Freitag, 11. Juni 2010

Der Vorhof zur Hoelle

Mittwoch, 9. Juni 2010

Wache stets auf wie ein Kind, um die Welt auf's neue zu entdecken. (Manfred Schröder)

Die Nacht war etwas kuehler als die letzte und durch die abendliche Dusche waren die Voraussetzungen fuer einen erholsamen Schlaf fast perfekt. Leider jedoch waehrte das Gute nicht lange, denn ein Moskito hatte beschlossen es sich bei uns im Auto bequem zu machen und sich zwischendrin immer mal wieder einen Drink meines Blutes zu genehmigen. Also ich weiss nicht, was dieses Moskito an mir so berauschend fand, aber das koennen wir Nicht-Vampire wohl nicht nachvollziehen.

Vor einer ganzen Weile schon kam die Marke OFF – die in USA marktfuehrend in der Herstellung von Mueckenabwehrsprays, -kerzen, -lampen etc. ist – mit einem neuen Geraet heraus. Eine tropfenfoermige, etwa getraenkedosengrosse Plastikvorrichtung mit Clip um dies z.B. an den Hosenbund zu haengen. Im Inneren befindet sich ‚Repellent’ und ein kleiner Propeller, der diesen Geruch um einen herum verteilt und dass soll dann angeblich Muecken verjagen. Wir dachten uns, dass koennte ja auch auf so einem engen Raum wie unserem Van funktionieren. Tut es auch, aber es verjagt die Muecken eben nur und toetet sie nicht. Meine Beine waren wohl ausserhalb des Wirkungsbereiches ... hmpf.

Jedenfalls kaempfte ich eine ganze Weile mit dem Moskito, bis ich beschloss mich mit Autan einzureiben. Eine Lotion gegen Muecken, aber ich finde sie ziemlich klebrig und mag sie daher nicht besonders. Doch in diesem Falle erschien mir das das geringere Uebel ... Endlich schlief ich ein. Doch dann - puenktlich um 6 – weckte mich ...wer wohl?

Also stand ich auf und liess die Hunde raus und beschloss aufzubleiben. So hatte ich dann ein wenig Zeit, in aller Ruhe den Morgen zu geniessen.Helmut nutzte eben die Ruhe um auszuschlafen.

Da wir schliesslich im Urlaub sind und nicht auf der Flucht, liessen wir uns an diesem Morgen auch richtig Zeit. Gemuetlich fruehstuecken, mit den Platznachbarn quatschen (das ueberliess ich Helmut, der ist ein besserer Socializer als ich), ein bisschen im Internet surfen und bloggen, nochmal die Dusche ausnutzen (wer weiss wo wir am Abend landen werden) usw. Sehr urlaubsmaessig auf jeden Fall.

Gegen 10.30 machten wir uns dann auch den Weg. Heute durfte ich mal fahren. Wir sollten Eis fuer den Cooler besorgen, ansonsten fehlt es an nichts. Nun erstmal fuhren wir noch einmal an den wunderschoenen Strand in Gulfport / Biloxie, den wir gestern schon bewundert hatten. Auch gibt es hier Casinos und Hotels und so ... Also ich koennte mir gut vorstellen, hier mal ne Woche – oder auch zwei - Urlaub zu machen. Durch die Lage (Louisiana ist weiter ins Meer vorgelagert und schuetzt so diesen Bereich, dies erklaerte ein Platznachbar auf dem Camping uns) sind die Straende hier bisher auch von der Oelpest im Grossen und Ganzen verschont geblieben.

Doch alsbald verliessen wir Mississippi und machten uns auf den Vorhof der Hoelle (so hatte unser Freund Charlie Alabama einmal tituliert) zu erkunden. Okay, wir wuerden nur einen ganz kleinen Teil davon zu sehen bekommen, aber vielleicht wuerde das genuegen um diese Aussage zu bestaetigen. Entlang der 90 East, auch in der Hoffnung irgendwo wuerden wir noch Gelegenheit bekommen Eis zu besorgen – wir hatten naemlich immer noch keines ... Erstes Ziel Mobile. Ich fahre, Helmut liest Karte und dirigiert. Ich stelle fest: auch Maenner koennen das nicht so unbedingt immer perfekt, denn prompt verfahren wir uns. Aber letztlich sind wir aus der Stadt raus.
Leider haben wir den total coolen Tunnel verpasst, aber was soll’s. Ein Stueck die Strasse runter ist ein Historic Side – eine historische Sehenswuerdigkeit, die wir uns anschauen wollen. Hier liegt eines der grossen amerikanischen Schlachtschiffe, die USS Alabama. Okay, ich persoenlich bin jetzt nicht so ein Technikfreak, aber es ist durchaus imposant anzuschauen. Auch sind hier alte Flugzeuge (unter anderem ein B-52 Bomber), Panzer und Geschuetze ausgestellt.

Wir laufen eine Runde ueber den Platz – so kriegen die Hundies gleich ihren Spaziergang – bemerken dann aber zum ersten Mal richtig, dass wir ein wenig eingeschraenkt sind mit Ihnen zu reisen. Es ist viel zu heiss, sie alleine im Auto zu lassen und in das „Museum“ (das Schiff) duerfen wir sie nicht mitnehmen. Ich schlage Helmut vor, alleine zu gehen, da mich das so oder so nicht so interessiert, aber er beschliesst, das es ihm genuegt, das Ganze von aussen mal gesehen zu haben und so geht die Fahrt bald weiter.

Sicher koennen wir noch irgendwo an einer Tankstelle halten und Eis kaufen. Die Getraenke koennen ein wenig Waerme durchaus vertragen, aber der Schinken? Doch irgendwie kriegen wir den Dreh nicht und den Weisungen meines Co-Pilots folgend, schwingen wir uns auf die I-10 in Richtung Osten.

Und je weiter wir nach Osten kommen, um so mehr bekommen wir nun doch von dem Oel zu sehen, das als Lachen auf dem Wasser schwimmen. Es sind keine so veheerenden Mengen, wie man auf Grund der Medienberichte vermuten koennte, aber trotzdem. Wir sehen sie auch nicht auf dem Meer selber, sondern in den Fluessen, von denen es hier massenhaft gibt. Und ueberall sind die gelb / orangenen Barrieren ausgelegt ...

Alabama hat nur einen sehr kleines Stueck Land entlang des Meeres und so verlassen wir es recht bald wieder. Es ist heiss, aber den Vorhof zur Hoelle koennen wir so nicht ganz bestaetigen. Wir sind wohl doch schon etwas abgehaertet.

Der Tip eines Campers vom Platz in Gulfport fuehrt uns nach Pensacola, Florida, der dritten US-Staat, durch den wir an diesem Tag fahren. Er hatte uns von einem alten Fort und einem Park und schoenen Campground erzaehlt und nach ein paar Recherchen hatte Helmut selbigen auch gefunden. Wir wollten nun herausfinden, ob der Herr uns einen guten Tip gegeben hatte oder nicht. Wir fanden heraus, er hatte.

Vorgelagert auf einer Insel, faehrt man zunaechst ueber eine gebuehrenpflichtige Bruecke. Dann gelangt man in einen richtigen Touriort – so wie er ueberall auf der Welt sein koennte. Laeden, Hotelbunker, Apartments etc. Naja. Aber hier gibt es sicher irgendwo jemanden, der uns Eis verkauft ... doch schon sind wir aus dem Ort wieder raus und fahren in Richtung State Park.

Am Eingang erkundigen wir uns nach den Camping-Moeglichkeiten und ob es zufaellig auch einen Laden gibt. Ja, geht alles und wir muessen nicht mal Eintritt zahlen, da wir einen Jahrespass fuer National Parks haben (der auch fuer sehr viele State Park etc. gilt).

Ein wenig erinnert uns die Strasse an die White Sands. Wir fahren bis zum Ende, denn dort liegt Fort Pickens. Eine ziemlich grosse Verteidigungs-Anlage die in verschiedenen Kriegen genutzt wurde um den Tiefwasserhafen von Pensacola vor Angriffen zu schuetzen - die jedoch nie stattfanden. Sehr imposant. Helmut macht sich auf, diese zu erkunden waehrend die Hunde und ich im Schatten am Eingang sitzen bleiben (die zwei duerfen da nicht rein) und Leute beobachten (eine meiner Lieblingsbeschaeftigungen).

Hier finden wir dann auch einen Laden und koennen endlich Eis fuer den Cooler kaufen. Und die Hunde hatten sich schon so auf den Schinken gefreut (die essen den naemlich auch noch, wenn er bisschen ‚overdue’ ist) ...

Es ist 5.30 und wir beschliessen uns jetzt am Camping anzumelden und einen Platz fuer die Nacht zu suchen. Noch ein kurze Halt an einem Aussichtspunkt. Helmut geht, ich bleibe bei den Hunden, denen der Zutritt zum Strand hier ueberall verwehrt ist; was natuerlich daran liegt, dass die meisten Leute es wohl nicht schaffen wuerden ihre Hunde an die Leine zu nehmen und deren Hinterlassenschaften aufzusammeln.

Nun wie ich da so sitze und schaue, sehen ich anderen Autos kommen und wegfahren. Unter anderem ein junger Typ. Ich denken noch, typisch Ami, der laesst den Motor laufen, waehrend er rumlaeuft ....Nun, irgendwie hatte er sich wohl verkalkuliert, denn als er zuruck kommt, verweigert im das Auto den Zutritt. Er hatte den Schluessel stecken lassen und nur die Fernbedienung mitgenommen. Diese funktionierte aber nicht, solange innen der Schluessel steckte .. Er kam zu mir und fragte ob ich einen Kleiderbuegel habe (ich glaube der hat zuviel Fernsehen geschaut) was ich verneinte. Aber, meinte ich, ich koennte mir vorstellen, dass mein Mann irgendwas hat, was er benutzen koennte. Der waere aber gerade an den Aussichtspunkt gelaufen. Da ich nicht vom Auto weg wollte ging der Typ ihn holen und nun kruschtelten die zwei in Helmut „Werkzeugkiste“. Alles was sie fanden – was fuer diesen Zweck tauglich sein koennte – waren ein paar Zeltheringe. Helmut McGyver kam auf die Idee sie mit Klebeband (aus seiner Wunderkiste) zusammenzukleben, damit dies provisorische Werkzeug lang genug ist . Es dauerte eine halbe Ewigkeit, aber letztlich – woran ich nie gezweifelt hatte – schaffet Helmut es die Beifahrertuer zu oeffnen. Also wenn das mit dem legalen Geldverdienen mal nicht mehr klappt ...

Der Typ war heilfroh, natuerlich. Es stellte sich noch heraus, dass er bei der Army sein und hier stationiert. Urspruenglich kommt er aber aus Montgomery Texas, was bei Livingston ‚um die Ecke’ ist. Es gibt ja keine Zufaelle ...

Als wir dann letztlich zur Camp Registration kamen, war schon geschlossen. So suchten wir uns einfach einen schoen Stellplatz und schlugen unser Lager auf. Nach dem Abendessen drehten wir noch ne Runde ueber den Platz und stellten fest, wir hatten uns das ruhigste Eck ausgesucht. Wer weiss, was man uns zugewiesen haette, denn wir sehen ja schon ein wenig verwegen aus (vor allem Helmi mit seinem 5-Tage-Bart) und dann nur nen Van und so (bisschen Hippimaessig) ... Nun, es gibt ja keine Zufaelle ...

Als es dann vollends dunkel war sind wir ins Bett. Helmut hatte den neuerworbenen Ventilator montiert, der ein wenig fuer Abkuehlung sorgte. Ich hatte vorsichtshalber ne lange Hose und ein langaermeliges T-Shirt an wegen der Moskitos. Na dann Gute Nacht!

Mittwoch, 9. Juni 2010

Who Dat!

Lieber ins kalte Wasser springen und einen kleinen Schock erleiden, als lange Zeit in der Hitze davor zu schmoren! (Florian Ebner)

... und ich gebe es zu, haette ich in dieser Nacht einen Pool in der Naehe gehabt, ich waere bestimmt ein paar mal hineingesprungen. Denn es war heiss. Dazu kam eine Luftfeuchtigkeit von ca. 85 % ... Wir sind das ja prinzipiell mal gewoehnt und mir macht auch Hitze nichts aus. Aber zum Schlafen, ist das doch eher unangenehm, da ist schon nach kuerzester Zeit alles durchgeschwitzt ist. Wir sind eben doch schon Klimaanlagen verwoehnt und muessen uns erst langsam wieder and das Natuerliche herantasten. Dazu kam die ungewohnte, auf so einem Parkplatz auch unruhige Umgebung, die nicht nur uns, sondern vor allem den Hunden zu schaffen machte. Okay Bonny hoert nichts und schlaeft daher auch recht ruhig, aber Clyde ist ein guter Wachhund – in diesem Falle zu gut. So bekamen wir in dieser Nacht eher wenig Schlaf. Das hat aber auch Vorteile, so ist man frueh wach und kommt bald los.
Doch bis dahin dauerte es noch eine Weile, denn erstmal hiess es noch Fruehstuecken. Die Hunde meckerten, weil in ihren Schuesseln das taegliche Stueck HotDog fehlte (baeh, nur Trockenfutter?!). Wir hielten es – wie wir es unterwegs immer tun – klassisch mit Brot mit Cream Cheese.
Helmut liess es sich auch nicht nehmen noch mal im Laden zu schauen, ob es nicht batteriebetriebene Ventilatoren gibt – so wegen Luftbewegung in der Nacht und so ... Aber gegen 8.30 waren wir dann so weit und es hiess: hit the road. Weiter auf der 182, nach Osten, entlang der Louisianna Coast. Diese ist gepraegt von Sumpflandschaft. Nichtsdestotrotz wohnen hier eine ganze Menge Leute. Meist in Trailer oder Mobilhomes, aber es gibt ein paar richtig schoene alte Haeuser, so wie man sie sich in den Suedstaaten vorstellt (zumindest jeder der von „Vom Winde verweht“ angeschaut hat). Wir beschlossen, fuer uns ist das nichts, aber es ist sehr interessant es mal gesehen zu haben.

Fuer mich als inzwischen Profibotaniker (*raeusper*) waren natuerlich die riesigen Life Oaks und Magnolienbaeume interessant. Und die Blumen, die hier wild am Strassenrand wachsen, verkaufen wir im Laden um teures Geld. Wir wunderten uns auch, was die wohl auf all diese Feldern anbauen. Ich meine, was ausser Schilf waechst in so einem Sumpf? Wir sehnten uns ein wenig in die Zukunft, wo man in so einem Fall einfach seinen holografischen ‚On-board-Fremdenfuehrer’ aktiviert und nachfragt ...

Unser naechstes groesseres Ziel war New Orleans. Wir dachten uns, wenn nun schon mal hier in der Naehe sind, sollten wir es uns ja auch mal angeschaut haben – zumindest aus dem Auto heraus. Gesagt getan.

Hier moechte ich noch eine Anmerkung machen, vielleicht als kleinen Trost fuer alle. Helmut und ich haben selten irgendwelche Auseinandersetzungen und wenn wir verreisen sind wir uns in – ich sag mal 90 % - aller Dinge einig. Doch wenn wir mal ins diskutieren kommen, ist meistens die Landkarte Schuld. Wirklich, wenn die nicht genau anzeigen, wo es lang geht, mein Frauenrechts nicht als Links interpretiert wird und dann noch irgendjemand beschliesst ploetzlich an der Strasse rumzubauen, sie gar zu sperren, kann es durchaus zu einem Wortwechsel ueber die Kompetenzen der Frau im Strassenverkehr und beim Kartenlesen kommen. Aber wir sind ja erwachsene Menschen und schafften es die Meinungsverschiedenheit zu ueberwinden ohne die Scheidung einreichen zu muessen.

Doch zurueck nach New Orleans. Um in die Stadt zu kommen (zumindest von Westen her) muss man zunaechst den Mississippi ueberqueren. Ein gewaltiger Fluss! Ich staune immer wieder, wenn ich die von Menschen erschaffenen Bruecken sehe, die solche Stroeme ueberqueren. Und weiter durch die Stadt. Ueberall trifft man auf franzoesisch, was ich ja richtig nett finde. Natuerlich liessen wir es uns nicht nehmen, eine Tour durch das French Quarter (Bourbon Street) zu drehen. Ausgestiegen sind wir nicht, denn es war uns schlicht zu voll und ausserdem regnete es gerade. Uns fiel auf, dass wir noch nie so viele Bier- und Spiritouosenlieferwagen auf einem Haufen gesehen hatten. Auch sind wir nicht solche Bargaenger, dass wir die Vielfalt eben dieser hier ausnutzen wuerden. Alles ist auf Touries getrimmt und von den Hurrikanschaeden nichts mehr zu sehen. Okay, been there, done that.



New Orleans’ grosser See wurde ja traurig beruehmt durch Kathrina. Heute nun lag er friedlichst da und sich die Zerstoerungskraft vorzustellen fiel schwer. Wir hatten beschlossen, wir machen den kleinen Umweg und fahren den Causeway, der mitten hindurch geht. 24 Meilen Bruecke! Wiev iel Beton die wohl verbaut haben?


Da wir wie erwaehnt noch kein Campbook fuer den Suedosten der USA hatten, hatten wir uns vorab ein AAA-Buero (das ist wie ADAC in Deutschland) ausgeguckt und das war dann auch unser naechstes Ziel. Die Dame hier war sehr freundlich, als sie hoerte wir sind Deutsche und wollte uns gleich mit Kartenmaterial etc. ueberschuetten – alles fuer umsonst (weil Helmut den ADAC erwaehnte – gleichwohl seine Mitgliedschaft seit etlichen Jahren abgelaufen ist ;-)

Und dann machten wir, dass wir aus Louisianna wegkamen. Irgendwie lud dieser Staat (zumindest der Teil den wir gesehen hatten, nicht zum verweilen ein. Auf unserer Weiterfahrt die Kueste entlang, sahen wir sie dann doch noch, die Auswirkungen der Oelpest. Nein, keine Oelteppiche, aber Arbeiter die Barrieren an den vielen kleinen Fluesse auslegten, die hier von und zum Meer fliessen.

Am Strand von Gulfport / Mississippi, fanden wir sogar ein paar schwarze Klumpen, aber ob die nun vom Oel sind, wissen wir nicht. Alles in allem, war es hier aber supersauber und wir vermuteten, dass am Wochenende Halligalli ist. Wirklich ein toller Strand, doch auch hier liefen schon Herren in Leuchtwesten am Strand entlang und hielten Ausschau nach Oel und dessen Rueckstaenden. Traurig, wenn so eine Kueste verseucht wird ...

Wir beschlossen in Gulfport zu bleiben. Noch mal in nen Laden, paar Kleinigkeiten besorgen, dann – da wir ja jetzt einen Fuehrer hatten – einen Campingplatz gesucht und gefunden. Ein huebscher Platz. Neben der Tatsache, das es WIFI gibt, war wohl die heisse Dusche am Abend das Beste. Ahhh es tat so gut den Schweiss abzuwaschen ... Jetzt koennen die naechsten Tage kommen.

Ich hatte noch eine kleine Auseinandersetzung mit meinem Laptop, die darin endete, dass ich am Auto etwas kaputt machte. Mein Akku war alle und ich wollte das Netzteil in den Zigarettenanzuender stecken. Der – sowieso schon wackelig – nun vollends im inneren des Amaturenbrettes verschwand. Zum Glueck habe ich einen McGyver dabei, der hats gerichtet. So konnten wir uns in aller Ruhe zur Ruhe legen.

PS: Wer sich ueber den Titel des heutigen Blogs wundert, Who Dat ist der Schlachtruf der New Orleans Saints, das Footballteam, dass unerwartet den letzen Superbowl gewonnen hat.

Dienstag, 8. Juni 2010

Das faengt ja gut an!

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.

Endlich Montag – puenktlich um 6 Uhr weckten mich die Hunde und wollten raus. Also bin ich aufgestanden und aufgeblieben. Rumwuehlen, packen, aufraeumen ... waehrend Helmut noch friedlich in der Kiste lag. Gegen 9 Uhr schaffte er es aber auch aufzustehen. Selber fruehstuecken und Schildies fuettern stand als erstes auf dem Programm (waehrend unserer Abwesenheit werden die Rudolphs sich um das Kroetenvolk kuemmern – an dieser Stelle schon mal herzlichen Dank!). Waehrend Helmut dann nochmal schnell in die Unit musste, habe ich die restlichen Dinge zusammen gesucht und Blumen gegossen. Dann alles ins Auto verfrachtet und um 12.30 ging es los.

Zunaechst noch ein kurzer ‚swing by’ am Dump den Muellsack entsorgen (wuerde nach 2 Wochen rumstehen auch nicht besser riechen), dann zu Lowes was abgeben und schon befanden wir uns auf dem Weg nach Osten. Der verhiess erstmal nichts gutes – zumindest was den Himmel anging - denn wir sahen dunklen Wolken und Blitze. Und kaum waren wir ein paar Meilen gefahren, ging es auch schon los. Da oben oeffnete jemand saemtliche Schleusen auf einmal und so war der Regen stellenweise so stark, dass man mit Mueh und Not die Strasse erkennen konnte und er begleitete uns fast bis Woodville. Doch dann hoerte es auf und so machten wir auch gleich bei einem Walmart die erste PP. So einen kleinen Markt hatte ich noch nie gesehen, er war geradezu winzig.

Als wir dann von hier aus in Richtung Sueden gen Meer abbogen, hellte sich auch der Himmel auf und so langsam kam doch auch ein Urlaubsgefuehl auf. Durch Port Arthur direkt in Richtung Sabine Pass. Dort gibt es ein Battlefield Monument und wir hatten gedacht, dass koennte wir doch anschauen. Aber das Schild dorthin war verhaengt und es stand geschlossen dran.


Nun, dann eben nichts mit Geschichte und Kultur – und wir schwangen uns wieder nach Osten. Ueber eine zwar nicht sehr grosse, aber sehr steile Bruecke erst entlang eines Flusses, ueber die Grenze und dann entlang der Kueste. Immer rechts das Meer und links einen wilden Marshlandschaft.
Ausser den obligatorischen Ferienhaeuser, die wir schon aus Galveston und entlang der Texascoast kennen, sieht man auch hier allenthalben Raffinerien und draussen - offshore - Bohrinseln.
Wir fanden sogar einen Platz zum Parken und kurz an den Strand gehen. Die Hunden tobten gleich herum. Zum Glueck war hier nichts von der schlimmen Oelpest zu bemerken. Wir fanden eine tote (ziemlich grosse) Wasserschildkroete, aber was die Todesursache war, war nicht zu sagen. Fasziniert beobachteten wir die Pelikane, die auf einem der Wellenbrecher sassen. Louisianna ist der Pelikan-Staat, das waere eine moegliche Erklaerung.


In dem guten RandMcNally war ein Stueck der Strasse mit ‚Toll’ bezeichnet, also nichts wie hin und schauen ob die dann wirklich so toll ist ... Okay uns war klar, dass dies gebuehrenpflichtig bedeutet und wir nahmen an das es sich um eine Bruecke handelt. Es entpuppte sich dann aber als eine Umsonst-Faehre, die schon ein bisschen klapprig aussah, aber uns doch sicher auf die andere Seite brachte.


Die Strasse verlief nun ein wenig mehr Richtung Landesinnere und die Landschaft aenderte sich merklich. Es sah mehr nach Suempfen als nach Meereskueste aus. Was uns noch auffiel waren die vielen beschaedigten Haeuser (Daecher), die nach den diversen Hurrikans der letzten Jahre noch nicht wieder repariert worden sind. Auch vieles dass einfach verlassen daliegt. Es ging soweit, dass noch – inzwischen ziemlich verrostete - Fischerboote an den seltsamsten Orten ‚lagen’ ...

Auch auffallend war, dass die Haeuser alle auf Blocks/Pfaehlen/Pfeilern stehen. Sogar die Mobilhomes und Trailer, was teilweise schon sehr skuril aussah.

Viel trinken, viel treib – also mal wieder Ausschau halten nach einem PP Plaetzchen. Maenner haben es da ja relativ einfach, fuer uns Damen waere ein Busch oder so schon schoen. Nun, wir fanden nichts dergleichen, denn die Strasse fuehrte dammartig durch die Sumpflandschaft. Doch da, an einer kleinen Bruecke, ein Stueck zum an die Seite ranfahren. Sowas muss ausgenutzt werden und da hier zum Glueck nicht so viel Verkehr war, reichte der Van mir als Deckung. Noch schnell die Hunde rauslassen damit die auch pieseln koennen – ist ja nur fair. Und da geschah es! Aus dem nachmittaeglichen Tran wurden wir mit viel Adrenalin geweckt ... Also, das Bonny ein wenig schlecht hoert (hoeren mag) wissen wir ja und das sie schlecht sieht auch, aber das auch ihr Urteilsvermoegen betroffen ist, wussten wir nicht – oder hoert sie gar soo schlecht? Ich hatte sie aus dem Wagen gehoben und auf den Boden gesetzt, sie rast los, auf die Abgrenzungsmauer der Bruecke zu. Spring rauf – und rueber. Ahhhhhh. Mein Herz setze aus und die Panik (nebst Adrenalin) ein. Helmut geistesgewaertiger - und tapferer - als ich lief um das Maeuerchen herum, saemtliche Schlangen missachtend, runter ans Wasser (ein eklig sumpfiger Bayou) und rief sie. Vor Schreck schwamm sie erst in die andere Richtung, aber dann – gluecklicherweise - hoerte sie mal was und ein paar Sekunden spaeter war sie gerettet (ich hatte Clyde gleich ins Auto verfrachtet). Uff. Ich spuerte wie ich erstmal Luft holen musste, die hatte ich naemlich angehalten. Ich konnte nur den Kopf schuetteln und Helmut war sprachlos. Was hatte sie sich dabei gedacht? Wahrscheinlich nichts!

Wir trockneten sie ab und brachten sie ins Auto. Immer noch fassungslos aber dankbar. Die Dankbarkeit steigert sich noch um ein Vielfaches, als wir diesen sahen ...

Helmut war noch mal ausgestiegen um die Unglueckstelle zu fotografieren und da kam dieser Herr des Weges geschwommen - abwartend ob noch weitere Leckerbissen von der Bruecke fallen: Ist denn schon Abendessen? Ich gebe zu, mein Herz schlaegt beim Schreiben dieses Absatzes und anschauen des Bilden immer noch ein paar Takte schneller ...

Spaeter hielten wir noch mal (an einem sicheren Platz – sofern man einen Friedhof als dies bexzeichnen kann) an und duschten die Loewchen-Stuntfrau ab (das Brackwasser roch einfach nicht so prickeln). Bonny schaute uns sehr vorwurfsvoll an, nach dem Motto: ich hab doch schon gebadet. Ha ha.

Wir beschlossen noch eine Weile weiter zu fahren. Irgendwie draengte es uns so viel Abstand wie moeglich zwischen uns und die Suempfe zu legen. Nun, ganz so schnell wurden wir sie dann aber nicht los. Wir beschlossen fuer diese Nacht bei einem Walmart zu parken. Zum Einen war es eh schon spaet und zum anderen hatten wir so oder so keinen Campingfuehrer um festzustellen wo denn ein Camping waere. Nach eingehendem studieren des Walmartfuehrers, fiel die Wahl auf New Iberia (Neu Spanien, auch nicht schlecht). In dem Verzeichnis steht allerdings nur drin, in welcher Stadt und Strasse der WM ist, aber nicht wie man dort hin kommt. Nun, meist liegen sie an groesseren Strassen, aber – Ausnahmen bestaetigen die Regel – hier nicht. Und da wir nun doch schon recht muede und kaputt waren, hielt Helmut an und fragte nach dem Weg. Weil – das bestaetigte schon Gerhard – Maenner immer fragen ... Die Dame in der Tankstelle konnte ihm ziemlich geau beschreiben wohin wir muessen. Da fanden wir dann auch einen angenehmen Stellplatz und nach einem kleinen Abendessen blieb ich im Auto – bloggen – und Helmut ist in Laden Eis fuer den Cooler holen. Um 10 war wirklich Feierabend, denn fuer heute hatten wir Aufregung genug!

Montag, 7. Juni 2010

Vorbereitung

Was liegt bei Reisen näher als die Ferne?

… dachten wir uns und machten uns auf, diese zu erkunden. Doch bis das letztlich soweit war, also losfahren in die Ferne, galt es noch so Einiges zu erledigen. Zunaechst einmal machte ich einen Termin beim Frisoer, denn je kuerzer die Haare, je einfacher ist es unterwegs. Und auch die zwei Superloewchen mussten dran glauben – erst duschen und Pfoten ausrasieren und Bonny bekam noch einen Extraschnitt, der ihr einen neuen Spitznamen einbrachte „Schnaeuzchen“ (sie hatte Schwierigkeiten, beim Essen die Haare nicht mit zu schlucken). Ich finde es sieht sehr suess aus auch wenn Helmut meint sie saehe gar nicht mehr wie ein Loewchen aus ...


Wir dachten dann auch – sicher ist sicher – wir testen das neue Vordach noch mal. Helmut seit unserem Ausflug ans Meer daran herummcgyvered und wir wollten sehen – woran ich nie gezweifelt habe – ob das jetzt auch so funktioniert. Die Tochter des Nachbarn lief gerade vorbei und fragte was wir tun. Helmut meinte: We are camping. Sie: You’re camping? You guys are so weird! (Ihr seid so seltsam!) Helmut bedankte sich fuer diese durchaus zutreffende Eigenschaft unserer Person, was sie wohl noch mehr verwirrte ... Wie auch immer, Vordach sieht gut aus.



Am Freitag hatte ich frei und habe schon mal ein paar Dinge zusammengesammelt, die wir mitnehmen wollen. Inzwischen sind wir ja schon recht geuebt mit dem Camping, so fiel das nicht allzu schwer. Allerdings stelle ich fest, dass man doch irgendwie auch ‚bequemer’ wird. Ich meine, die ersten Male haben wir den Cooler gepackt, Schlafsack und paar Klamotten und los. Ich erinnere mich, dass wir bei unserer ersten Reise nur ein Taschenmesser und zwei Plastikloeffel von Dairy Queen hatten, jetzt ueberlege ich: ach ich koennte noch ein extra Messer zum Besteck mitnehmen (ich besitze sicher 10 Kuechenmesser, benutze aber immer nur eines davon und meine ich komme ohne dies nicht aus) und extra Tubberschuesseln und ein Kopfkissen und vielleicht sogar nen Topf? Dies und jenes .. alles Sachen ohne die wir bisher genau genommen auch zurecht gekommen sind. Es ist interessant wie weit ‚unten’ man die Linie zwischen Gebrauchsgegenstand (= notwendig) und Luxus (= bequem) ziehen kann.

Ganz sicher Luxus aber fuer mich (gefuehlsmaessig) unentbehrlich: mein Schleppi. Und da wir uns unterwegs ja meist ueber irgendwelche HotSpots einloggen, habe ich vorsichtshalber noch ein Backup auf CD gebrannt. Ein Verlust der hunderten von mir geschriebenen Seiten, waere fuer mich schon eine ziemliche Katastrophe.

Samstag und Sonntag bin ich nochmal arbeiten gegangen, gebe aber zu, dass war schon ein wenig halbherzig. Gleichwohl die es schafften, mich so richtig zu aergern – was soweit ging, dass ich glatt noch mal ne Mail an unseren Distric Manager geschickt habe ... bestimmt sind die froh wenn ich jetzt mal ne Weile weg bin ;-)

... und jetzt kann der Urlaub kommen!