Montag, 14. Juni 2010

Last Chance


Sonntag, 13. Juni 2010


Auch der mächtigste Fels in der Brandung wird zu Sand zermahlen. Doch je kleiner das Sandkorn, desto größer ist seine Chance mit einer Düne zu wandern. (Pascal Lachenmeier)

Bin um die uebliche Zeit aufgewacht und raus. Es ist angenehme kuehl, so ganz ungewohnt im Gegensatz zu den letzen Tagen. Entsprechend war auch die Nacht nicht so schwitzig und – trotz Befuerchtung, durch den nahen Teich - keine Moskitos (Helmut meinte, dass die Nachts rumgefahren sind und gesprueht haben).

Ich beschliesse mir erstmal die Zaehne putzen zu gehen. Dieser WM ist echt klasse weil so neu. Man will wirklich die Waende anfassen, ob die Farbe schon trocken ist.

Dann wie jeden Morgen, erstmal Hund ausleeren. Und waehrend Helmut noch ne Runde schlaeft, hacke ich bisschen auf dem Rechner rum. Wer weiss wo wir nen HotSpot finden, dann waere es gut, wenn der Blog schon geschrieben ist ...

Wir dachten ja, wir kaemen hier ein wenig frueher weg, als ueblich, aber da es – wie erwaehnt – relativ kuehl war, schlief Helmut wie ein Baby – allerdings wesentlich laenger ;-) Doch irgendwann stand auch er auf und nachdem wir noch die Einkaeufe erledigt hatten und gefruehstueckt, sind wir gegen viertel vor zehn auch losgekommen. Noch schnell tanken, da hier der Sprit billig ist, 2.39 $ pro Gallone (spaeter sahen wir Tankstellen mit Preisen bis zu 2.69!).

Wir sparten uns einen weiteren Besuch in Myrtle Beach aus und fuhren gleich auf der 17 weiter nach Norden. Hier liegt ein Touriort neben dem anderen, aber zumindest gibt es was zu sehen (im Gegensatz zu gestern, wo entlang der Strasse mehr oder weniger nur Baeume waren). Ueberall gibt es Laeden die alles verkaufen, was man am Strand so braucht ... oder auch nicht. Natuerlich allenthalben Grocerystores (Lebensmittel), Tankstellen, Restaurants - wer haette es gedacht, hauptsaechlich Seafood, natuerlich auch Bars und Tattooshops. Eben alles um den Bedarf des normalen Touristen abzudecken.

... der Gosh von Ocean Isle Beach ...

Ein paar Meilen noerdlich von North Myrtle Beach passieren wir die Grenze nach North Carolina und wir biegen von der Hauptstrasse in Richtung Meer ab. Wir hoffen hier vielleicht doch noch ein Plaetzchen zu finden, wo wir an den Strand koennen. Ausser dem kommt Helmut ploetzlich noch auf die Idee, wir koennten versuchen, irgendwo ein paar Krabben zu kaufen. So schon fertig z.B. gebacken zum einfach nebenher essen. Hm. Hoert sich ja gut an, aber jetzt, drum wir auf die Idee kommen, sehen wir keine Restaurants mehr. Einen Laden steuern wir an, der hat aber die Shrimps nur ‚gesteamed’ und man muesste sie selber abpuhlen. Mir macht das nichts, aber Helmut ist das nun nicht so sympathisch. Also keine Krabben.

Wir stellen schnell fest, die Orte hier, wie Ocean Isle Beach, sind nicht so modaen und sehen weniger ueberlaufen aus. Eher ruhig, aber natuerlich trotzdem voll mit Ferienhaeusern und Appartments. Der Strandzugang wird den Hunden auch hier verwehrt – allerdings nur zwischen 9 am und 6 pm und nur dies gilt auch nur in der Hauptsaison. Na, immerhin. Wir denken ernsthaft darueber nach, den Tag hier in der Gegend zu verbummeln und am Abend wieder zu kommen. Doch nach dem Studieren der Karten und dem abwaegen der Optionen, beschliessen wir weiterzufahren. Ich bin etwas enttaeuscht, dass ich so gar nicht zu meinem Bad im Meer gekommen bin, aber fuer meine Hunde verzichte ich da gerne drauf.

Wir fahren noch ein kleines Stueck parallel zur Kueste. Ich habe ja schon aufgegeben und mich vom Atlantik verabschiedet, als Helmut meinte, komm wir biegen hier noch mal ab. Eine allerletzte Chance bevor wir dann ab ins Landesinnere fahren. Hier sind wir schon ein ganzes Stueck abseits des Massentourismus und wer weiss .. und tatsaechlich. Am aeussersten Zipfel in Casewell finden wir endlich die Dog Beach. Der Parkplatz ist fast versteckt und ziemlich klein, aber wir haben Glueck und finden eine Luecke. Es gibt sogar ein Dixieclo und ne Dusche – wir sind platt. Okay, die Hunde muessen tagsueber an der Leine bleiben (morgens frueh und abends spaet koennen sie frei laufen) aber immerhin wird man sogar mit Tueten versorgt, um die Hinterlassenschaften der Hunde aufzusammeln. Ich wusste es gibt sie noch, die Hundefreunde. Wir schmeissen uns in unsere Badeklamotten und ab an den Strand. Er ist gross und breit und es sind wirklich nicht viele Leute hier. Ein paar mit Hunden, klar, aber ansonsten findet man das Wasser noch ohne auf jemanden draufzutreten. Ah herrlich!


Wir baden ein wenig und ich geniesse das Meer und den Wind. Allerdings beschliessen wir, dass, da es gerade genau Mittag ist und wir nicht mit Sonnencreme eingecremt sind, wir nicht stundenlang hier bleiben sollten. Dennoch – obwohl wir nur ca. eine Stunde bleiben – habe ich mir einen leichten eben solchen eingefangen (direkt oben auf den Schultern, da kommt die Sonne wohl eher selten hin ... ).

Jetzt koennen wir uns beruhigt von der Kueste verabschieden und ab Wilmington, NC, treten wir sozusagen den Heimweg an. Erst ein bisschen nach Norden und dann nach Westen, immer entlang der I-40. Bald aendert sich auch die Landschaft. Endlich keine Suempfe mehr. Viel Wald und Farmland, sogar Wein wird hier in machen Gegenden angebaut. Es ist irgendwie gruener gruen.

Das Wetter haelt sich einigermassen, aber ab Raleigh faengt es an zu regnen. Doch wir umfahren das ganz schlimme Unwetter und da der Regen bald wieder nachlaesst, beschliessen wir zu campen.

Fuer die Nacht haben wir uns einen Campingplatz in Pleasant Garden, ein paar Meilen suedlich von Greensboro ausgeguckt. Aufgefallen war uns, dass im Campingfuehrer stand, dass auf diesem Platz striktes Alkoholverbot herrscht. Na das ist doch was fuer uns. Als wir ankommen und dann noch feststellen, dass es wirklich ein huebscher, abgelegener Platz ist und nicht viel los, freuen wir uns ueber unsere Wahl. Einzig dass alles ein wenig nass ist, stoert, aber wofuer gibts denn Handtuecher. Alsbald kommt auch die Dame, die hier die „Ranger“-Funktion hat und haelt ein Schwaetzen - und kassiert. Schlappe 18 Dollar. Das ist ein fairer Preis.

Noch ne Runde mit den Hunden spazieren und dann lassen wir den Abend ausklingen. Zu Essen gibt es die zweite „Armee-Mahlzeit“ (oder auch IKE-Essen). Schmeckt und macht satt – was will man mehr.

Ich falle dann auch bald ziemlich muede in die Koje und traeme vom Meer.

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