Samstag, 12. Juni 2010

Wer suchet, der findet!

Freitag, 11. Juni 2010

Drei Dinge gehören zu einem guten Kaffee: erstens Kaffee, zweitens Kaffee und drittens nochmals Kaffee. (Alexandre Dumas)

Okay, wirklich gut war er nicht, der Kaffee, aber es war Kaffee, den ich morgens im Motel 6 bekommen haben. Er war braun und heiss und ich glaube sogar, dass das Pulver mal daran vorbei gelaufen ist. Fuer das was der Tag noch bringen sollte, waere ein bisschen „Staerke“ gut gewesen, aber weiss man das vorher?

Ich war frueh auf, bin mit den Hunden ne Runde raus und dann bloggen bis der Rechner raucht. Helmut hat die Kuehle und relative Lufttrockenheit und Moskito frei Zone ausgenutzt und ne Runde laenger geschlafen. Also so ein Bett ist einfach auch nicht schlecht. Nichts gegen den Van, aber zu dieser Jahreszeit, sind die Naechte die man darin verbringt schwitzig, mueckig und daher eher kurz (was so gar nicht wirklich sein Fall ist).

Heute ist Bonnys Geburtstag (der 14.) und so haben wir ihr - als Helmut dann wach war - ein Staendchen gesungen und ihr die Leckerle gegeben, die Tante Ines mitgegeben hat. Okay, sie schaute uns nur an wie: was wollt ihr den alle ... aber sie nahm den Cookie natuerlich gerne.

Nachdem wir noch ne Weile das WiFi ausgenutzt haben, sind wir dann gegen 9.30 - ohne Fruehstueck – los. Erstmal – wie jeden Tag – zum Laden, um uns mit Eis und Wasser einzudecken.

Dann verliessen wir Lake City. Ich durfte fahren. Okay, wir sind auch nur auf die Autobahn I-10 in Richtung Jacksonville. Ich musste an meine Schwester Doris denken, die dort ein paar Jahre gelebt hat und die ich 1989 auf meiner ersten Amerikareise besuchte. Irgendwie komme ich mir da jetzt so ein bisschen alt vor ...

Also gut, Jacksonville. Zunaechst war die Welt noch in Ordnung. Wir entschlossen uns nicht durch die Stadt zu fahren, sondern den Loop zu nehmen der aussen herum geht. Soweit so gut. Wir wollten natuerlich als aller erstes mal in Richtung Strand und schauen ob der Atlantik noch da ist. Er ist und wir stellten fest in Jax Beach ist man Hundefreundlicher, morgens vor um 9 und abends nach um 5 duerfen die an Strand. Okay, es war mittags um 12 und so warfen wir abwechselnd einen Blick darauf und es ging weiter. Jetzt wurde es schon ein wenig konfuser. Wir ueberlegten, es waere doch schoen, sich hier irgendwo ein Plaetzchen zu suchen und zu lunchen. Wir fuhren also die eine Strasse rein, da war nichts, also wieder raus. Die naechste rein und wieder raus. Ich muss mal, also erstmal einen Restroom suchen. Vielleicht auch mal tanken.

Nicht dass wir uns wirklich verfahren haetten, aber gefunden haben wir auch nichts. Helmut, der prinzipiell sehr geduldig ist, wenn ich fahre (vor allem wenn es nur ueber den Freeway ist ;-) wollte nun doch lieber selber wieder das Steuer in die Hand nehmen und ich las Karte. Etwas noerdlich von Atlantic Beach ist ein State Park und da gibt es sicher irgendeinen Platz, wo wir lunchen koennen. Wir muessen also erst ein bisschen die 10 lang und dann wieder rechts halten und dann ... so meine These. Helmut ist in solchen Dinge ein wenig unkonventioneller und sagt – womit er absolut Recht hat – nicht alle Strassen sind auf der Karte eingezeichnet und hier geht es bestimmt auch lang. Und umdrehen ist immer eine Option, die nur im aeussersten Notfall in Anspruch genommen wird. Nun, es ging da auch lang, nur nicht wo wir hinwollten. Doch es bescherrte uns eine kleine Rundfahrt durch das Wohnviertel des Ortes. Auch aufschlussreich.

Und dann, moment mal, das ist doch die Tankstelle von vorhin, oder? Ah und da vorne geht auch die A1A lang. Na, dann nehmen wir doch die bis wir eine andere finden. Diese fuehrte uns dann – fast ohne Vorwarnung – an eine Faehre. Der St. Johns Fluss fliesst so ziemlich quer durch Jacksonville (ja, wir waren immer noch hier) und an dieser Stelle gibts mal keine Bruecke. Ganz interessant fanden wir die „Fahrweise“ der Faehre. Wie in jedem Fluss gibt es natuerlich auch hier eine Stroemung. Das Schiff fuhr ihr entgegen, seitwaerts an die Einfahrt zur Anlegestelle und dann ‚trieb’ sie sozusagen in das genau passende ‚Dock’ hinein. Spannend.

So langsam waere es jetzt mal schoen einen Lunch-Platz zu finden, also steuerten wir einen an. Doch der sagte uns dann nicht zu und so fuhren wir weiter zum naechsten. Da war doch was – aber schon waren wir vorbei. Ah, hier der State Park. Hm, die wollen Eintritt und dann das Schild, dass wir ueberall zu sehen bekommen „No Pets allowed in Park“ und „No Pets allowed on Beach“. Seufz. Und was ist mit der Schildkroete hier? Die hatte sich wohl reingeschlichen ...

Also doch wieder zurueck zu dem anderen Platz, ein paar Meilen die Strasse zurueck. Hier machten wir dann endlich ne Pause und goennten uns ein Sandwich und ein paar Kekse. Theoretisch waere dieser Platz auch gebuehrenpflichtig gewesen, aber wir blieben ja gar nicht so lange und es kam auch keiner zum kontrollieren.

Jetzt hiess unsere Himmelsrichtung Norden und wir ueberlegen, den Highway 17 zu nehmen. Dann fiel Helmut aber ein, dass Winfried uns was erzaehlt hatte, dass bei Brunswick angeblich direkt an (bzw. in, naemlich auf dem Mittelstreifen) der I-95 ein altes U-Boot liegen sollte. Nun, ich denke entweder hat er uns auf den Arm genommen oder es hatte zuviele Unfaelle dadurch gegeben, jedenfalls haben wir es nicht gesehen.

Wir ueberlegen, dass Georgia nun schon der 5. Staat den wir auf dieser Reise durchqueren. Er empfaengt uns mit Regen, der zunaechst ziemlich heftig scheint, dann eher stetig wird.
So langsam denken wir auch mal darueber nach, wo wir uebernachten wollen und die Tatsache, dass von oben nass kommt, beeinflusst dies natuerlich. Auch die Tatsache, dass wir versuchen immer einen Campingplatz zu finden, der Internetzugang hat, grenzt die Optionen ein bisschen ein. Gerade heute braeuchten wir es, da Helmut bei einer Ebayauktion mitbieten will.

Doch noch sind wir unterwegs und haben dann erstmal einen kleinen Disput ueber den Zugang zum Meer. An diesem Teil der Kueste sind mehrere groessere Inseln (meist Naturschutzgebiete) vorgelagert und ich behaupte, man kommt da nirgends an einen Strand. Ich erwaehnte es zwar schon, aber hier noch mal zur Erinnerung: nur weil die Strasse nicht auf der Karte ist, kann sie trotzdem da sein. Stimmt theoretisch. Nun, Helmut will es wissen. Er sagt, da geht es zum Atlantik und so fahren wir mal in die Richtung. Ich will nicht sagen, dass es eine Irrfahrt war, eher eine Rundfahrt durch ein etwas abgelegeneres, touristisch nicht erschlossenes Gebiet war. Viel Marschlandschaft, aber auch Haeuser – von sehr gross und herrschaftlich bis Trailerklein und Schrott.
Wir hatten gerade diverse Buecher gehoert und gelesen, die in diesen Teilen der USA spielen und konnten uns das jetzt so richtig vorstellen ...

Wie schon ueberall in Florida, bestaunten wir auch hier die Palmen, die hier ueberall im Unterholz wachsen. Wild! Und ueberall woanders muss man sie um teures Geld erstehen; hier braeuchte man nur buddeln ...

Immer wieder mussten wir rechts oder links abbiegen und da es hier ueberhaupt keine Strassenschilder gab, konnten wir uns nur an der Himmelsrichtung orientieren – Dank dem, der den Kompass erfunden hat. Es war wirklich ganz interessant, aber zum Atlantik kamen wir nicht. Und hier - Dead End – drehten wir dann um und beschlossen das es gut ist ...

Ah, hier noch eine Sehenswuerdigkeit? Fort Harris – nun, das haben wir nicht gesehen, denn es war schon geschlossen.

Irgendwann hatte dann auch Helmut genug und so machten wir uns auf Richtung Richmond Hill. Wir hatten noch ein Roomsaver-Heft und wollten sehen, ob wir wieder ein billiges Motelzimmer bekommen. Es war immer noch alles ziemlich feucht und diese ‚sumpfige’ Gegend natuerlich auch ziemlich Moskitoverseucht. Wir versuchten es bei diversen Motel (die sind ja zum Glueck hier immer alle an einer Ecke) stellten dann aber schnell fest, dass entweder am Wochenende die Coupons nicht gelten oder die dann 10, ja sogar 15 $ pro Hund wollten. No way!

Der naechstgelegene Camping ein KOA. Also fahren wir mal da hin. Die Dame wollte uns zunaechst keinen Platz geben. Ein kleines Missverstaendnis, das wir ja „nur“ im Van unterwegs sind und nicht im RV und da wird man gleich in so ne ‚Hippie-Kategorie’ gelegt und die nehmen die nicht. Aber als dann Helmut sagte wir haben einen „Convertible“ wurde die Dame freundlicher (das bedeutet im Prinzip, dass man das Auto theoretisch in ein Wohnmobil umwandeln kann). Als sie uns allerdings erklaerte, dass der Platz fast 45 Dollar kosten sollte, beschlossen wir, es noch mal woanders zu versuchen. Um den Preis! Letztlich sind wir wieder im Motel 6 gelandet, denn das ist billiger als der KOA. Dafuer gibts ein eigenes Bett und Bad und natuerlich WiFi ... dieses wollte allerdings erstmal nicht funktionieren. Doch ein Anruf bei der Hotline, schaffte Abhilfe ...

... auch Clyde mag Motelbetten ...

Ein spaetes Abendessen, Hunde spazieren und ein wenig fernsehen und dann ‚call it a day’!

Fehlender Ehrgeiz erspart den Kauf eines Navigations-Systems: Wer kein Ziel hat, kann sich nie verfahren. (KarlHeinz Karius)

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