Der Montag ist die widerlichste Art, sich 1/7 seines Lebens zu versauen. (Willy Meurer)
Montag, 14. Juni 2010 / Wie immer wache ich um 6 Uhr auf und beschloss dann auch aufzustehen. Ein wunderschoener Morgen. Es ist allerdings relativ kuehl doch der Himmel ist mehr oder weniger klar und die ersten Sonnestrahlen bahnen sich ihren Weg durch die Baeume.
Es ist noch ziemlich friedlich um diese Zeit. Man bekommt oft den Eindruck, dass die Amerikaner einfach nicht gerne draussen sind. Okay, da ist Wetter ... Aber mir faellt immer wieder auf, dass die Leute eher in ihren grossen RVs sitzen (die ja auch alle Fernsehen usw. haben) anstatt draussen davor. Manchmal kommen einem Zweifel ob ueberhaupt jemand ‚zuhause’ ist ...
Doch andererseits kann ich so auch die Ruhe geniessen. Ein vereinzelter Hundespaziergaenger in der Ferne, ein Squirrel und ein Bluebird suchen sich ihr Fruehstueck. Es zwitschert ueberall um mich herum. Die Hundies freuen sich, als ich sie fuer eine Runde Spaziergang hole. Allerdings ist es noch so nass, dass ich sie anschliessend wieder ins Auto setze. Ich hoffe die Sonne kommt bald ueber die Baeume damit alles ein wenig trrocknen kann.
Die Nacht war gut. Ziemlich ruhig und kuehl (ich habe sogar zeitweise meinen Schlafsack zum zudecken gebraucht). Allerdings ist alles ‚klamm’ ...
Helmut hat erstmal ausgeschlafen, waehrend ich an meinem Blog schreiben. Hier gibt’s zwar kein Internet, aber dann ist der Text fertig. Wir lassen es ruhig angehen an diesem Morgen. Fruehstuecken in aller Ruhe und ueberlegen sogar, ob wir nicht einfach einen Tag laenger bleiben sollen. Doch nach konsultieren der Strassenkarte und ein paar Berechnungen verwerfen wir den Gedanken. Es wuerde dann wohl am Schluss zu hektisch werden. Ich meine, wenn es nach mir geht, brauchen wir nicht vor Freitagnachmittag in Livingston sein, doch Helmut wuede gerne frueher da sein und so packen wir unsere Siebensachen und gegen 11.30 fahren wir los. Wir drehen noch ne Runde durch den Park, der wirklich sehr huebsch ist. Schoen angelegt mit Picknickplaetzen und Wiesen. Wir stellen fest, irgendwie sieht es hier aus wie in Deutschland und er Platz koennte irgendwo hinter Owen den Berg hoch sein.
Wir fahren weiter gen Westen in Richtung der Blue Ridge Mountains. Die Landschaft wird so langsam eindeutig huegeliger. So wie wir die Meilen fahren, so verbraucht unser bester Dodge Benzin. Also heisst es mal wieder tanken, heute fuer 2.53 $.
Zwischendrin habenwir mal fuer eine Weile Regen, aber der hoert zum Glueck auch wieder auf. In Ashville, das ist die letzte groessere Stadt vor dem National Park, wollen wir noch mal einkaufen gehen. Was sich als gar nicht so einfach rausstellt. Wir koennen uns nicht wirklich einigen, wo wir halten sollen und wenn man sich so gar nicht auskennt, wo soll man suchen. Auch liegt diese Stadt mitten in bergigem Gelaende so dass ein Ueberblick fast unmoeglich ist. Nach einer kleinen Rundfahrt finden wir dann einen Bi-Lo. Und es stellt sich heraus es ist ein ganz guter Laden, der sogar sehr saubere Toiletten hat.
Helmut, der draussen gewartet hat, hatte versucht ein Signal / HotSpot zu finden, aber so richtig klappen wollte es nicht. Wir sind noch ne Runde durch ein Wohngebiet gefahren, haben auch ganz viele ‚WiFi’s gefunden, aber alle waren geschuetzte Netzwerke und so gaben wir es auf.
Wir hatten uns ueberlegt, dass wir auf der I-40 um den Park fahren an den Nordeingang (der liegt bei Gatlinburg in Tennessee) und dann durch und dann um den westlichen Teil drum rum ... irgendwie halt. Liegt es daran, dass heute Montag ist oder was? Wir kriegen den Dreh nicht und waren heute nicht wirklich sehr entschlussfreudig und haben so den Plan immer wieder geaendert. Auch waren wir uns noch nicht wirklich einig, wo wir uebernachten sollten. Die Auswahl bestand aus Primitivcamping im Park – ohne alles – oder ein Platz ausserhalb, der dann wohl Duschen und Internet bietet, aber im Normalfall wesentlich teurer ist.
Nach etwas hin und her beschlossen wir dann erstmal in den Park zu fahren und zu schauen, was es da zu schauen gibt. Also ob es sich lohnt hier viel Zeit zu verbringen oder auch nicht. Es war inzwischen schon nach 5 Uhr aber noch ziemlich viel los. Es gibt eine ‚Hauptstrasse’ die einmal quer durch den Park fuehrt. Fuer jemanden wie Helmut sowieso, aber auch fuer mich, sah die Landschaft hier nicht ueberraschend aus. Mich erinnerte es sehr an die Vogesen. Der Wald ist hauptsaechlich ein Laubwald mit wenigen Nadelbaeumen (wovon die meisten leider tot sind – sauerer Regen?), wenig Unterholz, ein wilder Bach und eben Berge. Es ist wirklich schoen und wir hatten Glueck mit dem Wetter. Doch die Tatsache, dass wir im Leben schon so manchen Wald gesehen und bewandert hatten, trug wohl dazu bei, dass es uns nicht unbeding trieb noch mehr Zeit im Park zu verbringen. Die Wanderwege sind sicher toll, aber da duerfen die Hunde nicht mit.
Letztlich entschied ich dass ich eine Dusche und Internet will und suchte uns einen Campingplatz an der Suedseite der Great Smoky Mountains in einem Cherokee Reservat. Und was soll ich sagen, 25 Dollar die Nacht fuer einen super Platz, die saubersten Waschraeume seit wir unterwegs sind und free WiFi. Was will man mehr?
Die abendliche Routine bestand – wie immer – aus Hunde fuettern, ein Spaziergang und Abendessen; wir verputzten heute eine Dose Spam mit trocken Brot. Zitat Helmut: Also jeder Andere wuerde da sagen: Das nennt ihr Urlaub? Ich nenne das Ueberlegenstraining!
Als es dann vollends dunkel war bin ich ins Bett, da ich - gesundheitlich etwas angeschlagen - recht muede war. Helmut hat noch ein bisschen am Schleppi gesessen ...
Als es dann vollends dunkel war bin ich ins Bett, da ich - gesundheitlich etwas angeschlagen - recht muede war. Helmut hat noch ein bisschen am Schleppi gesessen ...
Die Ironie der Entscheidung: Schwer ist es, den Augenblick zu finden, wann man sich genug wissen angeeignet hat, um eine Entscheidung zu treffen. (Stefan Radulian)
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