Dienstag, 8. Juni 2010

Das faengt ja gut an!

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.

Endlich Montag – puenktlich um 6 Uhr weckten mich die Hunde und wollten raus. Also bin ich aufgestanden und aufgeblieben. Rumwuehlen, packen, aufraeumen ... waehrend Helmut noch friedlich in der Kiste lag. Gegen 9 Uhr schaffte er es aber auch aufzustehen. Selber fruehstuecken und Schildies fuettern stand als erstes auf dem Programm (waehrend unserer Abwesenheit werden die Rudolphs sich um das Kroetenvolk kuemmern – an dieser Stelle schon mal herzlichen Dank!). Waehrend Helmut dann nochmal schnell in die Unit musste, habe ich die restlichen Dinge zusammen gesucht und Blumen gegossen. Dann alles ins Auto verfrachtet und um 12.30 ging es los.

Zunaechst noch ein kurzer ‚swing by’ am Dump den Muellsack entsorgen (wuerde nach 2 Wochen rumstehen auch nicht besser riechen), dann zu Lowes was abgeben und schon befanden wir uns auf dem Weg nach Osten. Der verhiess erstmal nichts gutes – zumindest was den Himmel anging - denn wir sahen dunklen Wolken und Blitze. Und kaum waren wir ein paar Meilen gefahren, ging es auch schon los. Da oben oeffnete jemand saemtliche Schleusen auf einmal und so war der Regen stellenweise so stark, dass man mit Mueh und Not die Strasse erkennen konnte und er begleitete uns fast bis Woodville. Doch dann hoerte es auf und so machten wir auch gleich bei einem Walmart die erste PP. So einen kleinen Markt hatte ich noch nie gesehen, er war geradezu winzig.

Als wir dann von hier aus in Richtung Sueden gen Meer abbogen, hellte sich auch der Himmel auf und so langsam kam doch auch ein Urlaubsgefuehl auf. Durch Port Arthur direkt in Richtung Sabine Pass. Dort gibt es ein Battlefield Monument und wir hatten gedacht, dass koennte wir doch anschauen. Aber das Schild dorthin war verhaengt und es stand geschlossen dran.


Nun, dann eben nichts mit Geschichte und Kultur – und wir schwangen uns wieder nach Osten. Ueber eine zwar nicht sehr grosse, aber sehr steile Bruecke erst entlang eines Flusses, ueber die Grenze und dann entlang der Kueste. Immer rechts das Meer und links einen wilden Marshlandschaft.
Ausser den obligatorischen Ferienhaeuser, die wir schon aus Galveston und entlang der Texascoast kennen, sieht man auch hier allenthalben Raffinerien und draussen - offshore - Bohrinseln.
Wir fanden sogar einen Platz zum Parken und kurz an den Strand gehen. Die Hunden tobten gleich herum. Zum Glueck war hier nichts von der schlimmen Oelpest zu bemerken. Wir fanden eine tote (ziemlich grosse) Wasserschildkroete, aber was die Todesursache war, war nicht zu sagen. Fasziniert beobachteten wir die Pelikane, die auf einem der Wellenbrecher sassen. Louisianna ist der Pelikan-Staat, das waere eine moegliche Erklaerung.


In dem guten RandMcNally war ein Stueck der Strasse mit ‚Toll’ bezeichnet, also nichts wie hin und schauen ob die dann wirklich so toll ist ... Okay uns war klar, dass dies gebuehrenpflichtig bedeutet und wir nahmen an das es sich um eine Bruecke handelt. Es entpuppte sich dann aber als eine Umsonst-Faehre, die schon ein bisschen klapprig aussah, aber uns doch sicher auf die andere Seite brachte.


Die Strasse verlief nun ein wenig mehr Richtung Landesinnere und die Landschaft aenderte sich merklich. Es sah mehr nach Suempfen als nach Meereskueste aus. Was uns noch auffiel waren die vielen beschaedigten Haeuser (Daecher), die nach den diversen Hurrikans der letzten Jahre noch nicht wieder repariert worden sind. Auch vieles dass einfach verlassen daliegt. Es ging soweit, dass noch – inzwischen ziemlich verrostete - Fischerboote an den seltsamsten Orten ‚lagen’ ...

Auch auffallend war, dass die Haeuser alle auf Blocks/Pfaehlen/Pfeilern stehen. Sogar die Mobilhomes und Trailer, was teilweise schon sehr skuril aussah.

Viel trinken, viel treib – also mal wieder Ausschau halten nach einem PP Plaetzchen. Maenner haben es da ja relativ einfach, fuer uns Damen waere ein Busch oder so schon schoen. Nun, wir fanden nichts dergleichen, denn die Strasse fuehrte dammartig durch die Sumpflandschaft. Doch da, an einer kleinen Bruecke, ein Stueck zum an die Seite ranfahren. Sowas muss ausgenutzt werden und da hier zum Glueck nicht so viel Verkehr war, reichte der Van mir als Deckung. Noch schnell die Hunde rauslassen damit die auch pieseln koennen – ist ja nur fair. Und da geschah es! Aus dem nachmittaeglichen Tran wurden wir mit viel Adrenalin geweckt ... Also, das Bonny ein wenig schlecht hoert (hoeren mag) wissen wir ja und das sie schlecht sieht auch, aber das auch ihr Urteilsvermoegen betroffen ist, wussten wir nicht – oder hoert sie gar soo schlecht? Ich hatte sie aus dem Wagen gehoben und auf den Boden gesetzt, sie rast los, auf die Abgrenzungsmauer der Bruecke zu. Spring rauf – und rueber. Ahhhhhh. Mein Herz setze aus und die Panik (nebst Adrenalin) ein. Helmut geistesgewaertiger - und tapferer - als ich lief um das Maeuerchen herum, saemtliche Schlangen missachtend, runter ans Wasser (ein eklig sumpfiger Bayou) und rief sie. Vor Schreck schwamm sie erst in die andere Richtung, aber dann – gluecklicherweise - hoerte sie mal was und ein paar Sekunden spaeter war sie gerettet (ich hatte Clyde gleich ins Auto verfrachtet). Uff. Ich spuerte wie ich erstmal Luft holen musste, die hatte ich naemlich angehalten. Ich konnte nur den Kopf schuetteln und Helmut war sprachlos. Was hatte sie sich dabei gedacht? Wahrscheinlich nichts!

Wir trockneten sie ab und brachten sie ins Auto. Immer noch fassungslos aber dankbar. Die Dankbarkeit steigert sich noch um ein Vielfaches, als wir diesen sahen ...

Helmut war noch mal ausgestiegen um die Unglueckstelle zu fotografieren und da kam dieser Herr des Weges geschwommen - abwartend ob noch weitere Leckerbissen von der Bruecke fallen: Ist denn schon Abendessen? Ich gebe zu, mein Herz schlaegt beim Schreiben dieses Absatzes und anschauen des Bilden immer noch ein paar Takte schneller ...

Spaeter hielten wir noch mal (an einem sicheren Platz – sofern man einen Friedhof als dies bexzeichnen kann) an und duschten die Loewchen-Stuntfrau ab (das Brackwasser roch einfach nicht so prickeln). Bonny schaute uns sehr vorwurfsvoll an, nach dem Motto: ich hab doch schon gebadet. Ha ha.

Wir beschlossen noch eine Weile weiter zu fahren. Irgendwie draengte es uns so viel Abstand wie moeglich zwischen uns und die Suempfe zu legen. Nun, ganz so schnell wurden wir sie dann aber nicht los. Wir beschlossen fuer diese Nacht bei einem Walmart zu parken. Zum Einen war es eh schon spaet und zum anderen hatten wir so oder so keinen Campingfuehrer um festzustellen wo denn ein Camping waere. Nach eingehendem studieren des Walmartfuehrers, fiel die Wahl auf New Iberia (Neu Spanien, auch nicht schlecht). In dem Verzeichnis steht allerdings nur drin, in welcher Stadt und Strasse der WM ist, aber nicht wie man dort hin kommt. Nun, meist liegen sie an groesseren Strassen, aber – Ausnahmen bestaetigen die Regel – hier nicht. Und da wir nun doch schon recht muede und kaputt waren, hielt Helmut an und fragte nach dem Weg. Weil – das bestaetigte schon Gerhard – Maenner immer fragen ... Die Dame in der Tankstelle konnte ihm ziemlich geau beschreiben wohin wir muessen. Da fanden wir dann auch einen angenehmen Stellplatz und nach einem kleinen Abendessen blieb ich im Auto – bloggen – und Helmut ist in Laden Eis fuer den Cooler holen. Um 10 war wirklich Feierabend, denn fuer heute hatten wir Aufregung genug!

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