Dienstag, 16. Juni 2009

Abendrot ...

...als schuere die Sonne das Feuer im Kamin der Zeit! (wb)

Genau dies genossen wir an unserem letzten Abend auf Tour. Und zwar einmal nicht aus dem fahrenden Auto, sondern in unseren superbequemen 10-Dollar-Campingstuehlen ayf nem Campingplatz in Fort Stockton ...

Doch der Reihe nach:
Schon gestern Abend hatte ich festgestellt, dass ich die HotDogs fuer die Hunde im Kuehlschrank in Las Vegas vergessen hatte. Und trotz treuer, bettelnder Blicke von Bonny, Clyde und mir, wollte Helmut nicht umdrehen ... Nun, heute morgen stellte ich dann fest, dass ich auch meine Duschartikel vergessen hatte. Ich weiss auch nicht, normalerweise bin ich ziemlich gut im alles wieder mitnehmen, aber diesmal war mein Kopf wohl woanders (und mein Unterbewusstsein suggerierte: ich will noch bleiben ;-). Ich fand dann noch ein kleines Schampoo (bei meinem letzten Besuch in Frankreich im Ibis Motel mitgenommen) in meiner Waschtasche und so machte ich mich, nachdem ich in der Nacht sehr gut geschlafen hatte, am Morgen gegen sieben auf in den Waschraum.

Der Camping hatte ja WiFi und so sassen wir dann beide noch vor dem Fruehstueck am Rechner und laptoppten vor uns hin. Dieses – das Fruehstueck – gab es dann gemuetlich am Tisch sitzend, aber wieder ohne Kaffee!

Um 10 schafften wir es dann loszukommen. Erstes Ziel war der National Park White Sands gleich hinter Alamogordo. Eine Warnung genug Wasser mitzunehmen, da es im Park keines gibt, verstehen wir spaeter, als wir drinnen sind.
Zunaechst einmal scheinen die Duenen gar nicht soo besonders, da noch mit allerlei Pflanzen bewachsen. Wobei ich es faszinierend finde, war da auf den Sand so alles noch waechst.
Wenn man dann weiter in die Duenenlandschaft vordringt, wird klar warum es White Sands (also weisser Sand) heisst. Das Sonnenlicht auf dem aus einer Art kristallisiertem Gips bestehenden Sand ist gleissend. Es blended so sehr, dass sogar ich, die ich normal kein Sonnenbrillentraeger bin, eine solche aufsetze. Wir halten an. Hier darf man noch auf die Duenen raufklettern und dass tun wir dann auch. Da es noch vormittag ist, ist der Sand angenehm kuehl und ich ziehe sofort die Schuhe aus. Barfuss fuehlt es sich noch besser an. Auch unsere Hundies duerfen eine Runde durch die Duenen toben, sind aber anschliessend total fertig. Die Luft ist knochentrocken, es ist heiss und dazu weht noch ein Wind. Der Wassernapft ist ziemlich schnell leer geschlabbert, aber ich glaube sie haben es trotzdem genossen.

Nach ca. 1 Stunde verlassen wir den Park wieder und fahren weiter. Die Strasse fuehrt mehr oder weniger durch Millitaergebiet. Ich sehe ein Schild auf dem steht:
Missile Range – Birthplace of Americas Spacediscovery – na dann! Ich weiss das hier Raketentest durchgefuehrt wurden und sogar das Spaceshuttle schon mal gelandet ist. Allerdings finde ich, dass manche Werbung, die hier so am Wegesrand steht, das Ganze - fuer meinen Geschmack - ein wenig verherrlicht.
Dennoch haette uns das Spacemuseum bzw. das Missilemuseum sehr interessiert. Doch die Zeit laesst es diesmal nicht zu, dass wir anhalten.

Bei der Weiterfahrt ueber Las Cruces nach El Paso, sehen wir rechts und links der Strasse grosse Pecan Tree Plantangen. Dieser Baum kann in dieser doch eher kargen Landschaft gut wachsen und produziert genuegend Fruechte, dass es sich lohnt ihn zu kultivieren.

Und dann hat uns Texas wieder. Kurz vor El Paso. Bei der Fahrt durch die Stadt winken wir kurz nach Mexico rueber. Der Rio Grande trennt hier El Paso und Juarez und man sieht den hohen Zaun und die schaebig wirkenden Haeuser auf der anderen Seite ...

Die Naehe zu Mexico bringt so allerlei mit sich. Unter anderem viele Sheriffautos auf der Strecke und eine Kontrollstation der Border Patrol. Als alte Hasen waren da ganz locker und haben dem netten Herrn unsere IDs gezeigt (Helmut natuerlich seinen Ausweis von der Arbeit, dass er fuer den Staat Texas arbeitet ;-) und haben freundlich mit ‚yes sir’ geantwortet. Wir mussten daran denken, wie wir bei unserer ersten Kontrolle (ich glaube 2004? oder 2005?) noch verunsichert waren und den armen Officer durcheinanderbrachten, als wir ihm nicht nur den Pass, sonder auch unsere Greencard unter die Nase hielten ... heute lachen wir darueber.

Wir fahren durch Van Horn, schliesslich war diese Gegend mal in der engsten Auswahl. Uns fallen die vielen Motels auf. Die waren doch beim letzten Mal noch nicht da, oder? Wer will denn in diesem ‚gottverlassenen’ Nest mitten in der Wueste uebernachten? Helmut erinnert sich dann daran, mal etwas von einem „Space Hafen“ gelesen zu haben – es geht um bemannte Raumfahrt und gab angeblich sogar schon mal Testfluege (der Kumpel von Bill Gates hat da irgendwie die Finger im Spiel).
Allerdings war es im letzten Jahr etwas ruhig um die Geschichte geworden ... Vielleicht hat es damit zu tun, wer weiss.

Natuerlich lassen wir es uns nicht nehmen einen Abstecher nach Lobo zu machen. Diese „Geisterstadt“ war vor ein paar Jahren von ein paar verrueckten Deutschen gekauft worden, die die Haeuser nach und nach wieder renoviert haben bzw. wollten. Wir hatten ein paar von Ihnen kennengelernt, als wir das erste Mal in dieser Gegend waren. Heute allerdings scheint alles verlassen und so fahren wir die 10 Meilen Richtung Freeway zurueck.

Dieser fuehrt uns nun immer weiter gen Osten. Meile um Meile arbeiten wir uns vorwaerts. Und da es so langsam Abend wird, fangen wir an zu ueberlegen, wo wir die Nacht verbringen wollen. Einerseits moechte Helmut am Mittwoch nicht zu spaet zuhause sein, andererseits gibt es auf dieser Strecke nur wenig Moeglichkeiten zu uebernachten (die Gegend ist so verlassen, da gibt es nicht mal nen Walmart).

Nach ein bisschen hin und her entscheiden wir uns dafuer, in Fort Stockton auf den Campingplatz zu fahren. Wir waren schon zwei Mal hier und es hat uns immer gefallen. Duschen und Clos sind sauber und es gibt WiFi.


Ja und so kommt es dann, dass wir einen wunderschoenen Sonnenuntergang geniessen koennen. Spaeter noch ein wenig auf dem Schleppi rumhacken und dann ins Bett, denn morgen heisst es frueh aufstehen. Wir haben noch ca. 600 Meilen vor uns!

Ach ja, noch fuer die Statistiker unter uns noch Folgendes: wir haben heute die 3000-Meile-Grenze durchbrochen und bis wir morgen wieder in Livingston sind, werden wir ca. 700 Dollar fuer Benzin ausgegeben haben ....


1 Kommentar:

  1. Howdy,

    durch eure Wegbeschreibung lässt sich die Route gut verfolgen.
    Auch für die letzten Meilen wünschen wir euch nur das Beste.

    A & G

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