also fahren wir mal da hin. Die Dame wollte uns zunaechst keinen Platz geben. Ein kleines Missverstaendnis, das wir ja „nur“ im Van unterwegs sind und nicht im RV und da wird man gleich in so ne ‚Hippie-Kategorie’ gelegt und die nehmen die nicht. Aber als dann Helmut sagte wir haben einen „Convertible“ wurde die Dame freundlicher (das bedeutet im Prinzip, dass man das Auto theoretisch in ein Wohnmobil umwandeln kann). Als sie uns allerdings erklaerte, dass der Platz fast 45 Dollar kosten sollte, beschlossen wir, es noch mal woanders zu versuchen. Um den Preis! Letztlich sind wir wieder im Motel 6 gelandet, denn das ist billiger als der KOA. Dafuer gibts ein eigenes Bett und Bad und natuerlich WiFi ... dieses wollte allerdings erstmal nicht funktionieren. Doch ein Anruf bei der Hotline, schaffte Abhilfe ...

... auch Clyde mag Motelbetten ...

Ein spaetes Abendessen, Hunde spazieren und ein wenig fernsehen und dann ‚call it a day’!

Fehlender Ehrgeiz erspart den Kauf eines Navigations-Systems: Wer kein Ziel hat, kann sich nie verfahren. (KarlHeinz Karius)